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Interview mit Werner Walter vom CENAP

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Herr Walter, sie betreiben seit 15 Jahren die in Deutschland einzigartige Einrichtung einer UFO-Meldestelle. Was war da der kurioseste Fall der Ihnen bislang erzählt wurde?? Und wie sind Sie auf die Idee einer solchen Einrichtung gekommen?

Ja, seit etwa 15 Jahren wird die UFO-Meldestelle ehrenamtlich von mir angeboten. Kurios sind all die meistens von Jugendlichen gelieferten "Berichte" über >Fliegende Untertassen< und Alien-Begegnungen.

Die Einrichtung dieser Stelle war rein arbeits-ökonomisch motiviert. Ich wollte den betroffenen Menschen die Möglichkeit geben mit mir direkt in Kontakt zu treten, anstelle das ich ihnen z.B. aufgrund von Zeitungsberichten mit verkürzten Fallinhalten und erst nach einigem zeitlichen Abstand nachrenne.

Was für Himmelserscheinungen lösen am meisten "Ufo-Alarm" aus?

Es ist eigentlich verblüffend. UFO heißt ja nicht mehr als unidentifiziertes Flugobjekt - und nicht sofort SF-gleiche >Fliegende Untertasse<, auch wenn der unheilige Bund Hollywood-Klatschpresse-UFOlogie genau das Gegenteil seit fast 60 Jahren aufmacht. Ich glaube, dass dies als fundamentale Voraussetzung erst einmal wichtig nicht nur zu wissen, sondern auch zu begreifen ist.

Miniatur-Heißluftballone die man aus Gag z.B. während einer Grillparty oder zu Silvester aufsteigen lässt sorgen wieder und wieder für UFO-Alarm. Ich kann dies gut verstehen, weil dieses spezielle Teil so gut wie nicht in der Öffentlichkeit bekannt ist. Disco-Skytracker haben zu bestimmten klimatischen Bedingungen einen weitreichenden UFO-Effekt. Dann sind bei klarer Luft die zum Himmel hochreichenden Lichtkanäle nicht ausgeprägt und nurmehr die scheibenartigen Reflexionen davon an den Wolken zu sehen. Sternschnuppen kennen wir alle - aber wenn ein Feuerball-Bolide quer durch den Himmel zieht und eine Art "kosmisches Feuerwerk" verursacht, dann drehen die Leute durch. Besonders auffallende außerirdische Objekte am Morgen- oder Nachthimmel zu Zeiten der Dämmerung stechen ebenso ins Auge. Derzeiten die Venus am östlichen Morgenhimmel. Aufgrund der Intensität dieser Erscheinung und ihrer Isolierheit gegenüber anderen Himmelserscheinungen kommt die "UFO-Wirkung" zustande. Wie Sie sehen, einige UFOs sind tatsächlich von außerirdischer Natur. Nur eben anders als der Standard-UFO-Fan sich dies zurechtspinnt. ;-)

Übrigens ist es erstaunlich zu sehen wie viele Astronomie-Jünger, zu denen ich auch gehöre, hochfliegende Wetterballons nicht erkennen und davon perplex zurückbleiben.

Sind Sie eigentlich ein Ufo-Kritiker, halten Sie es für unmöglich das Außerirdische uns beobachten/besuchen, oder ein Ufo-Skeptiker, der es zwar für möglich hält, aber wo jede Meldung erst einer wissenschaftlichen Untersuchung standhalten muss?

Ich bin sowohl UFOlogie-Kritiker als auch UFO-Skeptiker hinsichtlich exotischer Erklärungen (Verklärungen) von UFO-Meldungen. Als 'Perry Rhodan-Leser' ist mir die Idee von "Außerirdischen" nahe. Und PR lese ich länger als das ich mich mit UFOs beschäftigte. Zugegeben. Dies ist die größte Sensation die ich Ihnen hier exklusiv bieten kann. :-)

Außerirdisches Leben mag es wohl geben, ob es nun blauer Matsch auf irgendeinem Planeten dort draußen ist oder irgendwelche Wesen die über sich selbst philosophieren können glaube ich schon. Nur: WISSEN tue ich es wahrhaft nicht. Erst recht nicht durch die "UFOs". Gerade auch weil ich und meine Kollegen erst einmal jede Meldung auf Herz und Nieren prüfe. Auch wenn etwa 5 % aller UFO-Meldungen noch nicht erklärt sind, ich muss hier auch eingestehen: auch für jene etwa 50 bei mir aufgelaufenen Meldungen halte ich keineswegs die Hand ins Feuer!

Herr Walter, was halten Sie eigentlich von den aktuellen Ereignissen, denn lange Zeit war es ehr ruhig um das Ufo-Phänomen, doch seit diesem Jahr häufen sich die Berichte über Ufos auch in den Massenmedien (Stichworte: Ufos über Mexiko / Ufos und der Tunguska Zwischenfall)?

Ja, ich bin auch völlig perplex. Insbesondere 2004 gibt es einen "Schub" an UFO-Meldungen, aber vielleicht liegt es auch daran, das "Nessie" sich nicht meldete und man sich in den Medien nun den alt-traditionellen Sommerlochthemen wie "UFOs" hinwendet die immer zünden. Bei der Mexiko-Story kann ich dies noch halbwegs verstehen, weil damit eine neue Facette aufgemacht wurde (= unsichtbare UFOs auf der Wärmebildkamera an Bord einer mexikanischen Luftwaffen-Aufklärungsmaschine), bei der Tunguska-Geschichte fragte ich mich dagegen ob die verantwortlichen Redakteure nen Joint geraucht haben. ;-)

Die mexikanische Geschichte fand eine (mal wieder) banale Erklärung als die Fackeln eines Erdölförderungsgebiets auf dem Meer. Die neuerliche Tunguska-Story mit dem "Alien-Raumschiff-Trümmerteil ist eine reine ufologische Werbeaktion und Opportunismus um eine Art "russisches Roswell" hochzuziehen.

Durch Ihre Arbeit machen Sie sich bestimmt nicht überall Freunde, wie gehen Sie selbst mit Kritik um?

Ganz klar, ich bin in der UFOlogie das berüchtigte "Rote Tuch" und der "meist-gehasste UFOloge" als Nestbeschmutzer. Einige rufen gar "Hängt ihn höher!" Aber auch in kleinen Teilen der astronomischen Welt habe ich es eher schwer, weil da das UFO-Thema grundsätzlich verhasst ist (kann ich ja halbwegs verstehen) und dort jeder der sich mit UFOs beschäftigt ein Spinner sein muss (tatsächlich gilt dies für die allermeisten in dieser Szene wirklich!). Doch, wie bereits gesagt, gerade aus der astronomischen Szene kommen einige UFO-Berichte von z.B. nicht-erkannten Wetterballons.

Allen Seiten kann ich nur mehr Liberalität und demokratische Denke empfehlen. Und nüchterne Besinnung.

Wissenschaftler wie Paul Davis halten es für möglich, das außerirdische Lebewesen "Botschaften" in unserem Erbgut versteckt haben, wie denken Sie darüber?

Netter Gedanke, aber ist mir zu weit hergeholt.

Vielen dank für das Interview.

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