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Das UFO - Phänomen - Teil 2

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image "Bird of Prey" (c) Boeing

Die meisten Ufo-Erscheinungen, die nicht auf natürliche Phänomene zurückzuführen sind, ereignen sich in der Nähe von größeren Militärbasen und häufig handelt sich um militärische Prototypen, die erst Jahre später der Öffentlichkeit vorgestellt werden, weshalb im zweiten Teil unseres Specials die Rolle der Militärs nähr beleuchtet werden soll.

Der bekannteste Vorfall zwischen der Verquickung "Unidentifiziertes Flugobjekt" und dem Militär trat im Juni 1947 in Roswell auf. Der Farmer Mac Brazel entdeckte ungewöhnliche Trümmerteile auf seinem Land und meldete dies am 7. Juli dem örtlichen Sheriff (George Wilcox).

Was dann geschah, ist in sich widersprüchlich und heutzutage nicht mehr ganz nachvollziehbar. Jedenfalls wurden die gefundenen Trümmerstücke vom US-Militärpersonal eingesammelt und der Presseoffizier Walter Haut des 509th Bomb Group in Roswell, dem damals einzigsten Geschwader mit Atomwaffen auf der Welt [1], verbreitete die Nachricht das eine "fliegende Untertasse" abgestürzt und geborgen worden sei. Am 8. Juli veröffentlichte u.a. der Roswell Daily Record auf der Titelseite die Nachricht "RAAF Captures Flying Saucer On Ranch in Roswell Region - No Details of Flying Disk Are Revealed" und selbst Zeitungen in Kalifornien wie The Sacramento Bee schrieben am 8. Juli "Army Reveals It Has Flying Disc Found On Ranch In New Mexico".

Dies sorgte für großes Aufsehen und noch am selben Tag wurde dann von dem Kommandeur Oberst Blanchard die Pressemitteilung widerrufen. Die Trümmer wurden in der Zwischenzeit nach Fort Worth in Texas und später nach Ohio transportiert [1]. Und am Abend des 8. Juli 1947 trat Brigadegeneral Roger M. Ramey vor die Presse und verkündete, das die Trümmer nichts weiter als die Überreste eines Wetterballons sind.

Und 30 Jahre lang wurde es sehr still um dieses Ereignis bevor 1980 Charles Berlitz und William L. Moore Buch "The Roswell Incident" erschien und erst jetzt meldeten sich zahlreiche Augenzeugen mit den unglaublichsten Geschichten. Den Höhepunkt erreichte die Geschichte Mitte der 1990er Jahre, als eine wahre Inflation von Büchern dieses Ereignis aufgegriffen hat.

1994 wurde der Druck der Öffentlichkeit so groß, dass der Abgeordnete von New Mexico Steve Schiff eine lückenlose Aufklärung forderte. Das Pentagon reagierte und veröffentlichte im selben Jahr "The Roswell Report - Fact vs Fiction In The New Mexico Desert" und gab erstmals zu, die Unwahrheit gesagt und bei der Aktion vertuscht zu haben. Tatsächlich soll es sich nicht um einen Wetterballon, sondern um die Überreste eines Ballons vom Projekt MOGUL gehandelt haben, bei dem Reflektoren mit Hilfe von Ballons in die Tropo- bzw. Stratosphäre gelangen sollten, um Schockwellen von sowjetischen Atomwaffentests aufzuspüren. Im Jahr 1995 wurde dann das U.S. Government Accountabilty Office (ein unparteiisches Untersuchungsorgan des Kongresses der Vereinigten Staaten, ähnlich dem Bundesrechnungshof) mit der Untersuchung des Roswell Zwischenfalls betraut. Der Untersuchungsbericht kann auf der offiziellen Seite des GAO eingesehen werden.

Doch auch dies stellte die Öffentlichkeit nicht zu frieden weshalb das Pentagon 1997 einen neuen Bericht "The Roswell Report - Case Closed" veröffentlichte. Darin enthüllte das US-Militär ein weiteres Geheimprojekt, bei dem zwischen 1954-1959 neue Fallschirme getestet wurden und wo auch menschenähnliche Puppen zum Einsatz kamen.

Unabhängig von den Veröffentlichungen der Air Force gibt es viele beteilige Menschen [2] die eine andere Geschichte erzählen und die überwiegende Mehrheit der Amerikaner ist nicht von der Darstellung des Pentagons überzeugt. [3]

Prototypen

Auffallend ist auch, dass viele Ufo-Sichtungen in der Nähe von Militärstützpunkten gemacht werden, besonders zwei Orte auf der Welt treten dabei besonders häufig in Erscheinung. Zum einen gab es zahlreiche Sichtungen in Plesezk dem nördlichsten Kosmodrom der damaligen Sowjetunion, von dem Satelliten auch auf einen polaren Orbit gebracht werden können und auch heute noch dient dieses Kosmodrom als Startkomplex, von dem mittlerweile über 1500 Raketenstarts durchgeführt wurden und zum anderen das Versuchsgelände "Area 51" in der Wüste von Nevada, um den sich zahlreiche Mythen und Legenden ranken. Da viele Prototypen hier getestet werden, die auch ein ungewöhnliches Design haben können.

Eines dieser Flugzeuge mit "futuristischem Design" wurde im Oktober 2002 der Öffentlichkeit vorgestellt und fand in den Medien, zu Unrecht, wenig Beachtung. Es handelte sich um ein Testflugzeug von Boeing mit dem Namen "Bird of Prey". Genau wie sein Namensvetter aus der Fernsehserie Star Trek, hat dieses Flugzeug moderne Stealth– Eigenschaften und ist auf dem Radar praktisch unsichtbar. Auch die weiteren technischen Daten dieses Flugzeug sind beeindruckend, auch wenn sich Boeing in der offiziellen Pressemitteilung bescheiden gab und mitteilte: "was revealed because the technologies and capabilities developed have become industry standards, and it is no longer necessary to conceal the aircraft's existence". (Quelle: Boeing.com / Boeing.de)

Der "Brid of Prey" (zu deutsch: Raubvogel) wurde von 1992- 1999 durch Boeing Phantom Works entwickelt und besteht hauptsächlich aus einer großen, einteiligen Struktur aus Verbundwerkstoffen. Das Projekt hat $ 67 Millionen gekostet und die hier gewonnenen Erfahrungen fließen in das unbemannte Kampflugzeug X-45A mit ein.

Der "Bird of Prey" absolvierte 38 Testflüge und steht seit Juli 2003 im Air Force Museum in Dayton, Ohio.

Viele Ufo-Sichtungen, die auch von Berufspiloten und Luftfahrtingenieuren gemeldet werden, gehen auf Neuentwicklungen zurück, die sogar die Grenzen der Physik ausreizen.

Stichwort: Superkavitation

Superkavitation galt bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion in der westlichen Wissenschaft als mathematisch und physikalisch extrem schwierig und beschreibt einen Effekt, der im Wasser auftritt, wenn sich ein Objekt mit 50 m/s bewegt und so Wasser zu Dampf dissoziiert, dass einen Hohlraum bildet und ein Objekt (z. B. einen Torpedo) vollständig umhüllt.

Doch bereits 1977 nahm die sowjetische Marine nach 10-jähriger Entwicklungszeit heimlich die ersten raketengetriebenen "Schkwal" Torpedos in Betrieb, die mit Schallgeschwindigkeit unter Wasser "fliegen". Dieser Torpedo besteht aus einem zylindrischen Rumpf, der ein Feststoff-Raketentriebwerk enthält und von acht kleineren Startraketen umringt ist, die den Torpedo auf Superkavitationsgeschwindigkeit bringen, bevor der Hauptantrieb gezündet wird. Während die erste Generation sich nur geradeaus bewegen konnte, vermag die aktuelle Generation auch zu manövrieren und den Rumpf dabei in der künstlichen Blase zu halten. (Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in Spektrum der Wissenschaft Ausgabe 8/2001 S.62-69).

Einen ähnlichen Effekt machten sich auch Ende der 80er Jahre sowjetische Luftfahrtingenieure zunutze, denn lange Zeit hielt man auch ein "Hypersonic" Flugzeug für nicht umsetzbar, da die Kräfte die auf dem Flugzeug und seinem Piloten bei x-facher Schallgeschwindigkeit wirken zu groß wären. Optimistische Schätzungen gingen davon aus, dass man eines Tages vielleicht in großer Höhe, wo die Luft extrem dünn ist, mit zigfacher Schallgeschwindigkeit fliegen könnte. Die sowjetischen Ingenieure entdeckten aber, dass man durch ein künstliches Plasmafeld aus ionisiertem Gas um ein Flugzeug herum, den Luftwiderstand extrem verringern kann und so auch die Belastungen stark mindert. Außerdem führt dieses künstliche Plasmafeld zu einem verspäteten Überschallknall. (Informationen über die aktuelle Forschung auf dem Gebiet der Plasmaforschung in der Luftfahrt finden Sie bei den Luftfahrtspezialisten von Jane's)

In einem anderen Artikel von Jane's wird auch das Thema der so genannten "black projects" behandelt, denen das Pentagon ein jährliches Budget von etwa 5 Milliarden Dollar einräumt und das Flugzeuge wie die SR-71 (Black Bird) hervorbrachte. Außerdem wird in diesem Artikel von einem "Donnervogel" berichtet, der seit Anfang der 90er Jahre immer wieder für Furore sorgte, da von einem lauten Knall berichtet wird, der Scheiben zerbersten und Wände wackeln ließ. Aufgetaucht ist dieses Objekt, das bis heute noch nicht eindeutig identifiziert werden konnte, meistens in weniger dicht besiedelten Gebieten der USA, die auch größere Militärbasen beherbergen. Wahrscheinlich handelt es sich bei diesem Projekt um die "Aurora", dem inoffiziellen Nachfolger des legendären Spionageflugzeugs Black Bird.

Zunächst berichteten nur kleine Lokalzeitungen über diese unidentifizierten Flugobjekte, doch kam es zu einem Zwischenfall über Kalifornien, der die Aufmerksamkeit der Medien erregte. Bei einem lauten Knall, der in ganz Kalifornien gehört werden konnten, registrierten zahlreiche Seismografen dieses Ereignis und anhand dieser Daten konnte rekonstruiert werden, das das Objekt mindestens 4- 5-fache Schallgeschwindigkeit geflogen ist, was für ein bemanntes Flugzeug ein Geschwindigkeitsrekord darstellt und Experten vermuten das auch Mach 6, also 6-fache Schallgeschwindigkeit, oder sogar noch höhere Geschwindigkeiten für dieses Flugobjekt möglich sind. Und auch über Schottland und anderen europäischen Ländern wurde schon ein seltsames dreieckförmiges Fluggerät gesichtet, das sich mit sehr hohen Geschwindigkeiten fortbewegte.

Verräterische Rauchzeichen

Dieses Flugobjekt wird auch immer wieder in Verbindung mit rätselhaften Rauchzeichen am Himmel gebracht, denn die Abgasspuren deuten auf ein Pulsions-Strahltriebwerk hin, das bereits in der deutschen V1 während des 2. Weltkriegs zum Einsatz kam. Auch bei dem Zwischenfall über Kalifornien 1992 war der einzigartige Kondensstreifen dieser Triebwerke sichtbar, weshalb sich die Hinweise verdichten, dass es sich hier um ein geheimes Hyperschallflugzeug handelt.

Das Interessante an diesen Triebwerken ist, das sie keine beweglichen Teile wie Turbinen enthalten und durch Detonationen eines Gasgemisches in kurzen Abständen beschleunigt werden.

Scramjet vs Ramjet

Neben dem Pulsions-Strahltriebwerk gibt es auch noch zwei andere Alternativen für einen Hyperschallantrieb:

Die Idee eines Staustrahltriebwerken ist nicht neu, bereits im Jahr 1928 wurde dem Ungarn Albert Forno ein (deutsches) Patent für ein Triebwerk erteilt, das alle wesentlichen Elemente und Konzepte des so genannten Ramjet-Triebwerks enthielt. Dieser Antrieb ist für 3- 6- fache Schallgeschwindigkeit geeignet, jedoch ist bei einer geringeren Geschwindigkeit die Kompression der einströmenden Luft nicht mehr groß genug und bei einer höheren Geschwindigkeit kann die Brennkammer überhitzen.

Der Scramjets Antrieb hingegen ist für Geschwindigkeiten bis zu 10-facher Schallgeschwindigkeit ausgelegt und dank eines solchen Triebwerks erlangte 2002 ein unbemanntes Fluggerät der NASA 7-fache Schallgeschwindigkeit vor der kalifornischen Küste. Jedoch flog dieses Testgerät nur wenige Sekunden Hyperschall und stürzte dann kontrolliert in den Pazifik. Genau wie das Pulsions-Strahltriebwerk verwendet dieser Antrieb auch keine beweglichen Teile mehr, muss jedoch durch einen konventionellen Raketenantrieb Starthilfe bekommen.

Und auch die University of Queensland in Australien konnte bereits erste Erfahrungen mit einem Scramjet-Triebwerk machen.

[1] History Channel / ZDF History - Das Geheimnis von Roswell

[2] France 2 / ZDF Doku - Ungelöste Phänomene - Das UFO Rätsel

[3] http://www.cnn.com/US/9706/15/ufo.poll/index.html

* Ursprünglich interviewten wir für diesen Beitrag auch den Buchautor Michael Hesemann, doch bat dieser uns am 02.02.2013 das Interview - nach fast 6 Jahren - wieder zu entfernen.

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