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Das ambitionierte Mondprogramm der NASA

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Die NASA veröffentlichte konkrete Details ihrer Weltraumpläne für eine Rückkehr zum Mond und darüber hinaus - doch leider wurde das Constellation Programm der NASA Anfang Februar 2010 zunächst komplett gestrichen und erst Mitte April wieder teilweise reaktiviert. Leider sieht es aber so aus, als das der Mond keine große Rolle mehr in der bemannten amerikanischen Raumfahrt spielen soll und die nächsten die auf ihm landen werden wohl die Chinesen sind.

Im Jahr 2018 sollte es soweit sein, dann sollten vier amerikanische Astronauten für mindestens eine Woche zum Erdtrabanten zurückkehren. Bis dahin sollte noch  die ISS fertig gestellt werden und auch das Space Shuttle Ende 2010 planmäßig außer Dienst gestellt werden und ein neues Raumschiff für bemannte Missionen in den erdnahen Orbit und darüber hinaus entwickelt werden.   

Doch das ganze Projekt sollte nicht billig sein, nach dem ehemaligen NASA Administrator Michael Griffin wurden die Kosten auf etwa 104 Milliarden Dollar geschätzt und betrugen damit etwa 55 % der Kosten für den inflationsbereinigten Wert des Apollo Programms.

Und auch wenn der amerikanische Kongress, aufgrund der gigantischen Schäden des Hurricane Katarina (etwa 100 Milliarden) im Jahr 2005 und den laufenden Kosten für den Krieg im Irak (60 Milliarden pro Jahr), von Anfang an bedenken für die Weltraumpläne des ehemaligen amerikanischen Präsidenten George W. Bush hatte, sah Michael Griffin optimistisch in die Zukunft - wie sich später herausstellte zu optimistisch. „Das Weltraumprogramm ist eine langfristige Investition in unsere Zukunft“ so Griffin. „Wenn wir einen Hurricane haben, schaffen wie auch nicht die Air Force ab, wir schaffen auch nicht die Navy ab. Und wir werden auch nicht die NASA abschaffen.“

Eine der Schlüsseltechnologien für die Pläne stellte das so genannte Crew Exploration Vehicle oder kurz CEV da. Es sollte sechs Astronauten oder in einer unbemannten Konfiguration 25 t Nutzlast zur ISS transportieren können. Ähnlich wie beim Apollo Programm sollte die Orion-Kapsel (wie das Konzept letztendlich hieß) auf die Spitze einer Trägerrakete (Ares I) montiert werden, welche neben einer noch wesentlich leistungsstärkeren Variante (Ares V), die eine Nutzlast von 125 t in einen Orbit bringen sollte, entwickelt werden sollte.

Für eine bemannte Mondlandung sollte sich das CEV mit einer Mondlandfähre im Erdorbit treffen (Rendezvous Mission) und gemeinsam zum Erdtrabanten fliegen. Nach Abschluss der Mission sollte lediglich das CEV zur Erde zurückkehren und an Fallschirmen zur Erde zurückgleiten, wobei lange Zeit unklar war ob es eine Kapsellösung oder einen kleinen wiederverwendbarer Raumtransporter geben wird. Fest stand aber, das es dreimal mehr Platz geben sollte als zu seiner Zeit die Apollo Kapseln boten.

Darüber hinaus sollte es mit Solarpanelen ausgestattet sein und genau wie die Mondlandefähre mit flüssigem Methan betrieben werden. Methan wurde übrigens deshalb ausgewählt, da bei einer bemannten Marsmission, Methan am einfachsten aus der Marsatmosphäre gewonnen werden kann.

Aber anders als beim Apollo Programm, wo alle Landplätze in Äquatornähe lagen, sollten zukünftige Mondmissionen auch an den Polen, wo (inzwischen) Wassereis nachgewiesen wurde, landen. Doch damit nicht genug, es sollten 2 bemannte Mondmissionen pro Jahr realisiert und eine permanente Mondstation aufgebaut werden, die als Sprungbrett zum Mars und darüber hinaus dienen sollten.

Da die Mondpläne der NASA inzwischen gestorben sind richten sich nun alle Augen primär auf die Chinesen, welche ebenfalls eine permanente Mondbasis betreiben wollen und auch andere Länder wie Indien und Russland verfolgen ehrgeizige Mondpläne. Und auch die europäische Weltraumbehörde ESA will bemannt zum Mond und Mars fliegen, wobei allerdings Anspruch und Wirklichkeit in Europa weit auseinander liegen.

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