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Das chinesische Raumfahrtptogramm

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image Start einer Rakete vom Typ Langer Marsch 2 F mit Shenzhou V

Seit dem 15.Oktober 2003 ist China dem elitären Club der Raumfahrtnationen beigetreten, die bemannt in das Weltall fliegen können. Dieses Special zeigt die Entwicklung der chinesischen Raumfahrt seit den Anfängen in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Der Beginn des chinesischen Raumfahrtprogramms ist eng mit dem Namen Qian Xuesen verknüpft. Ausgebildet am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Raketentechnik und als Oberst des amerikanischen ballistischen Raketenprogramms, sammelte Qian Xuesen erste Erfahrungen, die ihn nach seiner Rückkehr nach China im Jahr 1955 zum wichtigsten chinesischen Wissenschaftler auf dem Gebiet der Raketentechnik machten.

Der Start des ersten chinesischen Satelliten erfolgte dann aber erst am 24. April 1970. Zum Starten des Satelliten mit der Bezeichnung "Der Osten ist Rot" benutzte man eine modifizierte Interkontinentalrakete vom Typ CSS-3, die später die Bezeichnung „Langer Marsch 1“ erhielt. Insgesamt verblieb der Satellit 26 Tage im All.

Erste Gerüchte über ein bemanntes chinesisches Raumfahrtprogramm tauchten bereits 1979 auf. In einer Shanghaier Zeitung gab es Bilder von einem chinesischen Astronautentraining in einem Raumanzug. Doch fehlte es zu diesem Zeitpunkt noch an einer leistungsstarken und zuverlässigen Trägerrakete.

Erst in den späten 80er Jahren nahm das chinesische Raumfahrtprogramm immer ambitioniertere Formen an. China stieg in das kommerzielle Satellitengeschäft ein und es gab die ersten Pläne ein eigenes Space Shuttle und eine Raumstation zu entwickeln. Des weiteren arbeitete man an neuen Trägerraketen.

Anfang der 90er Jahre kam es zu einem Technologieaustausch zwischen Russland und China, der auch die Ähnlichkeit der heutigen chinesischen Shenzhou Kapsel mit der russischen Soyuz Kapsel erklären dürfte, auch wenn China stets beteuert seine aktuelle Trägerrakete "Langer Marsch 2F" und das "Gottesschiff" (Shenzhou) in Eigenregie entwickelt zu haben, dürfte beide Technologien auf den Erfahrungen der Russen zurückzuführen sein.

Ein entscheidendes Jahr in der chinesischen Raumfahrt ist 1992, denn hier ist der offizielle Beginn des bemannten chinesischen Raumfahrtprogramms, dessen Höhepunkt zweifellos der erfolgreiche Flug eines Taikonauten am 15. Oktober 2003 ist.

Doch zuvor im Jahr 1996 bei einem Besuch des damaligen Direktors der russischen Raumfahrt Agentur (RSA) wurde ein geheimes Raumfahrtskooperationsabkommen geschlossen und noch im selben Jahr wurde 2 Chinesen in der russischen Sternenstadt nahe Moskau zu Kosmonauten ausgebildet, die später selber Ausbilder wurden und die ersten 14 Taikonauten ausbildeten.

Ein weiteres wichtiges Datum ist der 20. November 1999, denn hier startete das erste Shenzhou Raumschiff vom Jiuquan Satellite Launch Center zu einem unbemannten eintägigen Testflug.

Shenzhou II-IV waren ebenfalls alle unbemannt, doch wurde man Zusehens mutiger, so blieb bereits Shenzhou II 8 Tage im All und umrundete dabei 108-mal die Erde. Hauptziel dieser Missionen, waren das Testen von Lebenserhaltungssystemen und das Lösen der Wiedereintrittsproblematik. Eine Besonderheit von Shenzhou IV war das Vorhandensein von zwei menschenähnlichen Dummies, wie sie auch bei Crashtests in der Automobilindustrie verwendet werden.

Da alle unbemannten Tests erfolgreich verliefen, war es nur eine Frage der Zeit, wann der erste chinesische Taikonaut das Tor zum Weltall aufstoßen würde. Wie bereits oben erwähnt, erfolgte der erste bemannte Start mit Shenzhou V am 15. Oktober 2003 und dauerte insgesamt 21 Stunden.

Rechnete man noch vor einem Jahr mit einem bemannten Start frühstens 2005, ist es umso erstaunlicher, welche Fortschritte China in der Raumfahrttechnik macht. Nun ist auch nicht mehr ausgeschlossen, dass eine bemannte Mondlandung im kommenden Jahrzehnt erfolgreich durchgeführt werden kann.

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