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MIR

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Die russische Raumstation MIR war von 1986 - 2001 in einem Orbit um die Erde und war bis dato die größte Raumstation. Sie hatte ein Gewicht von 135 t und ihr Name bedeutet übersetzt Frieden.

Insgesamt wurden 46 Flüge zur MIR gestartet und 104 Menschen betraten die Raumstation. Die meisten Besucher waren natürlich russische Kosmonauten, aber auch Astronauten aus verschiedenen Ländern statteten ihr einen Besuch ab. Des weiteren fand auf der MIR der erste privat finanzierte Besuch auf einer Raumstation statt, gewonnen hatten diesen die Britin Helen Sharman.

Die Station hatte ein Kernmodul als Wohnunterkunft und sechs Andockmodule für Versorgungsschiffe. Die Vorteile der Blockbauweise waren die Ausbau- und Upgrade-Fähigkeiten ohne den Kernblock zu beeinflussen. Das erste Modul wurde 1986 gestartet und fünf weitere Module für wissenschaftliche Experimente und zum Arbeiten wurde bis zum Jahr 1996 hinzugefügt.

Der Absturz wurde am 23. März 2001 durch die Triebwerke eines unbemannten Progress Frachters eingeleitet. Ungefähr 1500 Fragmente der Station mit einem Gewicht von 50 t sind nicht beim Wiedereintritt verglüht und sind wie geplant in den Pazifik gestürzt.

Neben den Erfolgen gab es leider auch eine ganze Reihe von Pannen. So gab es z. B. ein Feuer an Bord, eine Kollision mit einem unbemannten Progress Frachter und einen Angriff von Mikroben, die sich von Metall und Glas ernährten. Des weiteren gab es diverse Probleme mit dem eingesetzten Computer Salyut-5B.

Stichwort Mikroben

Mikroben und Pilze sind auch noch heute ein Problem auf einer Raumstation, denn während unbemannte Sonden fast vollständig desinfiziert werden können, ist das in einem Bereich wo Menschen leben und arbeiten nicht möglich. Deswegen reduziert man unter anderen die Luftfeuchtigkeit auf einer Raumstation auf 65-70%, da Mikroben unter solchen Bedingungen wesentlich schlechter wachsen können. Eine weitere Möglichkeit ist das gute alte Putzen.

Einen lesenswerten Artikel über die Gefahren von Mikroben und Pilzen hat der Boston Globe geschrieben. Hier ein Auszug daraus

The history books will never record it, but life in outer space was discovered about 12 years ago by a Russian cosmonaut as he was gazing out a window of the space station Mir.

A microbiologist, Natalia Novikova, eventually identified the growth as an aggressive space fungus.

And in the heavy radiation of space, Novikova and others said, these fungi could mutate into more virulent forms, possibly harming future space travelers... weiter

Core Modul

Das Kernmodul der russischen Raumstation MIR wurde am 20. Januar 1986, wie alle anderen Module auch, mit einer Proton Rakete gestartet und hatte große Ähnlichkeit zu den beiden früheren russischen Raumstationen Salyut-6 und Salyut-7.

Kvant-1 Modul

Ursprünglich für den Vorgänger der Mir, Salyut-7, entwickelt, bereicherte es die Station um ein Lagekontrollsystem, das Treibstoff unabhängig war. Stattdessen verwendete es insgesamt 12 elektrisch betriebene Auflagerkraft- Räder (electrically driven reaction wheels), bekannt als gyrodines, wovon allerdings nur 6 im Kvant-1 Modul lokalisiert waren, die restlichen 6 befanden sich im Kvant-2 Modul. Des weiteren war es mit wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet die Ultraviolett- und Röntgenstrahluntersuchungen erlaubten. Kvant-1 wurde am 30. März 1987 ebenfalls mit einer Proton Rakete gestartet.

Kvant-2 Modul

Das zweite Kvant Modul folgte am 26. November 1989 und war unterteilt in drei einzelne Sektionen. Jeder dieser Bereiche war durch eine Lukentür voneinander getrennt. Eine dieser Sektion beinhaltete eine große Luftschleuse, mit einer MMU (US Manned Maneuvering Unit) ähnlichen Ausrüstung für EVA`s (Außenmissionen). Des weiteren befand sich in diesem Modul eine rotationsfähige Plattform für Kameras und wissenschaftliche Instrumente.

Kristall Modul

Das Kristall Modul war als Multifunktionslabor für folgende Bereiche erdacht: Technologie, Material Entwicklung, Astrophysik und Geologie. Des weiteren hatte es ausfahrbare Solarpaneele und eine Anlegestelle für das sowjetische Space Shuttle Buran, an dessen Stelle aber nur das amerikanische Pardon angedockt hat. Damit das amerikanische Space Shuttle andocken konnte, wurde nachträglich eine spezielle Andockvorrichtung am Kristall Modul installiert.

Der erste Besuch eines Space Shuttles war im Juli 1995.

Spektr Modul

Eigentlich als streng geheimes Militärprojekt geplant, um unter anderem Antiraketen Abwehrsysteme zu testen, viel es dem Ende des Kalten Krieges zu Opfer. Durch die Kooperation zwischen den USA und Russland Mitte der 90er Jahre kam das Spektr Modul am 20. Mai 1995 dann doch noch zum Einsatz, allerdings wurde die militärische Ausrüstung durch eine Zivile ersetzt.

Aber das Spektr Modul wurde zum unglücklichsten Stück der MIR. 1997 wurde das Modul von einem unbemannt fliegenden Progress Frachter gerammt und beschädigt. Dadurch kam es zu einem Druckverlust, der beinahe der Crew das Leben gekostet hätte. Glücklicherweise konnte aber das Schlimmste verhindert werden.

Priroda Modul

Das Priroda Modul war das letzte geplante Modul der MIR und wurde am 23. April 1996 gestartet. Es war ähnlich dem Spektr Modul aufgebaut und sollte eigentlich nur der Fernerkundung dienen. Letztendlich wurde es aber auch mit wissenschaftlichen Instrumenten für Meteorologische- und Ionosphärische Forschungen ausgestattet

Rekorde

Kosmonaut Valery Polyakov blieb ununterbrochen 438 Tage an Bord.

Kosmonaut Sergei Avdeyev war während 3 separaten Missionen insgesamt 747 Tagen an Bord der MIR und ist damit der Rekordhalter für Weltraumaufenthalte.

Tragische Gestalten

Der Kosmonaut Sergei Krikalev wurde das Opfer des Zusammenbruchs der Sowjetunion, denn dadurch war der Kosmonaut auf der MIR gestrandet und konnte erst sehr viel später zur Erde zurückkehren.

Die Kosmonauten Vasiliy Tsibliev and Alexander Lazutkin haben auf der MIR die wohl aufregendsten Minuten ihres Lebens verbracht. Am 23 Februar 1997 kämpften sie ersten gegen ein Feuer an Bord und am 25. Juni 1997 rammte ein Progress Frachter die Station und es kam zum besagten Druckverlust.

Kosten

Die Bau- und Betriebskosten beliefen sich auf $ 4,2 Milliarden.

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