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Merkur Transit 2006

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Machen Sie ein Kreuz in Ihrem Kalender: Am Mittwoch, dem 8. November, wird der Planet Merkur direkt vor der Sonne vorbeifliegen. Der Durchgang beginnt um 14:12 EST (11:12 PST) und dauert mindestens 5 Stunden. Einen guten Anblick hat man von Amerika, Hawaii, Australien und entlang der pazifischen Randgebiete.

Wie wird es aussehen? Ein Bild sagt mehr als tausend Worte:

Während des Durchgangs wird Merkur´s winzige Scheibe -- tiefschwarz und perfekt rund -- langsam vor der Sonne entlang fliegen. Nur ein Fleckchen der Sonnenoberfläche ist dabei bedeckt, so dass es gefährlich bleibt direkt in die Sonne zu schauen. Mit einem passenden Filter und ein bisschen Vorstellungskraft kann der Merkur Durchgang dennoch eine wunderbare Erfahrung sein. 

Es gibt viele Wege die Sonne sicher zu beobachten, z.B. durch Sonnengläser oder durch eine Sonnenprojektion. In diesem Fall schlägt allerdings nichts ein Teleskop mit einem H-Alpha Filter. H-Alpha Filter sind so gefertigt, dass sie ausschließlich das rote Glühen des Wasserstoffs der Sonne durchlassen. Sie enthüllen die Sonne als ein kochendes Inferno, überzogen von dunklen, magnetischen Fäden und übersäht von Sonnenflecken. Warnung: Der Anblick des Merkur, wie er vor diesem Hintergrund entlang fliegt, könnte überwältigend sein. 

Rufen Sie einen Astronomieverein in Ihrer Nähe an und fragen, ob sie solche Sonnenteleskope haben. Amateurastronomen lieben es anderen den Himmel zu zeigen und es wird vermutlich jemand freiwillig sein Teleskop mitbringen um den Durchgang zu zeigen. (Sie können sich den Durchgang auch online, auf der SOHO Webseite anschauen -- ohne ein Teleskop zu haben.)

Hier etwas, über dass Sie nachdenken können, während Sie den Durchgang beobachten: Merkur ist richtig rätselhaft. Mehr als die Hälfte des Planeten ist uns unbekannt. Als     Mariner 10 Mitte der 70er Jahre an ihm vorbeiflog, konnte die Sonde nur 45% der von Kratern übersäten Oberfläche fotografieren. Was liegt auf der anderen Seite? Mehr Krater? Oder etwas völlig Unerwartetes? Es steht Ihnen frei zu spekulieren, da das nächste Raumschiff, dass Merkur besuchen wird, NASA´s MESSENGER Sonde ist, die den Orbit nicht vor dem Jahr 2011 erreichen wird. 

Eines der größten Rätsel an Merkur ist das seltsame Material an seinen Polen. Radar von der Erde hat Merkur angepeilt und ein starkes Echo von den Kratern an den Polen empfangen. Eine Erklärung wäre Eis. Während Merkurs Oberfläche sich bei Tageslicht auf bis zu 400° C aufheizt, erreicht die Temperatur in den dunklen Kratern an den Polen nur -200° C. Wenn ein vereister Komet in solch einem Krater gelandet wäre (oder ihn erschaffen hätte), würde das Eis des Kometen, verdampft durch den Einschlag, vielleicht wieder gefrieren und nun dort herumliegen. Skeptiker sagen jedoch, "es ist nur eine Theorie," eine von vielen, die MESSENGER prüfen wird.

Ein weiteres Rätsel sind Merkur´s Falten. Geologen nennen sie "gelappte Steilhänge." Wie die Runzeln auf einer Rosine, nimmt man an, dass die Falten Zeichen einer Schrumpfung sind. Merkur fällt eventuell in sich selbst zusammen, da der massive Eisenkern abkühlt  und sich zusammenzieht. Um dies zu prüfen, wird MESSENGER das Magnetfeld des Planeten kartografieren, das vom Kern stammt. Wenn der Kern kollabiert, hinterlässt der Zusammenbruch vielleicht verräterische Zeichen im Magnetfeld des Planeten. MESSENGER wird auch nach gelappten Steilhängen auf der unbekannten Seite von Merkur suchen, um zu sehen, ob dies wirklich ein globales Phänomen ist. 

Die Antworten liegen noch Jahre in der Zukunft. In der Zwischenzeit schauen wir und wundern uns, und der 8. November ist ein guter Tag dafür.

Quelle: Science@NASA

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