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Komplexe Meteorologie auf der Venus

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Die europäische Venus Express Sonde liefert neue Details des venusanischen Wolkensystems, das durch seine Komplexität beeindruckt.

Neue Nachtseiteninfrarotaufnahmen des Ultraviolet, Visible and Near-Infrared Mapping Spectrometer (VIRTIS) zeigen einen kleinen Ausschnitt der Wolkenstruktur.

Ein erstes Falschfarbenbild, bestehend aus drei Infrarotaufnahmen, wurde am 22. Juli aufgenommen, als die Sonde am weitesten, über 65.000 Kilometer, von der Oberfläche des Planeten entfernt war und es zudem gerade Nacht auf den Schwesterplaneten der Erde war.

Die Venus ist ein ganz spezieller Ort da auf ihr ein sich selbstverstärkender Treibhauseffekt stattfindet und der Planet obendrein von einer dicken Wolkenschicht umgeben ist, weshalb es erst der amerikanischen Sonde Magellan mit einem speziellen Radar (Synthetic Aperture Radar) gelang die Oberfläche des Planeten zu kartografieren.

Durch die Fähigkeit von VIRTIS Beobachtungen bei einer Wellenlänge von 1,7 Mikrometer durchzuführen gelang es auch Venus Express tief in die Wolkenstruktur hineinzublicken und unterschiedliche Farben repräsentieren unterschiedliche Temperaturen, da die von der hochofenheißen Oberfläche aufsteigende Wärmestrahlung sich nicht gleichmäßig verteilt. 

Das Aufnehmen der Bilder gestaltet sich dabei schwieriger als man vielleicht erwarten würde, da die Venusatmosphäre die dynamischste von allen terrestrischen Planeten ist und sehr schnell rotiert (in nur 4 Tagen, sind die Wolken einmal um den ganzen Planeten gezogen) und zudem noch in ihrer Form variiert.

„Die Meteorologie ist eine sehr komplizierte Materie für diesen Planeten“ so Giuseppe Piccioni. Es gibt zwar sich wiederholende Eigenschaften und Schemata, aber sie variieren kurzfristig in ihrer Position.

Indem man das Negativ der Bilder nimmt, kann man direkt die Wolkenstrukturen sehen und ihre Morphologie und Dynamik studieren. Bei Untersuchungen im 2,3 Mikrometerbereich wurde auch eine 2000 Kilometer lange und 500 Kilometer breite Wolkenstruktur untersucht und diese zeigt den bekannten und besonderen Wolkentyp der Venus. Wolken dieser Art bewegen sich aufgrund der Superrotation der Atmosphäre mit einer Geschwindigkeit von 360 Kilometern pro Stunde.

Eine Eigenart der Venus ist z.B. auch ein doppelter Vortex (Wirbel) am Südpol des Planeten, der eine ganze Region dominiert.

Quelle: ESA

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