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Hubble findet 16 Planetenkandidaten und bestätigt naheliegendsten Exoplaneten

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Das Hubble Weltraumteleskop entdeckte 16 Kandidaten für extrasolare Planeten um verschiedene Sterne und bestätigte den nahe liegendsten extrasolaren Planeten in nur 10,5 Lichtjahren Entfernung im Epsilon Eridani Sektor.

Die Zukunft des Hubbles steht noch in den Sternen, doch liefert das Weltraumteleskop auch nach 16 Jahren, in denen es dreimal von einem Shuttle zu einer Servicemission besucht wurde, immer noch wertvolle Informationen und atemberaubende Bilder, die unseren Horizont erweitern.

Die Suche konzentrierte sich auf die zentrale Region unserer Milchstraße, 26.000 Lichtjahre entfernt und wenn man die Ergebnisse extrapoliert kommt man zu dem Schluss, dass nicht weniger als 6 Milliarden jupiterähnliche Planeten in unserer Galaxis vorhanden sind.

Fünf der neuen extrasolaren Planeten stellen sogar einen bisher gänzlich unbekannt Typ dar, der bisher in keinem Sonnensystem beobachtet worden ist. Bei diesem Typ, Dubbed Ultra-Short-Period Planets (USPPs) genannt, handelt es sich um Welten die in weniger als einen Tag um ihren Zentralstern kreisen. Die kürzeste Periode beträgt gar nur 10 Stunden.

„Das Entdecken dieser kurzperiodischen Planeten war dabei eine riesen Überraschung“ sagt der Teamleiter Kailash Sahu vom Space Telescope Science Institute in Baltimore. „Unsere Ergebnisse liefern starke Beweise dafür das Planeten genauso reichlich vorhanden sind in anderer Teilen unserer Galaxie als in unserer Nachbarschaft“.

Und dies ist deshalb so interessant, da man eigentlich davon ausging das Planeten hauptsächlich in den Spiralarmen um sonnenähnliche entstanden sind und nicht in der Nähe der zentralen Region, die von  massereichen Ansammlungen wie Kugelsternhaufen und Riesensternen dominiert wird.

Hubbles Auflösung reicht aber nicht aus die 16 extrasolaren Planeten direkt abzulichten weshalb die Astronomen Hubble’s Advanced Camera for Surveys benutzten und das von den Sternen ausgestrahlte Licht analysierten und auf eine verräterische Verdunkelung achteten (wenn der Planet an der front des Planeten vorbeizieht). Dies nennt man Transit und mit dieser Methode lassen sich nur große jupiterähnliche Planeten aufspüren, die beim Transit 1-10 % des Sternenlichtes blockieren. Und diese gelten bisher nur als „Kandidaten“, da die Astronomen nur von 2 der 16 potenziellen Planeten die Masse bestimmt haben.

Der Planet, der dabei in Rekordzeit seinen Stern umkreist, wurde SWEEPS-10 genannt und ist nur 1,2 Millionen Kilometer vom Stern entfernt (etwa dreimal die Strecke Erde-Mond). Auf diesen herrscht aufgrund der kurzen Distanz eine Oberflächentemperatur von 1650°C und dieser muss mindestens 1,6 Jupitermassen besitzen, da ansonsten die Gravitationskraft des Sterns den Planeten buchstäblich auseinanderreißen würde.

Zwei der Planeten wurden übrigens durch das Very Large Telescope der europäischen Südsternwarte ESO bestätigt, da diese sehr massereich (3,8 und 9,7 Jupitermassen) sind und durch die gegenseitige Massenanziehung ihre Zentralsterne „stark“ in Wanken bringen.

Der nun von Hubble bestätigte extrasolare Planet im nur 800 Millionen Jahre alten Epsilon Eridani ist der nahe liegendste Planet außerhalb unseres Sonnensystems und gerade deshalb besonders wichtig für die Forschung.

Dieser kreist auf einer elliptischen Umlaufbahn um den Stern, der verglichen mit unserem Sonnensystem zwischen den Umlaufbahnen der Erde und des Jupiter liegt. Von besonderem Interesse für die Forschung ist auch die ausgedehnte Staubscheibe in diesem System, in der sich weitere Planeten bilden könnten.

Die Wissenschaftler sind sich sicher, dass dieser Planet kein Leben, so wie wir es kennen, beherbergen kann, aber aufgrund seiner Lage in der grünen Zone um die Sonne, in der die Temperaturen flüssiges Wasser erlauben, könnten seine bisher hypothetischen aber sehr wahrscheinlichen Monde von großer Bedeutung sein.

Quelle: ESA / Hubble Site

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