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Novarupta

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Im Juni 1912 brach Novarupta - ein Vulkan einer Kette von Vulkanen auf der Alaska Halbinsel - aus und es war der größte Ausbruch des 20. Jahrhunderts. Er war so gewaltig, dass er Magma unter einem anderen Vulkan, dem Mount Katmai, 10 Kilometer östlich gelegen, abzog und dafür sorgte, dass der Gipfel des Katmai kollabierte und sich ein Krater von fast einem Kilometer Tiefe formte. Novarupta stieß auch 4,8 Kubikkilometer Magma und Asche in die Luft aus, was eine Fläche von 4.800 Quadratkilometern mehr als 30 Zentimeter hoch bedeckte.

Obwohl der Ausbruch mit dem weit berühmteren des Krakatau, im Jahre 1883 in Indonesien, vergleichbar war und so nah an den Vereinigten Staaten stattfand, wurde er damals kaum beachtet, da das Gebiet so weit entfernt von englischsprachigen Menschen lag.

Fast 100 Jahre später kümmern sich die Forscher darum. Novarupta liegt nah dem Polarkreis und sein Einfluss auf das Klima scheint sich stark von dem "gewöhnlicher" tropischer Vulkane zu unterscheiden, was aus einer aktuellen Untersuchung durch Klimatologen hervorgeht, die dazu ein Computermodell der NASA nutzten.

Wenn irgendwo ein Vulkan ausbricht, stößt er mehr als nur Aschewolken aus, die ein Gebiet für einige Tage vom Sonnenlicht abschirmen und es abkühlen können. Er stößt auch Schwefeldioxyd aus. Wenn der Ausbruch genau senkrecht erfolgt, schießt dieses Schwefeldioxyd hoch in die Stratosphäre, mehr als 16 Kilometer über die Erde.

In der Stratosphäre reagiert das Schwefeldioxyd mit Wasserdampf und bildet Sulfate. Da diese Sulfate oberhalb des Regens schweben, werden sie nicht heraus gewaschen. Sie halten sich dort auf, reflektieren Sonnenlicht und kühlen die Erdoberfläche ab.

Dies kann für mehr als ein Jahr eine Art nuklearen Winter hervorrufen (in dem Fall einen "vulkanischen Winter"). Im April 1815 zum Beispiel, brach der Tambora Vulkan in Indonesien aus. Das darauf folgende Jahr 1816 wurde "das Jahr ohne Sommer" genannt, in dem in den Vereinigten Staaten Schnee im Juli fiel. Selbst der kleinere Ausbruch des Pinatubo im Juni 1991 auf den Philippinen, ließ die durchschnittliche Temperatur auf der nördlichen Hemisphäre im Sommer 1992 weit unter den Durchschnitt fallen. 

Diese beiden Vulkane, wie auch der Krakatau, liegen in tropischen Gebieten.

Novarupta liegt genau südlich des Polarkreises.

Mit Hilfe eines Computermodells der NASA, hat Prof. Alan Robock von der Rutgers University und Kollegen, am Goddard Institute for Space Studies (GISS), herausgefunden, dass der Einfluss von Novarupta auf das Weltklima anders gewesen wäre. (Ihre Forschung wurde von der National Science Foundation finanziert.)

Robock erklärt: "Die durchschnittliche Zirkulation der Stratosphäre reicht vom Äquator zu den Polen, so dass Aerosole von tropischen Vulkanen sich meist über alle Breitengrade hinweg ausdehnen, nördlich und südlich des Äquators." Aerosole würden daher schnell über allen Teilen des Globus kreisen.

Das NASA GISS Klimamodell zeigte aber, dass Aerosole aus arktischen Ausbrüchen wie Novarupta dazu tendieren nördlich des 30° Breitengrades zu bleiben -- was heißt, dass sie nicht weiter südlich wandern als bis zu den Vereinigten Staaten und Europa. In der Tat würden sie sich nur sehr langsam mit dem Rest der Erdatmosphäre vermischen. 

Diese Blockade von Novarupta's Aerosolen im Norden würde, seltsam genug, in Indien bemerkt werden. Ausgehend von dem Computermodell hätte der Novarupta Ausbruch Indien´s Sommer Monsun abgeschwächt und einen "anormal warmen und trockenen Sommer über Nordindien hervorgerufen," sagt Robock.

Warum Indien? Die Abkühlung der nördlichen Hemisphäre durch Novarupta würde eine Kette von Ereignissen in Gang setzten, welche die Land- und Seetemperaturen beeinflussen, den Luftweg über dem Himalaya und, schlussendlich Wolken und Regen über Indien. Es ist höllisch Komplex. Aus diesem Grund benötigt man auch Supercomputer für die Berechnungen.

Um die Ergebnisse zu prüfen, untersuchen Robock und Kollegen Wetter und Flussdaten aus Asien, Indien und Afrika, aus dem Jahr 1913, dem Jahr nach dem Novarupta Ausbruch. Außerdem untersuchen sie die Konsequenzen anderer Ausbrüche in hohen Breitengraden des vergangenen Jahrhunderts.

Müssen Indianer ein Auge auf arktische Vulkane werfen? Der GISS Computer sagt nein.

Quelle: Science@NASA

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