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Ein umgedrehter Sonnenfleck

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Am 31. Juli entstand ein winziger Sonnenfleck. Er kam aus dem Inneren der Sonne, zog ein bisschen herum und verschwand nach einigen Stunden wieder. Auf der Sonne geschieht so etwas ständig und, normalerweise, würde man es nicht gesondert erwähnen. Dieser Sonnenfleck war allerdings etwas besonderes: Er war verkehrt herum.

"Wir haben darauf gewartet," sagt David Hathaway, ein Sonnenphysiker am Marshall Space Flight in Huntsville, Alabama. "Ein solcher Sonnenfleck ist ein Zeichen dafür, dass der nächste Solare Zyklus beginnt."

"Umgedreht" bedeutet magnetisch umgedreht. Hathaway erklärt:

Sonnenflecken sind Magneten von der Größe eines Planeten, die durch den inneren magnetischen Dynamo der Sonne erzeugt werden. Wie alle Magneten im Universum haben Sonnenflecken magnetische Nord- (N) und Südpole (S). Der Sonnenfleck vom 31. Juli tauchte bei 65° westlicher Länge und 13° südlicher Breite auf. Sonnenflecken in diesem Gebiet sind normalerweise N-S gerichtet. Der Neuling jedoch war S-N, entgegengesetzt der Norm.

Ein Bild ist mehr wert als 1000 Worte. In der magnetischen Karte der Sonne, unten, N ist weiß und S ist schwarz. Der umgedrehte Sonnenfleck ist eingekreist:

Dieser winzige Fleck mit umgekehrter Ausrichtung ist entscheidend aufgrund seiner eventuellen Vorhersage: Ein wirklich großer Sonnenzyklus.

Die Sonnenaktivität steigt und fällt in einem 11-jährigen Zyklus. Derzeit ist die Sonne ruhig. "Wir sind nahe dem Ende des 23. Sonnenzyklus, der seinen Höhepunkt 2001 hatte," erklärt Hathaway. Der nächste Zyklus, Sonnenzyklus 24, sollte "jederzeit" beginnen und die Sonne in einen stürmischen Zustand versetzen.

Betreiber von Satelliten und Missionsplaner der NASA warten mit Spannung auf den nächsten Sonnenzyklus weil erwartet wird, dass er außerordentlich stürmisch sein wird, vielleicht der stürmischste in Jahrzehnten. Sonnenflecken und solare Flares werden im Überfluss auftreten und helle Polarlichter auf der Erde hervorrufen, sowie gefährliche Protonenstürme im All: Vollständiger Artikel.

Aber wann wird der 24. Sonnenzyklus beginnen?

"Vielleicht hat er dies schon -- am 31. Juli," sagt Hathaway. Der erste Fleck eines neuen Sonnenzyklus ist immer umgedreht. Sonnenphysiker wissen seit langem, dass die Magnetfelder von Sonnenflecken ihre Polarität von Zyklus zu Zyklus umdrehen. N-S wird zu S-N und umgekehrt. "Der umgedrehte Sonnenfleck ist vielleicht der erste des 24. Zyklus."

Es klingt aufregend aber Hathaway ist aus mehreren Gründen vorsichtig: 

Zuerst, der Sonnenfleck war nur 3 Stunden vorhanden. Normalerweise halten Sonnenflecken Tage, Wochen oder sogar Monate. Drei Stunden ist extrem flüchtig. "Er kam und ging so schnell, dass er nicht einmal eine offizielle Nummer bekommen hat," sagt Hathaway. Die Astronomen, verantwortlich für die Nummerierung, erachteten ihn nicht als würdig!

Zweitens, der Breitengrad des Flecks ist verdächtig. Flecken eines neuen Zyklus tauchen fast immer bei mittleren Breitengraden auf, um 30° N oder 30° Süd. Der umgedrehte Sonnenfleck tauchte bei 13° S auf. "Das ist seltsam."

Diese Seltsamkeiten halten Hathaway davon ab, den Beginn eines neuen Sonnenzyklus zu deklarieren. "Es sieht aber viel versprechend aus," sagt er.

Selbst wenn der 24. Zyklus wirklich begonnen hat, "erwarten Sie keine großen Stürme, die jetzt auf der Stelle auftreten." Sonnenzyklen dauern 11 Jahre und brauchen Zeit um sich aufzubauen. Für eine Zeit, vielleicht 1 oder 2 Jahre, werden der 23. und 24. Zyklus sogar die Sonne teilen und einen Mischmasch aus verschieden ausgerichteten Sonnenflecken hervorrufen. Letztendlich wird dann der 24. Zyklus die Sonne übernehmen; dann wird das Feuerwerk wirklich beginnen.

In der Zwischenzeit plant Hathaway, ein Auge auf weitere umgedrehte Sonnenflecken zu werfen.

Quelle: Science@NASA

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