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Geologisch erdähnliches Land auf Titan entdeckt

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Neue Radarbilder der Cassini Sonde enthüllen ähnliche geologische Eigenschaften wie auf der Erde, in der Xanadu Region, einer Region die in etwa so groß ist wie Australien und sich in einer hellen Region auf dem Saturnmond Titan befindet.

Die neuen Radarbilder zeigen einen 4500 Kilometer langen Streifen, der vom dunkleren Terrain umgeben ist und die ganze Szenerie erinnert an eine freistehende Landmasse. In der westlichen Region liegen dunkle Sanddünen die von einem flussartigen Netzwerk, Hügeln und Tälern durchkreuzt werden.

Die netzwerkartige Struktur verläuft in die dunkleren Gebiete und es sieht so aus, als ob es sich hierbei um Seen handelt. Des weiteren ist ein möglicher Einschlagskrater sichtbar, der aber nicht zwangsläufig von einem Asteroideneinschlag herstammen muss sondern auch durch Wasservulkanismus geformt worden sein kann. Fernen sind in der Region auch appalachengroße Berge zu erkennen.

„Wir können nur spekulieren welcher Natur dieser mysteriöse helle Streifen ist, da dieser für erdgebundene und weltraumbasierte Teleskope zu weit entfernt ist. Doch nun, Cassini’s mächtige Radaraugen ersetzen Spekulationen durch Fakten“ sagt Dr. Jonathan Lunine von der University of Arizona in Tucson. „Überraschenderweise hat diese kalte, weit entfernte Region geologische Eigenschaften wie auf der Erde.“

Titan ist ein zwiespältiger Ort, verhüllt durch eine Dunstglocke aus Kohlenwasserstoffen. Weshalb ein optischer Blick auf die Oberfläche verwehrt bleibt und man auf Hilfsinstrumente wie Cassini’s Radar angewiesen ist, das ähnlich wie ein Echolot funktioniert, indem es Strahlen aussendet und misst wann die reflektierenden Strahlen zurückkommen. Dabei entsprechen die hellen Gebiete rauem und verstreutem Terrain, während die dunkleren Regionen ebener sind oder auch mehr Licht absorbieren, weshalb es sich um eine Flüssigkeit handeln könnte.

Die Xanadu wurde als erstes vom Hubble Weltraumteleskop anno 1994 im Infrarotlicht entdeckt und am 30. April 2006 durch Cassini’s Radaraugen untersucht. Die Ergebnisse zeigen eine Region welche durch Winde, Regen und dem fließen einer Flüssigkeit modifiziert wurde. Doch aufgrund der niedrigen Temperaturen die auf Titan herrschen kann es sich dabei nicht um flüssiges Wasser handeln und wahrscheinlicher ist, das es sich um flüssiges Methan oder Ethan handelt.

Die Auswertung der europäischen Huygens Daten zeigte ebenso wie Daten der in den 80ern vorbeifliegen Voyager Sonde, das bei den dunklen Regionen sowohl Methanregen als auch dunkle orangefarbene Kohlenwasserstoffe wie Ruß vom dunklen Himmel fallen.

Deswegen ist es wahrscheinlich, dass in der Xanadu Region Methanregen die flussähnlichen Strukturen geformt hat.  

Schon morgen am 22. Juli wird die Cassini Sonde wieder an Titan vorbeifliegen und diesmal die nördlichen Breitengrade erforschen. Doch in den nächsten 2 Jahren wird die Sonde noch 29 Mal am Titan vorbeifliegen und noch mindestens 12 Mal ihr Radar einsetzen.

Quicktime Movie von der Region (6,7 MB)

Quelle: JPL

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