Poll: Weltraumtourismus
Für welchen Betrag würdest du ins All fliegen?
Home | News | Chandras Antwort auf das Paradoxon Schwarzer Löcher

Chandras Antwort auf das Paradoxon Schwarzer Löcher

Font size: Decrease font Enlarge font

Das Röntgenstrahlspektrum eines Doppelsternsystems bestehend aus einem Schwarzen Loch und einem normalen Stern deutet darauf hin, dass turbulente Winde aus Millionen Grad heißem Gas um das Schwarze Loch herumwirbeln.

Dabei wird, wie die Illustration verdeutlich, der Großteil des Gases spiralförmig ins Schwarze Loch gezogen, doch etwa 30 % werden weg geweht.

Die Temperatur und die Intensität der Winde deuten darauf hin, dass mächtige Magnetfelder vorhanden sein müssen. Diese Magnetfelder, die wahrscheinlich vom Gasfluss des Begleitsterns getragen werden, kreieren magnetische Turbulenzen, die innerhalb der Gasscheibe Reibung erzeugen und Winde entgegen die Bewegungsrichtung nach außen hin drücken. Die magnetische Reibung erhitzt dabei auch das Gas auf Röntgenstrahlen produzierende Temperaturen.

Die Analyse der Scheibenwinde von GRO J1655-40, oder kurz auch als J1655 bezeichnet, bestätigt was Astronomen schon lange vermutet haben, nämlich das die magnetische Reibung wichtig für das Verständnis ist, wie Schwarze Löcher Materie so schnell beschleunigen können.

J1655 ist ein Doppelsternsystem mit einem Schwarzen Loch das die siebenfache Masse unserer Sonne besitzt und von einem normalen Stern mit der zweifachen Masse der Sonne Materie abzieht. Die Beobachtungen mit Chandra brachten dabei eine helle Röntgenstrahlquelle ans Licht, dessen Spektrum einige Abfälle durch Absorption von weit reichenden Atomen (von Sauerstoff bis Nickel) aufweist. Eine detaillierte Studie dieser Absorptionseigenschaften zeigt, dass diese Atome hochgradig ionisiert sind und sich mit Hochgeschwindigkeit vom Schwarzen Loch wegbewegen.

Das Verständnis der Wirkung der magnetischen Kräfte in der Gasscheibe um J1655 könnte weit reichende Folgen haben, von supermassiven Schwarzen Löchern über Quasare bis hin zu protoplanetare Scheiben um junge sonnenähnliche Sterne.

Quelle: Chandra X-Ray Observatory Center

Comments (0 posted):

Post your comment comment

Please enter the code you see in the image:

  • email Email to a friend
  • print Print version
  • Plain text Plain text
Tags
No tags for this article
Rate this article
0