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Ein nüchterner Ratschlag für Schürfer auf dem Mond

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Lange bevor David Beaty stellvertretender Chefwissenschaftler für NASA´s Marsprogramm wurde, war er ein Schürfer. Beaty verbrachte 10 Jahre damit, in entlegenen Gebieten der Erde nach wertvollen Metallen zu suchen und weitere 12 Jahre mit der Jagd nach Öl.

Und dies qualifiziert ihn für die NASA zu arbeiten? Genau.

Beaty besitzt die Art von Erfahrung welche die NASA benötigt, als eine Organisation die sich auf die Durchführung der Vision for Space Exploration vorbereitet. "Bergbau und Schürfen werden die wichtigsten Fähigkeiten sein, die Siedler auf dem Mond und Mars benötigen," erklärt er. "Wir können ihnen Luft, Wasser und Treibstoff von der Erde schicken aber letzten Endes müssen sie lernen von ihrer Umgebung zu leben, die lokalen Resourcen zu nutzen, um ihre notwendigen Bedürfnisse zu stillen."

Auf dem Mond zum Beispiel, hoffen die Missionsplaner gefrorenes Wasser in den dunklen Gebieten der Krater an den Polen zu finden. Wasser kann zu Wasserstoff für Raketentreibstoff und Sauerstoff zum Atmen gespalten werden. Wasser kann man auch trinken und als Bonus ist es eines der besten bekannten Strahlenschutzschilder. "In vielen Jahren," bemerkt Beaty, "wird Wasser der Schlüssel für eine dauerhafte menschliche Präsenz sein." Schürfen nach Eis auf dem Mond könnte eine große Industrie werden.

Beaty hat in seiner langen Karriere als Schürfer, Forscher und Bergmann auf der Erde eine Menge gelernt. Nun, mit einem Auge auf die anderen Welten, hat er 4 Weisheiten für Schürfer im Sonnensystem aufgestellt, die er "Dave´s Postulate" nennt:

Postulat #1: "Wunschdenken ist kein Ersatz für wissenschaftliche Beweise."

"Auf der Erde verleihen Banken nur Geld für nachgewiesene Lagerstätten. Aus der Sicht einer Bank ist alles was weniger als bewiesen ist, nicht vorhanden. Viele Schürfer mussten aufgrund dieser Lektion ihr Lehrgeld zahlen," lacht er. 

Für die NASA ist der Einsatz höher als der Gewinn. Das Leben der Astronauten könnte in der Schwebe hängen. "Nachgewiesene Ressourcen auf dem Mond könnten dazu führen, dass man meint ausreichend Vertrauen zu haben, dass Leben der Astronauten bei der Suche danach zu riskieren."

Was ist notwendig einen Vorrat zu "beweisen" -- was heißt, dass man mit Sicherheit weiß, dass eine Ressource in ausreichender Menge existiert damit sie produziert werden kann?

"Das hängt von der Natur des Lagers ab," erklärt Beaty. "Bei der Suche nach Öl auf der Erde kann man ein Loch bohren, den Druck messen und berechnen, wie viel Öl vorhanden ist. Man weiß, dass Öl vielleicht in einer Umgebung von 30 Metern existiert, da Flüssigkeiten fließen. Auf der Suche nach Gold muss man jedoch Löcher mit einem Abstand von 30 Metern bohren und die Konzentration des Goldes alle 1,5 Meter überprüfen. Das liegt daran, dass die feste Erde heterogen ist. 30 Meter entfernt ist der Fels vielleicht vollständig anders."

Über die Lagerstätten auf dem Mond weiß man nicht so genau bescheid. Ist das Eis auf dem Mond ausgedehnt oder lückenhaft, tief oder oberflächennah? Existiert es überhaupt? "Wir wissen es nicht," sagt Beaty. "Wir haben noch eine Menge zu lernen."

Postulat #2: "Man kann kein Vorkommen definieren ohne zu spezifizieren, wie es gewonnen werden kann. Wenn man es nicht abbauen kann, ist es nutzlos." Genug gesagt.

Postulat #3: "Vollständiges Wissen ist nicht möglich. Die Erforschung kostet Geld und wir können es uns nicht leisten alle Informationen zu kaufen, die wir haben möchten. Wir müssen eine Wahl treffen, entscheiden welche Information wichtig ist und welche nicht."

Er bietet das folgende, hypothetische Beispiel an:

"Nehmen wir an, wir entscheiden uns einen Roboter, mit einem kleinen Bohrer und einem Labor, in den Shackleton Krater zu schicken, einem Ort auf dem Mond, von dem man annimmt, dass dort Eislager vorkommen. Wir müssen sehr genau über das Labor nachdenken. Vielleicht kann es nur zwei Instrumente beinhalten. Was sind die zwei wichtigsten Dinge, die wir wissen müssen?"

"Nehmen wir weiter an, dass jemand auf der Erde eine Maschine erfunden hat, die Wasser aus dem Mondboden gewinnen kann. Sie funktioniert aber nur, wenn das Eis nah an der Oberfläche liegt und nicht zu salzig ist." Die Entscheidung ist getroffen. "Wir rüsten den Roboter am Besten mit Instrumenten aus, die den Salzgehalt des Eises und seine Tiefe im Bohrloch messen."

Schließlich, Postulat #4: "Unterschätzen Sie nicht die potenziellen Effekte der Heterogenität. Die Gebiete des Mondes sind ebenso wenig gleich wie auf der Erde. Es kommt also darauf an, wo man landet."

Wenn Geologen und Techniker zusammenarbeiten bei der Umsetzung dieser Regeln, sagt Beaty, wird das Leben in einer fremden Welt vielleicht doch nicht so schwierig sein.

Quelle: Science@NASA

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