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Hubble liefert spektakuläre Details vom Auseinanderbrechen eines Kometen

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Das von der NASA und ESA gemeinsam betriebene Weltraumteleskop Hubble, dessen Schicksal immer noch nicht endgültig geklärt ist, liefert Astronomen einen außergewöhnlichen Blick auf den Kometen 73P/Schwassmann-Wachmann 3, der noch immer in seine Einzelteile zerfällt.

Dabei lieferte das Hubble Details über bisher unbekannte Fragmente, die bodenbasierten Teleskopen verborgen geblieben sind und darüber hinaus auch wertvolle Informationen über den Kern des Kometen.

Wie bereits in unserem Artikel „Mini-Kometen nähern sich der Erde“ erwähnt, zerfällt der Komet 73P/Schwassmann-Wachmann 3 bereits seit dem Jahr 1995 in seine Einzelteile und zieht in den nächsten Tagen so dicht an der Erde vorbei, wie schon seit Jahrzehnten kein Komet mehr. (Die dichteste Annäherung haben die Kometenbruchstücke am 12. Mai, diese sind dann nur 11,7 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, dies entspricht in etwa 30 Mal der Strecke Erde- Mond).

Der Komet besteht heute aus einer Kette von etwa drei Dutzend einzelner Fragmente, die sich über mehrere Grad am Himmel erstrecken. Aufnahmen von Hubble belegen dabei, dass einzelne Fragmente des Kometen immer noch weiter auseinander fallen und entdeckte zahlreiche weitere Minifragmente, die den größeren Brocken schweifartig folgen.

Tiefgefrorene Relikte des frühen Sonnensystems des Kometenkerns bestehen dabei aus einem losen Mix aus Eis- und Staubteilchen und können leicht durch Gezeitenkräfte auseinander brechen, wie auch der Komet Shoemaker-Levy 9 im Jahr 1992 eindrucksvoll gezeigt hat, als der Komet aufgrund der Gravitationskräfte von Jupiter in 9 größere Teile zerbrochen ist, die allesamt zwei Jahre später wie an einer Perlenschnur auf den Planeten stürzten. Aber auch ein explosives knallen wie bei einem Champagnerkorken ist möglich bei einem Ausbruch von eingeschlossenen Gasen, ebenso wie das Auseinanderbrechen aufgrund des thermischen Druckes in Sonnennähe.

„Katastrophale Zusammenbrüche sind das ultimative Schicksal der meisten Kometen“ so der Astronom Hal Weaver von der Johns Hopkins University.

Entdeckt wurde der Komet übrigens von den beiden deutschen Astronomen Arnold Schwassmann und Arno Arthur Wachmann 1930 als sie bei Fotoaufnahmen nach Asteroiden suchten und den Kometen in etwa 9 Millionen Kilometer Entfernung entdeckten. Der Komet befindet sich auf einen Orbit um die Sonne, die er alle 5,4 Jahre umkreist, wurde aber bis zum 1979 nicht mehr beobachtet und konnte auch 1985 nicht entdeckt werden.

Am 12.- 14. Mai haben dann selbst Amateurastronomen die Gelegenheit einen Blick auf die Überreste des Kometen zu werfen, wenn diese durch die Sternbilder Schwan und Pegasus fliegen.

Quelle: Hubble Site

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