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Die Venus trifft einen Planeten namens George

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Diesen Monat weist die Venus auf einen Planeten hin, den man mit bloßem Auge sehen kann und den Astronomen der Antike unerklärlicherweise nicht entdeckten.

Die Menschen in der Antike hatten kein Fernsehen oder elektrisches Licht. Also, wenn die Sonne am Abend unterging, bekamen sie ihre Unterhaltung durch die Beobachtung des Himmels. Und es war unterhaltsam. Ohne störende Lichter sah die Milchstraße spektakulär aus. Meteore huschten über den Himmel. Zodiakallichter folgten dem Sonnenuntergang.

Von speziellem Interesse waren die 5 Planeten, welche man mit bloßem Auge sehen konnte. (Es gab damals auch keine Teleskope.) Unzählige Stunden wurden mit der Beobachtung von Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn verbracht, von deren Bewegungen man annahm, dass sie die Geschicke der Menschheit beeinflussten.

Würden Sie glauben, dass sie einen übersahen? Es gibt einen 6. Planeten, den man ohne Teleskop sehen kann, einen Planeten namens George.

"George" ist nicht so hell wie die anderen, aber er ist da, scheint wie ein wasser-blauer Stern der Helligkeit 6. Er ist 4 Mal größer als die Erde und hat mehr als 30 Monde sowie ein Dutzend dünne Ringe. George umkreist die Sonne alle 84 Jahre einmal, dreht sich dabei ständig, als ob etwas ihn umgehauen hat.

George ist besser bekannt als Uranus.

Der englische Astronom William Herschel entdeckte den Planten im Jahr 1781, während einer Beobachtung des Tierkreises. Er nannte ihn Georgium Sidus (der Georgian Planet), um seinen Patron, König George III., zu ehren. Später wurde George, zur Freude aller Schüler, in Uranus umbenannt, den griechischen Gott des Himmels.

Uranus wurde schon vorher oft beobachtet aber immer für einen Stern gehalten. Die früheste aufgezeichnete Beobachtung war 1690, als der Astronom John Flamsteed ihn als 34 Tauri katalogisierte, den 34. Stern im Stier. Wir können den Fehler nachvollziehen. Uranus ist so weit entfernt von der Sonne, dass er für das bloße Auge aussieht wie ein Stern. Und er bewegt sich so langsam; man muss ihn für Jahrzehnte beobachten, bis man feststellen kann, dass er ein Wanderer ist -- oder im alten Griechisch, ein  planētēs.

Heute ist Uranus kaum noch zu sehen. Der Planet leuchtet natürlicherweise schwach und die Lichter der Städte überdecken ihn vollständig. Niemand bemerkt, wenn Uranus über uns segelt.

Trotzdem können Sie Uranus diesen Monat sehen. Ein anderer Planet führt Sie zu ihm.

Am 17., 18. und 19. April haben Venus und Uranus eine nahe Begegnung am dämmrigen Morgenhimmel. Schauen Sie einfach vor Sonnenaufgang nach Osten. Als Hinweis, Venus wird nicht überstrahlt. Sie ist so hell, dass die Leute oft meinen es handelt sich um ein landendes Flugzeug. Beobachten Sie Venus einfach mit einem Fernglas (oder einem kleinen Teleskop) und Sie werden Uranus genau daneben sehen. Wenn der Himmel sehr dunkel ist, sind Sie vielleicht in der Lage Uranus mit dem bloßen Auge zu sehen.

Am 17. April wird das Paar nur ein Grad auseinander sein, der breite Ihres kleinen Fingers bei ausgestrecktem Arm. Am 18. sind sie noch dichter beieinander, 0,3 Grad. Am 19. vergrößert sich der Abstand wieder auf ein Grad.

Der Blick durch ein Amateurteleskop sollte prächtig sein. Die helle Venus hat Phasen, und derzeit erscheint sie wie ein winziger Halbmond. Uranus ist derweil eine kleine blau-grüne Scheibe, klar ein Planet.

Stellen Sie Ihren Wecker und sehen was die Menschen in der Antike verpasst haben.

Quelle: Science@NASA

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