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Venus Express steht kurz vor der Ankunft am Schwesterplaneten der Erde

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Die europäische Venus Express Sonde wird in wenigen Tagen ein entscheidendes Manöver vollziehen, das Einschwenken in eine Umlaufbahn um den Planeten Venus.

Erst diesen Monat schaute die Öffentlichkeit auf die NASA und ihren Mars Reconnaissance Orbiter, bei dem Versuch in einen Marsorbit einzuschwenken, einem als kritisch geltenden Manöver, bei dem schon die ein oder andere Raumsonde verloren gegangen ist. Am 11. April steht nun die europäische Raumfahrtorganisation ESA mit ihrer Venus Express im Fokus, denn dann wird zum ersten Mal eine europäische Sonde den Schwesterplaneten der Erde untersuchen.

Das Einschwenken in die Umlaufbahn erfordert dabei eine Triebwerkzündung und verschiedene (Flug)Manöver. So ist es notwendig die Venus Express Sonde, die sich relativ zum Planeten mit 29.000 km/h bewegt, um etwa 15 Prozent abzubremsen, damit die Raumsonde von der Schwerkraft des Planeten „eingefangen” werden kann.  

Um 8:03 Uhr ist es dann soweit, die Sonde wird ihre Triebwerkdüse in Bewegungsrichtung drehen und um 9:19 Uhr für ungefähr 51 Minuten das Haupttriebwerk zünden. Um das Risiko einer übermäßigen mechanischen Belastung dabei herabzusetzen, werden auch die Solarpaneele in eine geeignete Position gebracht.

Im Verlauf der darauf folgenden Tage erfolgen eine Reihe zusätzlicher Triebwerkszündungen zum Absenken des Apozentrums (planetenfernster Punkt) der Umlaufbahn und Erreichen des Perizentrums (planetennächster Punkt). Ziel ist es, bis Anfang Mai einen 24-stündigen Orbit um den „Treibhausplaneten“ zu erreichen.

Während der Triebwerkzündung geht die Raumsonde außerdem in Okkultation. Das bedeutet, dass sie im Funkschatten des Planeten verschwindet und für fast zehn Minuten keine Daten zur Erde senden kann. Erst mit dem Austritt aus dem Funkschatten um 09.56 Uhr und dem eintreffen der Daten auf der Erde werden die Flugkontrolleure wissen, ob das Manöver wie geplant geglückt ist.

Aufgrund ihrer günstigen geographischen Lage wird die Mission durch das Deep Space Network der NASA und hier insbesondere durch die 70 Meter große Schüssel in Madrid unterstützt. Die normale Kommunikation mit der Sonde erfolgt über die neue 35 Meter große Antenne für Deep Space Missions der ESA, aus dem spanischen Cebreros.

Die Venus Express Mission ist relativ preisgünstig, da bei ihr auf Teile der Mars Express Sonde zurückgegriffen wurde und sie ist die erste Mission seit der amerikanischen Magellan Sonde (1990-94) welche den Planeten, für mindestens 2 Venustage (immerhin 500 Erdentage), erforschen wird.

Quelle: ESA

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