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XMM-Newton und der Kannibalismus der Sterne

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Das europäische XMM-Newton hat riesige Wolken superheißen Gases gesehen, die um kleinere Sterne herumwirbeln und von Sternen stammen, die gerade 'aufgefressen' werden.

Die Wolken variieren dabei in ihrer Größe von einige hunderttausend Kilometern zu einigen Millionen Kilometern. Ihre Zusammensetzung besteht aus Eisendampf und anderen Chemikalien bei einer Temperatur von einigen Millionen Grad Celsius. Aufgrund der hohen Temperatur verlieren die Eisenatome ihre Elektronen, was auch als Ionisation bekannt ist.

„Dieses Gas ist extrem heiß, viel heißer als die äußere Atmosphäre der Sonne“ sagt Maria Díaz Trigo vom European Science and Technology Research Centre (ESTEC).

Die Entdeckung wurde gemacht als XMM-Newton sechs so genannter „low-mass X-ray binary“ (LMXBs) beobachtete. Dabei handelt es sich um Sternenpaare bei dem ein Objekt der winzige Kern eines toten Sterns ist.

Mit einem Durchmesser von gerade einmal 15-20 Kilometern besitzt jeder diese Kerne die Größe eines Asteroiden, dennoch besitzen diese gewaltige Gravitationskräfte, da sie extrem dicht gepackt sind und auf ihren geringen Durchmesser eine größere Masse, als die unserer Sonne verteilen.

Aufgrund der starken Anziehungskraft dieser Objekte ziehen diese Material von „lebendigen“ Begleitsternen ab. Dieses Gas wandert spiralförmig zu den Neutronensternen und bildet um diese eine Scheibe, bevor das Material auf die Oberfläche stürzt (manchmal auch als accretion (Anwachsen) bezeichnet).

Die neuen Beobachtungen lösten dabei ein altes Puzzel an dem die Astronomen schon seit Dekaden gebastelt haben, da es im Röntgenstrahlenbereich immer wieder zu einem blinken kam, das nicht ausreihend durch Simulationen erklärt werden konnte.

Erst XMM-Newton fand heraus, das dies an dem ionisiertem Eisen liegt. „Es bedeutet, dass diese Wolken viel heißen sind als erwartet“ so Díaz. So dass angepasste Simulationen ein besseres Verständnis für dasLeuchtverhalten liefern.

Von den LMXBs sind etwa 100 auch in unserer Milchstraße beheimatet und überfluten den Raum mit Röntgenstrahlen. Jeder von ihnen ist dabei auch ein stellarer Glutofen.

Quelle: ESA

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