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Mars Reconnaissance Orbiter schwenkt erfolgreich in den Marsorbit ein

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Gestern gegen 23:25 Uhr unserer Zeit ist die neuste Marssonde erfolgreich in einen Orbit um den Roten Planeten eingeschwenkt. Als die Meldung des erfolgreichen Manövers im Kontrollzentrum des JPL ankam, brach dort alles in Jubel aus.

Das Einschwenken in einen Orbit um einen Planeten ist immer ein kritischer Moment, insbesondere bei einer Marsmission, denn zahlreiche Sonde sind schon gescheitert, weil ein defekter Transistor vorlag, ein Fehler bei der Umrechnung von Einheiten begangen wurde, oder ganz einfach der Bordcomputer oder die Triebwerke versagten. Mehr dazu in unserem Special – Die Erforschung des Roten Planeten.

Zuletzt scheiterten dabei der Mars Polar Lander (1999) an einem zu frühen abschalten der Bremstriebwerke und der Mars Climate Orbiter (1998) an einem peinlichen Umrechnungsfehler. Erst der Mars Odyssey Sonde gelang 2001 das „Kunststück“ erfolgreich in eine Umlaufbahn um den Mars einzuschwenken, wo sich die Sonde neben der Mars Global Surveyor Sonde und auch der europäischen Mars Express Sonde noch immer befindet.

Der am 12. August gestartete Mars Reconnaissance Orbiter ist dabei die leistungsfähigste Sonde, die jemals zu einem anderen Planeten geschickt wurde und glänzt mit beeindruckenden technischen Daten. So wird die Sonde mehr Daten zur Erde schicken, sobald ihre wissenschaftliche Mission begonnen hat, als alle anderen Sonden zuvor zusammen.

Die Sonde zündete für ein erfolgreiches Einschwenken in die Marsumlaufbahn ihre Haupttriebwerk und verlangsamte so ihre Geschwindigkeit, bis die Sonde durch das Marsgravitationsfeld eingefangen wurde.

Ob dieses Manöver geglückt war, konnten die Ingenieure erst feststellen, als die Sonde auf der anderen Seite des Planeten wieder aus dem Marsschatten heraustrat, ihre Antenne in Richtung Erde drehte und mit der Übertragung begann. Und aufgrund der großen Entfernung zwischen Mars und Erde brauchten die Signale selbst mit Lichtgeschwindigkeit einige Minuten, bevor sie durch das Deep Space Network der NASA (Madrid, Goldstone in Kalifornien) empfangen werden konnten.

Da bisher alle Systeme wie geplant funktionieren, wird die Sonde in etwa einer Woche mit dem Areobraking Manöver beginnen und von einem ausgeprägten elliptischen in einen niedrigen, fast kreisförmigen, Orbit einschwenken. Dazu nutzt die Sonde die oberste Atmosphärenschicht des Mars, um durch Reibung an Geschwindigkeit zu verlieren.

Erst wenn die Sonde ihren finalen Orbit erreicht hat, kann die wissenschaftliche Arbeit beginnen und dies wird voraussichtlich erst im November 2006 sein.

Quelle: NASA

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