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Das Solare Minimum ist da

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Etwas geht auf der Sonne vor sich: Alle Sonnenflecken sind verschwunden. Sonnenphysiker sagen, dass dies ein Zeichen dafür ist, dass das Solare Minimum da ist.

Jedes Jahr im Februar feiern die Schüler aus der 5. Klasse von Mrs. Phillips's, in Bishop, California, Galileo's Geburtstag (15. Feb.), indem sie eine seiner Entdeckungen vorstellen. Sie beweisen, dass sich die Sonne dreht.

Es ist ganz einfach. Schritt 1: Schauen Sie zur Sonne. Galileo tat dies mithilfe eines primitiven Teleskops; die Schüler von Mrs. Phillips's benutzen dazu das Internet. Schritt 2: Zeichnen Sie die Sonnenflecken auf. Schritt 3: Wiederholen Sie das täglich. Nach nur ein paar Tagen ist klar, dass die Sonnenflecken sich bewegen und sich die Sonne dreht, alle 27 Tage eine vollständige Umdrehung.

Dieses Vorgehen funktionierte sehr gut im Jahr 1610. Im Jahr 2006 "hatten wir ein Problem," sagt Jonathan Garcia. "Keine Sonnenflecken," erklärt der ihn unterstützende Wissenschaftler,  Dakota Winkler.

Fast den ganzen Monat Februar war die Sonne absolut glatt. Wenn Galileo an seinem 442. Geburtstag zur Sonne geschaut hätte, wäre er enttäuscht gewesen -- kein Sonnenfleck, keine Drehung, keine Entdeckung.

Was geht dort vor? Der Sonnenphysiker David Hathaway, von der NASA, erklärt: "Das Solare Minimum ist da."

Sonnenflecken kommen und gehen in einem 11-jährigen Zyklus, genannt Sonnenfleck-Zyklus. Im Maximum des Zyklus, dem Solaren Maximum, ist die Sonne dauernd gesprenkelt mit Flecken, einige so gross wie der Planet Jupiter. Aber für jedes Maximum gibt es auch ein Mimimum und während der Monate des Solaren Minimums kann es passieren, dass nicht ein einziger Sonnenfleck auftaucht.

"Dort befinden wir uns jetzt -- im Minimum," sagt Hathaway.

In Wirklichkeit sind wir am Anfang des Minimums. Februar 2006 war der erste Monat seit fast 10 Jahren mit fast keinem Sonnenfleck. Die Sonne war 21 Tage des Monats völlig glatt. Hathaway erwartet, dass sich diese Situation für den Rest des Jahres fortsetzen wird.

Keine Sonnenflecken bedeuten niedrige Sonnenaktivität. Sonnenflecken sind Quellen von Solaren-Flares und koronalen Massenausstößen, die Radiosignale unterbrechen können und sogar zu Strohmausfällen, während großen magnetischen Stürmen, führen. Diese Probleme sollten während des kommenden Jahres nachlassen. Polarlichter, ein wunderschöner Nebeneffekt der magnetischen Stürme, lassen ebenfalls nach. "Das ist schade," sagt Hathaway, der Polarlichter gerne anschaut.

Galileo hatte Glück. Das Jahr 1610 lag nah bei einem Maximum des Sonnenflecken-Zyklus und er sah daher, als er ein Bild der Sonne durch sein Fernrohr projizierte, eine große Anzahl von Flecken. Die Flecken selber überraschten ihn nicht. Chinesische Astronomen, die die Sonne durch Wolken und Nebel, mit dem bloßen Auge beobachteten, berichteten schon 28 B.C. von Sonnenflecken. Das Vorhandensein von Sonnenflecken war allgemein akzeptiert, aber ihre Entstehung war ein Rätsel. Gab es Satelliten auf der Sonne? Dunkle Wolken in der Sonnenatmosphäre? Oder etwas anderes? Die täglichen Zeichnungen von Galileo zeigten nur, dass sich die Sonne dreht und die Sonnenflecken nahe der Oberfläche waren. Galileo selber dachte, dass Sonnenflecken vielleicht Wolken sind. 

Heute wissen wir, was sie wirklich sind: große Inseln von Magnetismus. Sonnenflecken entstehen, wenn magnetische Kraftfelder, hervorgerufen durch den inneren Dynamo der Sonne, durch die Oberfläche treten. Diese Felder blockieren den Hitzefluss aus dem Inneren und kühlen die Sonne in ihrer Umgebung ab. Wenn man ein Thermometer in einen  Sonnenfleck brächte, würde man "nur" eine Temperatur von einigen tausend Grad Celsius messen. Aus diesem Grund sehen sie im Vergleich zum Inferno in ihrer Umgebung dunkel aus.

Sonnenflecken befinden sich in einem ständigen Umbruch. Verworrene, magnetische Bahnen drehen und strecken sich, bis die Spannung zu stark wird und eine Explosion hervorgerufen wird -- ein Flare. An diesem Zusammenhang zwischen Flares und Flecken liegt es, dass das Solare Minimum so ruhig ist. 

"Aber nicht vollständig ruhig," fügt Hathaway hinzu. "Während des Solaren Minimums können gelegentlich Sonnenflecken und Solare Flares auftauchen." In der Tat gab es zumindest einen riesen Fleck und einen Solaren Flare der X-Klasse (die größten die es gibt) während jedem der letzten 3 Minima in den Jahren 1976, 1986 und 1996.

2006 wird es vielleicht ebenso sein -- ausgedehnte Phasen der Ruhe, gelegentlich unterbrochen von Phasen mit Flecken und Ausbrüchen. Wie lang wird dies anhalten? Bleiben Sie dran für die Antwort, in unserem nächsten Artikel: "Sonnensturm Warnung."

Quelle: Science@NASA

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