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Der wundersame, schrumpfende Planet

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Merkur erscheint diese Woche am Abendhimmel.

Man bekommt nicht jeden Tag einen schrumpfenden Planeten zu sehen. Heute könnte der Tag sein.

Gehen Sie heute Abend bei Sonnenuntergang nach draußen und schauen westlich in Richtung des Glühens der untergehenden Sonne. Wenn sich der Himmel verdunkelt, erscheint ein heller Planet. Es ist Merkur, der erste Planet des Sonnensystems, auch bekannt als der "wundersame, schrumpfende Planet."

"Dies ist erst das zweite Mal in meinem Leben, dass ich Merkur gesehen habe," sagt der Beobachter Jeffrey Beall, der dieses Bild von seinem Balkon in Denver, Colorado, aus in westlicher Richtung aufgenommen hat:

Merkur ist der helle "Stern" direkt über dem Bergrücken, der mit den Lichtern der Stadt konkurriert.

Merkur ist schwer zu fassen, weil er die meiste Zeit durch das Licht der Sonne verdeckt ist. Diese Woche ist es anders. Von jetzt bis etwa zum 1. März, bewegt sich Merkur aus dem Licht der Sonne heraus und ist klar zu sehen. Das liegt nicht daran, dass Merkur entscheidend weiter von der Sonne entfernt ist. Es sieht einfach wegen der Erde-Sonne-Merkur Geometrie im späten Februar so aus. Ein Bild ist mehr wert als tausend Worte: Diagram.

Freitag, der 24. Februar ist der beste Tag, um zu beobachten (Karte); das ist das Datum der größten Entfernung von der Sonne. Weitere Tage sind der 28. Februar (Karte) und der 1. März (Karte) wenn der Halbmond neben Merkur dahingleitet -- sehr hübsch anzusehen.

Wenn Sie Merkur in der Dämmerung erscheinen sehen, schauen Sie auf einen sehr seltsamen Ort. "Schrumpfung" ist ein gutes Beispiel:

Im Jahr 1974 flog NASA's Mariner 10 an Merkur vorbei und fotografierte zum ersten Mal den Planeten aus kurzer Distanz. Die Kameras enthüllten eine mit Kratern übersäte Welt -- mit Falten. Geologen nennen sie "gelappte Steilhänge" und, wie bei Falten einer Rosine, nimmt man an, sie sind ein Zeichen von Schrumpfung. Was führt dazu, dass ein Planet schrumpft? Eine Möglichkeit: Merkur´s übergroßer Eisenkern hat sich Milliarden von Jahre lang abgekühlt und dadurch, dass er sich zusammenzieht, ist er vielleicht der Auslöser für die Falten. Niemand weiß dies mit Sicherheit zu sagen. 

Niemand weiß es sicher, weil Merkur bisher kaum erforscht wurde. Es war nur ein Raumschiff jemals dort und während seines sehr kurzen Besuchs, war Mariner 10 in der Lage weniger als die Hälfte (45%) von Merkur´s Oberfläche zu fotografieren: Bild. Der größte Teil ist terra incognita.

Ein weiteres Rätsel ist die seltsame Substanz an Merkur´s Polen. Radioastronomen haben Merkur, mit Radar, aus der Ferne angepingt und fanden etwas sehr helles in Merkur´s Kratern an seinen Polen. Wiederum weiß niemand, was es ist, auch wenn eine Möglichkeit wäre, dass es sich um Eis handelt. Gefrorenes Wasser reflektiert Radiowellen sehr gut und würde die Beobachtungen gut erklären. 

Wie könnte gefrorenes Wasser auf Merkur existieren? Die Sonne erhitzt die Planetenoberfläche auf 400° C oder mehr, zu heiß für irgendetwas Gefrorenes. Einige Forscher glauben jedoch, dass tief in einigen Kratern niemals die Sonne scheint. Im permanenten Schatten fällt die Temperatur auf -212° C. Stellen Sie sich vor, ein vereister Komet oder Meteorit landet in solch einem Krater; ein bisschen Eis könnte vielleicht überleben.

Oder es könnte etwas völlig anderes sein.

Wie sieht die bisher unbekannte Hälfte von Merkur aus? Schrumpft der Planet wirklich? Kann Eis in einem Inferno gefroren bleiben? Merkur wirft viele Fragen auf: Liste. Eine neue NASA Sonde, genannt "MESSENGER", ist auf dem Weg um einige Antworten zu liefern, wird Merkur aber nicht vor dem Jahr 2008 erreichen.

Zum jetzigen Zeitpunkt können Sie also nur in die Dämmerung blicken und sich wundern. Versuchen Sie es heute Abend.

Quelle: Science@NASA

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