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Spitzer enthüllt Hinweise auf ein Mega Sonnensystem

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Das Spitzer Weltraumteleskop hat zwei riesige „Hypergiganten“ entdeckt, die jeweils von einer gewaltigen Scheibe umgeben sind, in denen Planeten entstehen können.

Dies ist insofern überraschend, als das die Astronomen bislang dachten, das keine Planeten um solche Giganten entstehen könnten.

„Diese extrem massereichen Sterne sind schrecklich heiß und hell und besitzen sehr starke Sonnenwinde, so das dadurch die Planetenbildung erschwert wird“ sagt Joel Kastner vom Rochester Institute of Technology in New York. „Unsere Daten deuten aber darauf hin, dass der Planetenbildungsprozess widerstandsfähiger ist als bisher gedacht.“

Staubscheiben an sich sind nichts ungewöhnliches und viele Sterne beherbergen eine, in der aus sandkorngroßen Staubkörnern durch Kollisionen untereinander planetengroße Objekten entstehen können. In unserem eigenen Sonnensystem erinnert sowohl der Asteroiden Gürtel als auch der Kuiper Gürtel an diese Phase unseres Sonnensystems.

Doch auch um ungewöhnliche „Sterne“, wie Ministerne oder Braune Zwerge, wurden solche Staubscheiben schon beobachtet. Und auch um massereiche Sterne, die ein Vielfaches der Masse unserer Sonne besitzen, können von solch einer Scheibe umgeben sein, doch ging man bisher nicht davon aus, das solche Giganten, wie die beiden nun beobachteten, ebenfalls Staub- oder Trümmerscheiben besitzen können.

Spitzers Infrarotaugen entdeckten dabei sogar gewaltige Mengen an Staub um die beiden Sterne R 66 und R126, die beide in der Große Magellanschen Wolke, einer Nachbargalaxie unserer Milchstraße, liegen und zum größten Sternentyp überhaupt gehören. Diese Sterne sind dabei so gewaltig, dass sie die 30 – 70fache Masse unserer Sonne besitzen und eine Ausdehnung haben, die weit über die Umlaufbahn des Planeten Mars hinausgeht.

„Die [umgebene] Staubscheibe ist wahrscheinlich sehr gut angefüllt mit Kometen und anderen großen Körpern wie Planetesimalen“ so Kastner. „Es erinnert an einen Kuiper Gürtel auf Steroide.“

Eine Analyse der Staubscheiben brachte dabei ans Licht, das sie mit sandähnlichen Planetenbausteinen, auch Silikate genannt, angefüllt sind. Des weiteren zeigt die Scheibe um R 66 auch Hinweise auf größere Bausteine, wie verklumpte Silikatkristalle oder größere Staubkörner. Dies ist deshalb interessant, da diese Verklumpung ein bedeutender Schritt in der Planetenbildung ist.

Doch so massereiche Sterne leben nicht lange, da sie ihren Kernbrennstoff innerhalb weniger Millionen Jahre aufbrauchen und letztendlich in einer gewaltigen Supernova explodieren und so das interstellare Medium auch mit den höheren Elementen des PSE anreichern. Aufgrund dieser geringen Lebensspanne ist es sehr unwahrscheinlich, das sich auf einen umkreisenden Planeten innerhalb dieser Zeit Leben bilden kann. Hinzu kommt, dass das Ende des Sterns auch das Ende aller umgebenden Planeten ist, da anders als in unserem Sonnensystem, wo „nur“ die inneren Planeten beim Tod unserer Sonne mit dran glauben müssen, hier alle Planeten entweder durch die Supernova oder dem entarteten Kern des Sterns „sterben“ werden, denn dieser bildet je nach Masse einen Neutronenstern oder ein Schwarzes Loch.

„Wir wissen nicht ob Planeten wie jene in unserem Sonnensystem sich in so einer hoch energetischen, dynamischen Umwelt wie um diese Sterne bilden können, doch falls dem so ist, wäre ihre Existenz nur kurz und aufregend“ sagt Charles Beichman, ein Astronom von NASA's Jet Propulsion Laboratory und dem California Institute of Technology, beide in Pasadena.

Quelle: JPL

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