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Ein Raumanzug als Satellit

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Mithilfe eines einfachen Frequenzscanners oder einem Amateurfunkgerät können Sie einem leeren Raumanzug zuhören, der die Erde umkreist.

Einer der seltsamsten Satelliten in der Geschichte der Weltraumfahrt, steht kurz davor in den Orbit gebracht zu werden. Startdatum: 3. Februar. An diesem Tag werden Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) einen leeren Raumanzug über Bord werfen.

Der Raumanzug ist der Satellit -- "SuitSat" in Kurzform.

"SuitSat ist eine russische Erfindung," erklärt Frank Bauer von NASA's Goddard Space Flight Center. "Einige unserer russischen Partner im ISS Programm, hauptsächlich eine Gruppe geleitet von Sergey Samburov, hatte eine Idee: Vielleicht können wir alte Raumanzüge als nützliche Satelliten verwenden." SuitSat ist der erste Test dieser Idee. 

"Wir haben einen russischen Orlan Raumanzug mit drei Batterien ausgestattet, einem Radiosender und internen Sensoren um Temperatur und Batterieladung zu messen," sagt Bauer. "Wenn SuitSat die Erde umkreist, wird er seinen Zustand zur Erde senden."

Im Gegensatz zu einem normalen Weltraumspaziergang, mit einem Menschen im Raumanzug, werden die Temperaturkontrollen von SuitSat abgeschaltet um Energie zu sparen. Der Anzug, mit abgespreizten Armen und Beinen, möglicherweise dreht er sich, wird ohne Möglichkeit seine Innentemperatur anzupassen, der Strahlung der Sonne ausgesetzt sein.

"Wird der Anzug überhitzen? Wie lang werden die Batterien halten? Werden wir eine klare Übertragung bekommen, wenn der Anzug taumelt?" fragt sich Bauer. Dies sind einige der Fragen, welche SuitSat beantworten wird und so die Grundlage für weitere SuitSats in der Zukunft legen wird.

SuitSat kann von jedem auf der Erde gehört werden. "Alles was man benötigt, ist eine Antenne (je größer, desto besser) und einen Radioempfänger, den man auf 145.990 MHz FM einstellen kann," sagt Bauer. "Ein Weltempfänger oder ein Amateurfunkgerät wird gut funktionieren." Er ermutigt Studenten, Pfadfinder, Lehrer und Amateurfunker sich einzuschalten.

Durch das ARISS Programm (Amateur Radio on International Space Station) bringen Bauer und seine Kollegen am Goddard seit Jahren Kinder auf der Erde in Kontakt mit der ISS. "Es ist eine große Amateurfunkanlage auf der ISS und die Astronauten sprechen sehr gerne zu Schülern, wenn sie deren Schulen überfliegen," erklärt Bauer. ARISS fördert SuitSat zusammen mit der Radio Amateur Satellite Corporation (AMSAT), der American Radio Relay League (ARRL), der russischen Weltraumbehörde und der NASA.

Wann wird SuitSat Ihre Heimatstadt überfliegen?

Benutzen Sie Science@NASA's J-Pass Programm um dies herauszufinden. Das Online Programm fragt nach Ihrer Postleitzahl -- das ist alles. Danach sagt es Ihnen, wann die ISS über Ihrem Gebiet auftauchen wird. (Stellen Sie sicher unter "Options" - "All Passes" auszuwählen.) Da die ISS und SuitSat einen ähnlichen Orbit haben, treffen Aussagen über die eine auch auf das andere zu. Beobachter in den USA werden sehen, dass SuitSat ein bis zweimal am Tag über ihren Köpfen auftaucht -- normalerweise zwischen Mitternacht und 4 Uhr Morgens. Zu diesen Zeiten befinden sich SuitSat und die ISS im Schatten der Erde und man kann sie daher nicht mit dem bloßen Auge erkennen. Man benötigt ein Radio, um sie zu entdecken.

"Richten Sie während des 5 bis 10-minütigen Überflugs Ihre Antenne zum Himmel," sagt Bauer und Sie werden Folgendes hören:

SuitSat sendet für 30 Sekunden, pausiert dann für 30 Sekunden und fängt wieder von vorne an. "Dies ist SuitSat-1, RS0RS," die Übertragung beginnt, gefolgt von aufgenommenen Grüßen in 5 Sprachen. Die Grüße beinhalten "spezielle Worte" in Englisch, Französisch, Japanisch, Russisch, Deutsch und Spanisch, welche die Schüler aufzeichnen und entschlüsseln können.

Als nächstes folgt Telemetrie: Temperatur, Batterieladung, verstrichene Missionszeit. "Die Telemetriedaten werden im Klartext übertragen -- in Englisch," sagt Bauer. Jeder wird in den Zustand von SuitSat eingeweiht. Bauer fügt hinzu, "SuitSat 'spricht' mithilfe eines Stimmen-Synthesizers. Es ist ziemlich verblüffend."

Die Übertragung endet mit einem Fernsehbild. Von was? "Das verraten wir nicht, " lacht Bauer. "Das Bild ist ein Geheimnis."

Schüler und Lehrer, die dies ausprobieren möchten und keinen Anhaltspunkt haben, wo sie Anfangen sollen, können den nächsten Amateurfunkverein kontaktieren. Es gibt tausende davon. Klicken Sie hier um einen Verein in Ihrer Nähe zu finden. "Amateurfunker sind sehr aufgeschlossen; die meisten werden Schülern gerne helfen SuitSat zu finden," glaubt Bauer.

Bauer erwartet, dass SuitSat´s Batterien 2-4 Tage halten werden. "Auch wenn ein längerer Zeitraum möglich wäre," fügt er hinzu. Danach wird SuitSat seine langsame Spirale in Richtung der Erdatmosphäre beginnen. Wochen oder Monate später, niemand weiß genau wann, wird er dann zu einem hellen Feuerball am Himmel -- ein würdiges Ende für einen Wegbereiter.

Quelle: Science@NASA

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