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Sichtungen von Feuerbällen

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Die Erde fliegt durch einen Schwarm aus Weltraum-Trümmern, der eine ungewöhnliche Anzahl von Feuerbällen am Nachthimmel hervorrufen könnte.

"Ich dachte, dass jemand eine Taschenlampe auf mich gerichtet hatte," sagt Josh Bowers aus New Germany, Pennsylvania. "Dann bemerkte ich, was es war: ein Feuerball am südlichen Himmel. Ich beobachtete am Halloween-Abend (31. Oktober 2005) etwa um 21:00 im Garten ein wenig die Sterne mit meinem Teleskop, und dieser Meteor war so hell, dass ich erst einmal nichts mehr sehen konnte in der Dunkelheit." 

Bowers war nicht der Einzige, der den Feuerball sah. Viele Menschen waren draußen an diesem Abend. Sie sahen, was Bowers sah ... und mehr. Bevor die Nacht vorüber war, flossen Meldungen aus allen Teilen des Landes hinein, über Meteore, die "heller waren als ein Vollmond".

Astronomen haben entschieden, sie die "Halloween-Feuerbälle" zu nennen. Es beschränkt sich aber nicht nur auf Halloween. Das Ganze geht jetzt schon einige Tage so. 

Am 10. Oktober zum Beispiel beobachtete Bill Plaskon aus Jonesport, Maine, "Mars durch ein 10-Zoll Teleskop, als um 22:04 ein strahlender Feuerball den Himmel erleuchtete und einen korkenzieherartigen Schweif aus Rauch hinterließ, der etwa eine Minute sichtbar war." 

Am 28. Oktober stand Lance Taylor aus Edmonton, Alberta, früh auf um mit 5 Freunden Angeln zu gehen. Etwa um 6 Uhr "bemerkten sie einen schönen Feuerball. Dann, 20 Minuten später, sahen sie einen weiteren," sagt er. 

Am 2. November in den Niederlanden, "Der Himmel wurde hell erleuchtet," berichtet Koen Miskotte. "Ich sah einen Feuerball, der etwa so hell war [wie ein Halbmond]." 

Und so weiter... 

Was geschieht da gerade? "Die Leute sehen wahrscheinlich den Meteorschauer der Tauriden," sagt der Meteor-Experte David Asher vom Armagh Observatory in Nordirland.

Jedes Jahr im späten Oktober und frühen November, erklärt er, fliegt die Erde durch einen Fluss aus Staub im All, der mit dem Kometen Encke in Verbindung gebracht wird. Winzige Körnchen treffen mit einer Geschwindigkeit von 100.000 km/h auf unsere Atmosphäre. Bei dieser Geschwindigkeit verursacht selbst ein winziges bisschen Staub eine klare Lichtspur -- einen Meteor -- wenn es sich auflöst. Da diese Meteore aus Richtung des Sternbilds Taurus (Stier) kommen, nennt man sie Tauriden. 

In den meisten Jahren ist der Schauer nur schwach, produziert nicht mehr als 5 eher schwache Meteore pro Stunde. Aber gelegentlich liefern die Tauriden eine recht eindrucksvolle Show. Feuerbälle ziehen über den Himmel, verderben an Dunkelheit gewöhnte Augen und unterbrechen Angeltouren. 

Asher denkt, dass 2005 solch ein Jahr sein könnte. 

Ausgehend von Asher, stammen die Feuerbälle aus einem Schwarm von Teilchen, die größer sind als die durchschnittlichen Staubkörnchen. "Sie haben etwa die Größe von Kieselsteinen," sagt er. (Es erscheint vielleicht unglaublich, dass ein Kieselstein einen Feuerball hervorrufen kann, der so hell ist wie der Vollmond, aber erinnern Sie sich, dass diese Teilchen die Atmosphäre mit einer sehr hohen Geschwindigkeit treffen.) Dieser felsige Schwarm bewegt sich innerhalb des größeren Staubstrohms der Tauriden, trifft manchmal die Erde, manchmal eben nicht. 

 "In den frühen 1990ern, als Victor Clube meine Doktorarbeit über die Tauriden betreute," erinnert sich Asher, "entwickelten wir dass Modell eines Schwarms innerhalb des Tauriden-Strohms um die erhöhte Anzahl an hellen Meteoren in einzelnen Jahren zu erklären." In einem Artikel aus dem Jahr 1993, veröffentlicht im Quarterly Journal of the Royal Astronomical Society, listeten sie die "Schwarm-Jahre" auf und sagten eine Begegnung für das Jahr 2005 voraus. 

Es sieht so aus, als ob es passiert. 

Wann sollte man beobachten? Sie können eigentlich jederzeit einen Feuerball am Himmel sehen, wenn das Sternbild Taurus über dem Horizont steht. Zu dieser Jahreszeit geht der Stier bei Sonnenuntergang im Osten auf. Die Wahrscheinlichkeit einen hellen Meteor zu sehen steigt umso höher das Sternbild am Himmel steht. Um Mitternacht steht es fast über unseren Köpfen, so dass dies eine besonders gute Zeit ist.

Ausgehend von der International Meteor Organization, hat der Tauriden Schauer seinen Höhepunkt zwischen dem 5. und 12. November. "Die Erde benötigt ein oder zwei Wochen um den Schwarm zu durchqueren," bemerkt Asher. "Diese vergleichsweise lange Zeit bedeutet, dass man keine spektakulären Ausbrüche bekommt, wie etwa beim Meteor-Regen der Leoniden." Es ist mehr wie ein leichter Nieselregen -- "vielleicht einer alle paar Stunden," sagt Asher. 

Ein Nieselregen aus Feuerbällen ist jedoch nichts das man ignorieren sollte. Also halten Sie diesen Monat die Augen offen und schauen Sie in den Himmel nach den Tauriden.

Quelle: Science@NASA

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