Poll: Weltraumtourismus
Für welchen Betrag würdest du ins All fliegen?
Home | News | Enceladus überrascht durch ein aktives Inneres

Enceladus überrascht durch ein aktives Inneres

Font size: Decrease font Enlarge font

Saturns kleiner eisiger Mond Enceladus sollte eigentlich kalt und Tod sein, doch stattdessen zeigen neue Untersuchungsergebnisse Beweise für aktiven Eisvulkanismus.

Die Cassini Sonde hat eine riesige Wolke von Wasserdampf über den Südpol des Mondes entdeckt und warme Spalten wo verdunstendes Eis möglicherweise die Wolkenbildung fördert. Des weiteren entdeckte die Cassini Sonde das Enceladus die Hauptquelle für den größten Saturnring ist, dem E-Ring.

„Enceladus ist bisher der kleinste Körper auf dem wir aktiven Vulkanismus gefunden haben“ sagt Dr. Torrence Johnson vom JPL der NASA. Dabei erinnert die Wasserdampfatmosphäre von Enceladus an die von Kometen. Womöglich brechen so genannte „Warm spots“ die eisige Beschaffenheit des Mondes auf, wobei die Wärme wahrscheinlich durch Gezeitenkräfte entsteht, ähnlich wie die Vulkane auf dem Jupitermond Io und die geologische junge Oberfläche wird durch die Hitze ähnlich aufgeweicht wie bei den Monden Europa und Ganymed.

Zunächst entdeckte nur das an Bord befindliche Magnetometer während eines früheren Vorbeiflugs in diesem Jahr die Atmosphäre. Doch während eines Vorbeiflugs am 14. Juli in nur 175 Kilometer Entfernung an Enceladus bestätigten sich die Hinweise auf eine ausgedehnte und dynamische Atmosphäre.

Das ion and neutral mass spectrometer und der ultraviolet imaging spectrograph fanden heraus, das die Atmosphäre Wasserdampf enthält. Der mass spectrometer bestimmte deren Anteil an der Atmosphäre auf 65 %, wohingegen molekularer Wasserstoff nur 20 % ausmacht. Der Rest besteht zumeist aus Kohlenstoffdioxid und einer Kombination aus molekularem Stickstoff und Kohlenstoffmonoxid. Die unterschiedliche Dichte der Wasserdampfvorkommen in verschiedenen Höhen deutet darauf hin, dass der Wasserdampf aus einer bestimmten Quelle auf der Oberfläche stammt. Das wird durch die Ergebnisse des Ultraviolettspektrometers bestätigt.

Die Tatsache das eine Atmosphäre auf einer niedrig Schwerkraftwelt existieren kann, ohne ins All zu entkommen, deutet darauf hin, das der Mond geologisch aktiv sein muss, um den Verlust kontinuierlich auszugleichen.  

“Zum ersten Mal haben wir einen wichtigen Hinweis nicht nur bezüglich der Bedeutung des Wassers auf den Eismonden, sondern auch bezüglich seiner Rolle in der Evolution und der Dynamik des ganzen Saturnsystems“ so Dr. Ralph McNutt von der John Hopkins University.

Die Bilder zeigen, dass die südliche Polarregion jünger und spaltenreicher ist als der Rest von Enceladus. Ein weiteres Cassini Instrument, das composite infrared spectrometer, zeigt das diese Region auch wärmer ist als erwartet. Die Temperaturen am Äquator lagen erwartungsgemäß bei etwa 80° Kelvin. Die Polgebiete sollten eigentlich aufgrund der geringeren Sonneneinstrahlung noch kälter sein, doch herrschen am Südpol Temperaturen von durchschnittlich 85° Kelvin und damit wesentlich wärmer als erwartet. Einige Gebiete in der Nähe waren sogar nochmals 25° Kelvin wärmer.

Ohne eine lokale Wärmequelle lässt sich dies nur schwer erklären, weshalb es wahrscheinlich ist, dass ein Teil der Polregion durch austretende Hitze aus dem Mondinnern erwärmt wird. Die daraus folgende Verdampfung von Eis könnte die gefundene Wasserdampfatmosphäre erklären.

Quelle: JPL

Comments (0 posted):

Post your comment comment

Please enter the code you see in the image:

  • email Email to a friend
  • print Print version
  • Plain text Plain text
Tags
No tags for this article
Rate this article
0