Poll: Weltraumtourismus
Für welchen Betrag würdest du ins All fliegen?
Home | News | Kosmisches Rätsel: Ein Methusalem unter den protoplanetaren Scheiben

Kosmisches Rätsel: Ein Methusalem unter den protoplanetaren Scheiben

Font size: Decrease font Enlarge font

Jede Regel hat bekanntlich ihre Ausnahme. Eine Regel in der Astronomie ist, dass protoplanetare Scheiben um einen jungen Stern in wenigen Millionen Jahren auch wieder verschwinden.

Meist dadurch, da das meiste Material aus dieser Scheibe bei der Planetenbildung aufgebraucht wird oder sich zumindest ein Asteroiden Gürtel bildet. Doch nun entdeckten die Astronomen in 350 Lichtjahren eine protoplanetar Scheibe in einem Doppelsternsystem, das sich nicht an diese Regel hält, da die Scheibe in diesem System schon 25 Millionen Jahre alt ist, zumindest dann, wenn Sterne und Scheibe das gleiche Alter haben.

„Das Aufspüren dieser Scheibe ist so unerwartet, als würde man eine 200 Jahre alte Person entdecken“ sagt Lee Hartmann vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics (CfA).

Dies wirft natürlich die Frage auf, warum sich aus der Scheibe trotz ihres hohen Alters keine Planeten geformt haben, zumal die älteste bekannte protoplanetare Scheibe „nur“ 10 Millionen Jahre alt ist und die meisten in nur wenigen Millionen Jahre verschwinden. Außerdem enthält diese Scheibe genügend Material, damit sich einige Gasgiganten formen könnten.

Wir wissen bislang nicht, warum sich diese Scheibe so lange hält, wir wissen aber auch noch nicht, wodurch der Planetenentstehungsprozess ausgelöst wird“ sagt Nuria Calvet ebenfalls vom CfA.

Die Scheibe liegt um ein Paar Roter Zwergsterne im Stephenson 34 System etwa 350 Lichtjahre entfernt im Sternbild Stier. Gemacht wurde diese Entdeckung mithilfe des Spitzer Weltraumteleskops.

Die Daten zeigen, dass die innere Kante der protoplanetaren Scheibe etwa 100 Million Kilometer (0,66 AU) von den binären Sternen entfernt ist und eine Ausdehnung von über 1000 Millionen Kilometer (6,7 AU) besitzt. Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass noch zusätzliches Material weiter von den Sternen entfernt ist, aber zu kalt ist, um durch die Infrarotaugen von Spitzer entdeckt zu werden.

Quelle: CfA

Comments (0 posted):

Post your comment comment

Please enter the code you see in the image:

  • email Email to a friend
  • print Print version
  • Plain text Plain text
Tags
No tags for this article
Rate this article
0