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Verlassene Raumschiffe auf der Mondoberfläche

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Zum ersten Mal seit den 70er Jahren wird ein NASA Raumschiff deutliche Bilder der Apollo Hinterlassenschaften auf dem Mond liefern.

Im Inneren der Mondlandefähre Challenger knisterte ein Radiolautsprecher. Houston: "Wir haben euch jetzt im Fernsehen. Wir haben ein gutes Bild."

Gene Cernan, Kommandant von Apollo 17 : "Wir sind froh zu sehen, dass der alte Rover immer noch funktioniert."

"Rover," der Mond-Buggy, stand draußen, ohne jemanden im Fahrersitz, seine seitwärts ausgerichtete Fernsehkamera fixiert auf Challenger. In Housten und weltweit schauten Millionen Menschen zu. Es war der 19. Dezember 1972, und man war kurz davor Geschichte zu schreiben.

Plötzlich, geräuschlos, teilte sich Challenger in zwei Hälften. Die Basis des Schiffs, der Teil mit den Landekufen, blieb stehen. Der obere Teil, das Mondmodul, mit Cernan und Jack Schmitt im Inneren, startete in einer Gischt aus Goldfolie. Es stieg, drehte sich und hob ab um sich mit dem Orbiter America zu treffen, dem Schiff, dass sie wieder nach Hause bringen würde.

Dies waren die letzten Männer auf dem Mond. Nachdem sie weg waren, schwenkte die Kamera vor und zurück. Es war niemand dort, nichts, nur der Rover, die Landeeinheit und Ausrüstung, die am Boden des Taurus-Littrow Tals verstreut war. Dann waren die Batterien des Rovers leer und die Fernsehübertragung stoppte.

Dies war unser letzter, guter Ausblick auf die Apollo Landezone.

Viele Leute finden dies überraschend, sogar verwirrend. Verschwörungstheoretiker bestehen seit langem darauf, dass die NASA niemals auf dem Mond war. Es war alles ein Scherz, sagen sie, ein Weg das Rennen um den Weltraum mit einem Trick zu gewinnen. Die Tatsache, dass die Apollo Landezonen seit den frühen 70ern nicht mehr im Detail fotografiert wurden, unterstützt ihre Annahmen.

Und warum haben wir sie nicht fotografiert? Es gibt 6 Landezonen, die über den Mond verstreut sind. Sie sind alle zur Erde gerichtet, alle mit direkter Draufsicht. Sicherlich könnte das Hubble Space Teleskop die Rover und andere Dinge fotografieren, die die Astronauten zurückgelassen haben. Richtig?

Falsch. Nicht einmal Hubble kann dies. Der Mond ist 384.400 km entfernt. In dieser Entfernung kann das Hubble maximal Dinge unterscheiden, die 60 Meter groß sind. Das größte Teil, welches von der Apollo Ausrüstung zurückgelassen wurde, ist nur 9 Meter lang und folglich schmaler als ein einzelnes Pixel eines Hubble Bildes.

Bessere Bilder werden kommen. Im Jahr 2008 wird NASA's Lunar Reconnaissance Orbiter eine starke, moderne Kamera in einen niedrigen Orbit über die Mondoberfläche bringen. Seine primäre Mission ist es nicht die alten Apollo Landestellen zu fotografieren, aber er wird sie fotografieren, viele Male und die ersten erkennbaren Bilder der Apollo Relikte seit 1972 liefern.

Die hochauflösende Kamera des Raumschiffs, genannt "LROC", Kurzform für Lunar Reconnaissance Orbiter Camera, hat eine Auflösung von etwa einem halben Meter. Dies bedeutet, dass ein 0,5 Meter großes Quadrat auf der Mondoberfläche einem Pixel auf den digitalen Bildern entspricht.

Die Apollo Mond Buggies sind etwa 2 Meter breit und 3 Meter lang. Also werden diese zurückgelassenen Fahrzeuge 4 x 6 Pixel in den LROC Bildern füllen.

"Ich würde sagen, dass die Rover eckig und ausgeprägt erscheinen werden," sagt Mark Robinson, Assistenz Professor an der Northwestern University in Evanston, Illinois, und leitender Forscher für LROC. "Wir sehen vielleicht einige Abschattungen von Sitzen, abhängig von Stand der Sonne. Selbst die Spuren der Rover werden vielleicht in einigen Fällen sichtbar sein."

Noch besser werden die abgelegten Landemodule sein. Deren Hauptkörper sind 4 Meter im Quadrat und werden so 8 x 8 Pixel in den LROC Bildern füllen. Die vier Füße, die aus den 4 Ecken der Module herausragen, überspannen einen Durchmesser von 9 Metern. Also werden die Landemodule, von Fuß zu Fuß, etwa 18 Pixel in den LROC Bildern einnehmen. Mehr als genug um ihre markanten Formen aufzuspüren.

Schatten helfen auch. Lange, schwarze Schatten, geworfen auf einer grauen Mondoberfläche, enthüllen die Form der Objekte die sie hervorrief: die Rover und Landemodule. "Während seiner einjährigen Mission wird LROC jede Landestelle mehrmals fotografieren, wobei das Sonnenlicht jedes Mal aus einem anderen Winkel einfällt," sagt  Robinson. Ein Vergleich der verschiedenen hervorgerufenen Schatten wird eine genauere Analyse der Form dieser Objekte erlauben.

Genug Nostalgie. LROC´s Hauptmission ist für die Zukunft. Nach NASA's Vision for Space Exploration, werden Astronauten bis zum Jahr 2020 zum Mond zurückkehren. Der Lunar Reconnaissance Orbiter ist ein Aufklärer. Er wird die Strahlung auf dem Mond messen, nach Spuren gefrorenen Wassers suchen, Laserkarten der Mondoberfläche erstellen und, mit Hilfe von LROC, die gesamte Oberfläche des Mondes fotografieren. Wenn die Astronauten dann zurückkehren kennen sie die besten Landestellen und vieles von dem was sie dort erwartet.

Zwei Ziele von LROC mit hoher Priorität sind die Mondpole.

"Wir sind besonders an den Polen als potenzielle Stellen für eine Mondbasis interessiert," erklärt Robinson. "Es gibt dort einige Gebiete mit Kratern nahe den Polen, die das ganze Jahr im Schatten liegen. Diese Orte sind vielleicht kalt genug um permanente Eislager zu beherbergen. Und in der Nähe liegen hohe Regionen, die das ganze Jahr von der Sonne beschienen werden. Mit konstantem Sonnenlicht für Wärme und Solarenergie und einer potenziellen Quelle von Wasser in der Nähe, wären diese hohen Lagen ein idealer Platz um eine Basis zu errichten." Daten von LROC werden dabei helfen den besten Bergkamm oder die beste Ebene für eine Mondbasis zu finden. 

Wenn erstmal eine Mondbasis errichtet wurde, wie hoch ist dann das Risiko von einem großen Meteoriten getroffen zu werden? LROC wird dabei helfen diese Frage zu beantworten.

"Wir können LROC Bilder der Apollo Landezonen mit Bildern aus der Apollo Zeit vergleichen," sagt Robinson. Die Anwesenheit oder Abwesenheit von neuen Kratern wird Forschern etwas über die Häufigkeit von Meteoriteneinschlägen aufzeigen.

LROC wird auch nach alten, erstarrten Lavaröhren jagen. Dies sind höhlenartige Stellen, angedeutet in einigen Apollo Bildern, an denen Astronauten Schutz bei einem Sonnensturm finden könnten. Eine globale Karte dieser natürlichen Sturm-Schutzdächer wird den Astronauten dabei helfen ihre Erkundungen zu planen.

Niemand weiß was LROC vielleicht sonst noch so findet. Der Mond wurde bisher noch nicht so detailliert untersucht. Mit Sicherheit warten neue Dinge; alte, verlassene Raumschiffe sind nur der Anfang.

Quelle: Science(at)NASA

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