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Neue Theorien über Schwarze Löcher

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Gab es im frühen Universum unzählige winzige Schwarze Löcher? Würden Menschen in der Nähe eines supermassiven Schwarzen Lochs aufgrund der Gezeitenkräfte auseinander gerissen oder geröstet und gibt es Schwarze Löcher wirklich?

Wer das Buch „Gekrümmter Raum und verbogene Zeit“ von Kip S. Thorne gelesen hat, ist mit der Materie vertraut. Die Gezeitenkräfte (das unterschiedliche Wirken der Gravitationskräfte auf ein Objekt, wie sie im Erde- Mond – System z.B. Ebbe und Flut hervorrufen) eines supermassereichen Schwarzen Lochs sind wesentlich geringer als bei einer kleineren Singularität, weshalb man sich bei einem supermassiven Schwarzen Loch theoretisch bis in die Nähe des Ereignishorizont wagen könnte. Der Astrophysiker Andrew Hamilton, Professor von der University of Colorado, griff diese These auf und schlussfolgerte, das die Hitze des Plasmas (Gas- und Staubpartikel die spiralförmig ins Schwarze Loch stürzen und dabei durch Reibungskräfte stark erhitzt werden) ein Objekt geröstet hätte, bevor es von den Gravitationskräften auseinander gerissen würde.  

Eine andere neue These von Astronomen von Cambridge besagt, das das Universum einmal voller kleiner Schwarzer Löcher war, die schließlich zu den heutigen gigantischen supermassiven Schwarzen Löchern verschmolzen, wie Dr. Martin Haehnelt auf einer Physikkonferenz in Warwick behauptete.

Die meisten Kosmologen vertreten dagegen die Auffassung, dass die supermassereichen Schwarzen Löcher sich im Zentrum einer großen Galaxie gebildet haben und dort mit der Zeit zu ihren heutigen gigantischen Ausmaßen kamen.

Haehnelt verweist auf Beweise aus neuen Studien der kosmischen Hintergrundstrahlung, die manchmal auch als „Echo des Urknalls“ bezeichnet wird und die sich unverfälscht ausbreitet, seitdem das Universum etwa 400.000 Jahre alt ist. Zu diesem Zeitpunkt kühlte sich die Temperatur des Universums unter einen kritischen Punkt ab und erlaubte der Strahlung somit sich ungehindert auszubreiten, so als hätte sich plötzlich ein kosmischer Nebel gelichtet.

Die neuen Beweise zeigen, dass 10 bis 15 Prozent dieser Hintergrundstrahlung seitdem gestreut wurden. Das deutet auf ein „Wiedererwärmen“ des Universums hin, mit dem niemand gerechnet hatte.

Haehnelt erklärt dies mit einem gehäuften Vorkommen von so genannten Mini-Schwarzen-Löchern. „Materie in den Akkretionsscheiben Schwarzer Löcher heizt sich auf und diese Erhitzung könnte ein Zeichen dafür sein, dass Schwarze Löcher sehr häufig waren.“

Wenn diese Schwarzen Löcher dann zu den heutigen supermassiven Schwarzen Löchern verschmolzen, könnten sie dabei alle Beweise beseitigt haben. Dabei könnten sogar Schwarze Löcher durch den verhängnisvollen Ausbruch an Energie am Ende der Verschmelzung aus einer Galaxie herausgeschleudert worden sein.

„Falls dies so passiert ist, dann könnten wir Galaxien finden, in denen das supermassive Schwarze Loch im Zentrum fehlt.“

Dem widerspricht der amerikanische Astrophysiker George Chapline, denn seiner Meinung nach existieren keine Schwarzen Löcher. Er glaubt vielmehr, dass es sich bei den indirekt beobachteten Singularitäten um Sterne aus Dunkler Energie handelt, die sich nur äußerlich wie ein Schwarzes Loch verhalten, innerlich aber mit Dunkler Energie angefüllt sind.

Chapline, vom Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien, glaubt außerdem, das dies für die beobachtbare Strahlung verantwortlich ist.

Quelle: Institute of Physics

 

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