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Gemini Observatorium untersucht Sednas Oberfläche

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Neuste spektroskopische Studien der Reflexion von Infrarotlicht von Sednas Oberfläche enthüllen, das diese vollkommen unähnlich zu Plutos und Charons Oberfläche ist und das es keine Hinweise auf größere Mengen von Wasser- und Methaneis gibt.

Durch Sednas extremen Abstand zur Sonne ist seine gefrorene Oberfläche seit Millionen von Jahren unberührt und wahrscheinlich nur von kosmischer Strahlung und der ultravioletten Strahlung (UV) unserer Sonne getroffen worden.

Chad Trujillo, der das Astronomenteam führte, das den Planetoiden Sedna entdeckte, leitete auch diesmal die Untersuchung des Near Infrared Imager (NIRI) von Gemini North. Ihr Ziel war es mehr über die geheimnisvolle Oberfläche zu erfahren und welche Entwicklungen sie mit der Zeit durchgemacht hat.

„Es ist wahrscheinlich, das Sedna ein extrem isoliertes Leben im Außenbezirk unseres Sonnensystems erfahren hat“ sagt Trujillo. „Dort draußen, jenseits von dem was wir früher für die Grenze des Sonnensystems hielten, sind Beeinflussungen oder Kollisionen von Objekten sehr selten. Unsere Beobachtungen bestätigen unsere Erwartungen einer Oberfläche, die soweit draußen im Sonnensystem für so lange Zeit ungeschützt dem Weltraumwetter ausgeliefert war.“

Die Sedna Daten zeigen einen Mangel an starken spektralen Linien, die Hinweise auf Substanzen wie Wassereis oder Methan liefern würden, doch nach Aussage der beteiligten Astronomen sind weitere Studien notwenig, um mehr darüber zu erfahren. Sedna hat vielleicht einen ähnlichen Aufbau wie der kleine Planetoid Pholus, der sich innerhalb der Saturnumlaufbahn befindet, da beide zumindest äußerlich ein rötliches Erscheinungsbild haben.

Das gleiche Weltraumwetter beeinflusst wohl auch den Planeten Pluto und seinen Mond Charon, doch bei deren methan- und wasserreichen Oberfläche spielen auch atmosphärische und geologische Prozesse eine Rolle.

Die Daten könnten auch etwas über die evolutionäre Geschichte Sednas enthüllen, da die Astronomen denken, dass Objekte wie Sedna anfänglich keine eisige Oberfläche besaßen. Doch mit der Zeit sorgt die kosmische Strahlung und die ultraviolette Strahlung für ein “bake and burn” der Oberfläche in kohlenwasserstoffreiche Substanzen, ähnlich wie Asphalt, die im Infrarotspektrum nicht zu erkennen sind. Dies könnte erklären, warum die Astronomen keine Hinweise auf Methan und Wassereis gefunden gaben.  

„Wie ein Sandstrahlgebläse das für mehrere Milliarden Jahren arbeitet, werden die meisten entfernten Objekte wie Pluto ständig von Einschlägen und Kollisionen verändert, so dass sich immer neues Material ansammelt, bevor sich das schwarze Zeug festsetzen kann“ so Michael Brown vom California Institute of Technology. „Pluto und sein Mond Charon sind gute Beispiele für diesen Prozess, mit Plutos starker Methaneis Signatur in seinem Spektrum und Charons Wassereis“.

Quelle: Gemini Observatory

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