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Gastbeitrag von Dr. Norbert Gasch: Seltsame Geologie am Hang des Clark-Hill

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Eigenartige Zebrastreifen auf dem Mars. An Sol 410 bis 413 übermittelte Spirit ein komplettes Panorama der Columbia-Hills vom Standpunkt rund 25 Meter unterhalb des Gipfels des Husband Hill (der Ort wird auch "Larry´s Lookout" genannt).

Die Bilder von Sol 412 und 413 ergeben dabei einen hübschen Überblick über den nördlich benachbarten Clark-Hill und den dahinter Liegenden und fast konturgleichen Chawla-Hill. Bemerkenswert ist die allgemein lineare Anordnung großer, dunkler Steine ("Stonehenge" bzw. "Chinesische Mauer") zu eigenartigen parallelen Streifen, die aus der Vogelperspektive nun besonders auffällt. Dabei hat es den Eindruck, als seien hier dunkle Ablagerungsschichten durch Winderosion freigelegt worden, wobei aus dem härteren Material in Ost-West-Richtung verlaufende Grate entstanden sind. Besonders gut sind diese links auf der Westflanke des Clark-Hill zu sehen. Allgemein tritt dieses dunkle Gestein auch am Husband Hill in Erscheinung. Es könnte sich dabei um Vulkangestein handeln, das in einer Reihe von Spalten erstarrt ist, die vermutlich tektonischen Ursprungs sind. Auch eine Verfüllung durch Sedimente ist vorstellbar; das lässt sich klären, wenn Spirit dieses Gestein Näher analysiert. Damit tritt dieses Gestein in vertikaler Verteilung in den Hügeln auf, nicht hingegen als eine horizontale Ablagerung (dann müsste es dunkle Ringe um die Hügel geben statt dieser linearen Zebrastreifen).

Damit stammen die Columbia Hills aus der Frühzeit des Planeten Mars. Vermutlich sind sie rund 3,8 Milliarden Jahre alt und entstanden in einer Phase intensiven Vulkanismus, als von einem nicht allzu weit entfernten Riesenvulkan Apollinaris Patera große Aschemengen das Innere des Kraters Gusev bedeckten. Zu dieser Zeit gab es Wasser im Krater Gusev, so dass die Sedimente entsprechend verändert wurden.

Ganz links ist am unteren Bildrand die Fahrspur von Spirit zu sehen. Auf der weiten Ebene unterhalb des Husband Hill gibt es viele staubverfüllte zirkulare Senken, offenbar kleine Krater. Das macht deutlich, wie alt diese Gegend sein muss.

Ganz rechts unten sind eigenartige Steine zu erkennen, offenbar aus geschichteter vulkanischer Asche, die durch den Wind zu recht bizarren Formen zurechtgeschliffen wurden. Das Schwarzweiß- Panorama basiert auf Fotos durch den Filter L5, also den RGB- Grünkanal von Spirit.

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