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Der Erdähnliche Saturnmond Titan

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Die europäische Huygens Sonde reiste an Bord der amerikanischen Cassini Sonde 1,2 Milliarden Kilometer durch das Weltall und landete als erste Sonde überhaupt auf dem größten Saturnmond. Gestern stellte die ESA nun erste wissenschaftliche Erkenntnisse auf einer Pressekonferenz vor.

"Wir haben nun die ersten Hinweise darauf, welche Formen die Landschaft von Titan durchziehen" sagte Dr. Martin Tomasko, Verantwortlicher für das Descent Imager-Spectral Radiometer (DISR). Neben geologischen Beweisen für Niederschläge, Erosionen und Flusslandschaften entdeckte die Sonde, dass auf dem Titan die gleichen physikalischen Prozesse wie auf der Erde ablaufen.

Interessante Bilder die mit dem DISR eingefangen wurden enthüllen, dass der Titan eine außergewöhnliche erdähnliche Meteorologie und Geologie aufweist. Einige Bilder zeigen ein komplexes Netzwerk aus Abflusskanälen, die sich mit Flusssystemen vermischen.

Weitere Daten vom Gas Chromatograph and Mass Spectrometer (GCMS) und des Surface Science Package (SSP) deuten ebenfalls auf sich bewegende Flüssigkeiten hin, aber anders als auf der Erde handelt es sich dabei nicht um Wasser sondern um Methan, was aus relativ einfachen organischen Komponenten besteht und auch bei den hohen Minustemperaturen auf der Titanoberfläche noch im flüssigen Aggregatzustand vorkommen kann.

Auf einigen Bildern erscheinen die Flüsse und Seen im Moment ausgedörrt, doch es gibt Hinweise darauf, dass der letzte Niederschlag noch nicht allzu lange her ist.

Daten des SSP deuten darauf hin, dass die Kruste der Titanoberfläche die Konsistenz von losem Sand besitzt, was das Resultat von Äonen langen Methanregenfällen sein könnte.

Ebenfalls interessant sind die Bilder des DISR von kleinen Kieselsteinen in ausgetrockneten Flussbetten, die eher auf "dreckiges Wassereis" als auf Silikate Felsen hindeuten. Des weiteren ist die Möglichkeit, dass Titan eine vulkanische Aktivität besitzt, die zwar keine Lava, wie auf der Erde, sondern kaltes Wassereis und Ammoniak produziert faszinierend. Ein Hinweis dafür ist das in der Atmosphäre gefundene Argon 40.

"Wir sind wirklich aufgeregt über diese Resultate ... und dabei stehen wir erst am Anfang, die empfangenen Daten werden die Wissenschaftler noch jahrelang beschäftigen" sagt Jean-Pierre Lebreton, ESA's Huygens Projektwissenschaftler und Missionsmanager.

Obwohl viele physikalische Prozesse auf Titan ähnlich wie auf der Erde ablaufen, besitzt der Saturnmond aber eine gänzlich andere Chemie.

Quelle: ESA

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