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Cassini - Huygens Mission: Tag der Entscheidung

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Die europäische Huygens Sonde ist um 11:13 Uhr in die Titanatmosphäre eingetreten und gegen 13:45 Uhr gelandet. Auf der Pressekonferenz der ESA in Darmstadt, wurde gesagt, das anhand der Telemetriedaten alle Instrumente und Computer an Bord der Sonde während des Abstiegs einwandfrei gearbeitet haben. Doch mittlerweile wurde bekannt das keine Daten über Kanal A empfangen worden sind und das die Daten des Doppler-Windexperiments wahrscheinlich verloren sind.

Bereits am 25.12.2004 hatte sich die Huygens Sonde von der amerikanischen Cassini Sonde getrennt und mit ihrem Anflug in Richtung Titan begonnen.

Der Saturnmond Titan ist eines der geheimnisvollsten Objekte in unserem Sonnensystem, da seine Stickstoffatmosphäre der unserer Urerde ähnlich ist und es möglicherweise flüssige Methanseen auf ihm gibt. Zum ersten Mal ist heute eine Sonde durch die dichte Atmosphäre geflogen und auf Titan gelandet. Da es bislang eine Vielzahl an Vermutungen und Spekulationen über den Mond gibt aber wenig gesicherte Fakten.

Aufgrund der großen Entfernung zur Sonne und der dichten Atmosphäre konnte die Huygens Sonde nicht mit Solarenergie betrieben werden, weshalb die Energieversorgung nur für wenige Stunden reichte. Insgesamt betrug die Datenübertragung mit 3 h wesentlich länger als eigentlich erwartet.

Als Relaisstation diente dabei der Cassini Orbiter. Deshalb auch die große Verzögerung bei der Übermittlung der wissenschaftlichen Daten, da der Cassini Orbiter mit seiner Hauptantenne die Hyugens Sonde überwacht hat und erst nach Abschluss der Mission seine Hauptantenne in Richtung Erde gedreht hat und mit der Übermittlung der Daten begann.

Die ersten, überraschend, aufgezeichneten Daten (gegen 11:20 Uhr) des Robert C. Byrd Green Bank Telescope (USA) stammen noch aus der Anflugsphase der Sonde und beinhalten keine wissenschaftlich verwertbaren Informationen, dennoch brach im Kontrollzentrum der ESA in Darmstadt Jubel aus, da dies die ersten "Schreie eines Baby" sind. Später entfingen auch andere Radioteleskope diese Signale und die ESA war sich sicher, das Huygens erfolgreich auf Titan gelandet ist, da andernfalls die Signale abrupt verstummt wären.

 

Zeitplan:

6:51 - Huygens onboard electronics wird mit Energie versorgt und der Transmitter wird in den low-power Modus versetzt.

11:13 - Die Huygens Sonde wird 1270 km über der Oberfläche von Titan mit dem Abstieg beginnen. In dieser Phase kommt es einzig und allein auf das Hitzeschild der Sonde an, da eine immense Wärmeentwicklung durch Reibung mit der Atmosphäre entsteht und die Sonde von über 20.000 km/h auf 1.400 km/h abgebremst werden soll. Die Fallbeschleunigung in dieser Phase beträgt 14g.

11:18 - In 160 km Höhe wird sich dann der 8,3 m breite Hauptfallschirm öffnen und der Hitzeschild abgesprengt. Jetzt beginnt die Sonde mit der Sammlung wissenschaftlicher Daten. Neben der Messung der genauen Zusammensetzung der Atmosphäre werden auch ihre physikalischen und elektrischen Eigenschaften gemessen, des weiteren wird der Klang der Atmosphäre aufgezeichnet. Außerdem werden erste Bilder und eine Spektralanalyse aufgenommen.

11:32 - In 110 km Höhe wird der Hauptfallschirm abgesprengt und ein 3 m breiter Fallschirme entfaltet. An dem die Sonde für die nächsten 2,5 h Stunden zur Oberfläche gleitet.

12:57 - Der Gas Chromatograph Mass Spectrometer, das letzte Instrument der Huygens Sonde, beginnt mit der Untersuchung der Atmosphäre.

13:30 - Die Lichter gehen an - Das am Kamerainstrument befestigte Licht geht an, dies ist unter anderem wichtig für das Spectral Radiometer um die Zusammensetzung der Oberfläche messen zu können.

13:34 - Touchdown - Huygens setzt mit einer Geschwindigkeit von 5 Metern pro Sekunde auf und untersucht die physikalischen Eigenschaften und die Zusammensetzung im Landegebiet.

15:44 - Cassini wartet bis zuletzt und stoppt dann die Sammlung von Daten der Huygens Sonde und richtet seine Hauptantenne in Richtung Erde.

16:14 - Erste wissenschaftliche Daten erreichen die Erde

17:30 - Pressekonferenz der ESA in Darmstadt beginnt mit Verspätung.

 

Hightlights der Pressekonferenz:

Es wurde mitgeteilt das die Temperatur der Atmosphäre mit 25°C optimal war und das es womöglich daran liegt, das die Sonde länger als erwartet Daten übertragen hat.

Bundesforschungsministerin Edelgard Buhlmann muss sich kritische Fragen stellen lassen, ob Deutschland in Zukunft am europäischen Aurora Programm (Jubel im Pressesaal) teilnehmen wird oder nicht. Sie meint, das frühstens am Ende diesen Jahres erneut darüber entschieden wird.

Quelle: ESA

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