Poll: Weltraumtourismus
Für welchen Betrag würdest du ins All fliegen?
Home | News | Der Tarantel-Nebel im Detail

Der Tarantel-Nebel im Detail

Font size: Decrease font Enlarge font

Der Tarantel-Nebel ist einer der eindrucksvollsten Anblicke des südlichen Himmels. Sichtbar für das bloße Auge in der großen Magellanschen Wolke (LMC), einer Satellitengalaxie der Milchstraße, die sich in Richtung der Konstellation "Doradus", in einer Entfernung von etwa 170.000 Lichtjahren befindet, stellt dieser riesige Nebel, das dar, was Astronomen als "gigantische HIII Region" bezeichnen.

In diesem Gebiet, bestehend aus glühendem Gas und sehr heißen, leuchtenden Sternen, setzt sich das Gas hauptsächlich aus Protonen und Elektronen zusammen, die durch energiereiche Photonen auseinander gehalten werden, die durch die Sterne in der Umgebung emittiert werden.

Der Tarantel-Nebel (auch bezeichnet als 30 Doradus), der aufgrund seines Anblicks nach den Größten auf der Erde vorkommenden Spinnen benannt wurde, gibt seine Größe durch seine Bezeichnung wieder - er misst gut 1.000 Lichtjahre im Durchmesser.

Während die zentrale Region von 30 Doradus vielleicht mit einer Tarantel verglichen werden kann, können die verwickelten Fäden der Außenbereiche des Nebels - von denen man einige auf dem Erkennen kann - ebenso gut mit ihrem Spinnennetz verglichen werden. Sie beweisen, dass diese Region des Himmels eine Bühne für die eindrucksvollen Effekte ist, die immer noch anhalten, und die durch den gewaltigen Ausstoß von Energie von den größten, bekannten Sternen hervorgerufen werden.

Verzwickte Farben

Die großartige Vielfalt der Farben stammt aus den sich ständig verändernden Konditionen im interstellaren Gas dieser Region. Die rote Farbe in diesen Bildern wird durch die Emission von angeregten Wasserstoffatomen verursacht und die grünen Schatten stammen von den Emissionen von Sauerstoffatomen von denen, durch energiereiche Strahlung der Sterne des R136 Clusters, der hinter der rechten unteren Ecke dieses Photos liegt, 2 Elektronen abgespalten (2-fach ionisierter Sauerstoff) wurden. Die Intensität dieser Strahlung steigt in Richtung R136 an, was die gelblichen Farben an den Kanten des Photos erklärt.

Eine blaue Farbe hängt mit einfach ionisierten Sauerstoffatomen zusammen. Andere Atome, in verschiedenen Stadien der Ionisierung, tragen ebenso zur Emission des Nebels, bei bestimmten Wellenlängen, bei. Die beobachteten Farben zeigen folglich die physikalischen Bedingungen des emittierten Gases und der Sterne, die es abgeben. Die verworrene Erscheinung des Filaments ist zumeist eine Konsequenz der Turbulenzen des interstellaren Gases, des Magnetfeldes und dem Energieaustoß der Sterne, die sich in der Nähe befinden.

Der große ringförmige Nebel, der sich unten links vom Photo befindet ist bekannt als DEM L 299. Detaillierte Untersuchungen zeigen, dass er eine "interstellare Blase" zeigt, die durch Supernovae- Explosionen hervorgebracht wurde, die wahrscheinlich vor Millionen von Jahren stattfanden, als massive Sterne, nahe dem Zentrum dieser Struktur, ihr vergleichsweise kurzes Leben in eindrucksvollen Explosionen beendeten.

Eine nähere Betrachtung zeigt, dass eine weitere Supernova, etwas später, nahe dem Rand explodierte und dabei einen helleren und kompakteren Nebel, bekannt als SNR 0543-689, formte. Weitere Supernovae in diesem Gebiet explodierten erst vor kurzem, wie diejenige die den Überrest B0544-6910 hervorbrachte.

Nebel, die Kraftwerke beinhalten

Nicht alle Nebel, die man in dieser Region beobachten kann, wurden jedoch von Supernovae hervorgebracht. Das Glühen von N 164, einem hellen ausgedehnten rot-gelbemfarbenen Nebel, der sich unterhalb von DEM L 299 befindet, wird hauptsächlich durch sein eigenes "privates" Kraftwerk verursacht, welches aus mehreren massiven Sternen in seinem Inneren besteht.

Das Gleiche gilt für DEM L 297, den kleineren und schwächeren Nebel zur Rechten von DEM L 299. Er ist durch eine dunkle Linie aus interstellarem Staub, die sich vor ihm befindet, in zwei kreisförmige Segmente aufgeteilt. Innerhalb des Tarantel-Gebietes sieht man viele solcher dunklen und staubigen Wolken als Silhouette, die helle Nebel hinter sich verbergen.

Eine Menge Sternhaufen

Die Außenbezirke des Tarantel Nebels enthalten viele Sternhaufen. Einer von ihnen, NGC 2093, beinhaltet relativ wenig Sterne und ist relativ jung, nur einige 10 Millionen Jahre alt. Es sieht so aus, dass seine Sterne schon eine großes Gebiet um sie herum gelehrt haben, dass relativ frei von Gas ist.

Einen älteren und dichteren Cluster, NGC 2108, sieht man unten auf Photo 34h/04. Er ähnelt einem Cluster in unserer eigenen Galaxie, hat sich aber erst kürzlich geformt, etwa vor 600 Millionen Jahren. Trotzdem ist NGC 2108 wesentlich älter als der Tarantel-Komplex, und es ist gut möglich, dass er in seiner "Jugend" der Kern einer anderen, gigantischen HIII Region war, die sich mittlerweile im interstellaren Raum aufgelöst hat.

Quelle: ESO

Comments (0 posted):

Post your comment comment

Please enter the code you see in the image:

  • email Email to a friend
  • print Print version
  • Plain text Plain text
Tags
No tags for this article
Rate this article
0