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Seltsames Objekt im Halo der Milchstraße entdeckt

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Die meisten Sterne in unserer Galaxie liegen in einer flachen, pinwheel-förmigen Scheibe. Auch wenn diese Scheibe sehr bekannt ist, durch Bilder von Galaxien, ähnlich unserer Milchstraße, existiert zusätzlich ein diffuser, kugelförmiger "Halo" aus Sternen, der die Scheiben solcher Galaxien umgibt.

Neuere Beobachtungen haben gezeigt, dass dieser äußere Halo der Milchstraße eventuell aus kleinen Begleitgalaxien besteht, die auseinander gerissen wurden, als sie unsere Milchstraße umkreisten.

Eine Entdeckung, die heute vom "Sloan Digital Sky Survey (SDSS)" veröffentlicht wurde, enthüllt einen Klumpen von Sternen, wie er vorher noch niemals gesehen wurde. Diese Entdeckung könnte Licht darauf werfen, wie der stellare Halo der Milchstraße sich formte.

Diese Ansammlung von neu entdeckten Sternen, genannt SDSSJ1049+5103 oder Willman 1, ist so schwach, dass sie nur als kleine Erhöhung in der Anzahl von schwachen Sternen, in einer kleinen Region des Himmels, gefunden werden konnte.

"Wir entdeckten dieses Objekt bei der Suche nach extrem lichtschwachen Begleitgalaxien unserer Milchstraße," erklärt Beth Willman von New York University's Center for Cosmology and Particle Physics. "Es ist jedoch 200-mal schwächer als jede bisher beobachtete Galaxie."

Eine andere Möglichkeit wäre, dass ein ungewöhnlicher Typ eines Kugelsternhaufens ist.

"Seine Eigenschaften sind recht ungewöhnlich für einen Kugelsternhaufen. Er ist schwächer als alle bekannten Kugelsternhaufen, außer drei von ihnen. Diese schwachen Kugelsternhaufen sind wesentlich kompakter als Willman 1", erklärt Blanton. "Wenn es ein Kugelsternhaufen ist, wurde er möglicherweise von den Gravitationskräften der Milchstraße in Stücke gerissen."

Der Hauptunterschied zwischen Kugelsternhaufen und Zwerggalaxien liegt darin, dass Galaxien normalerweise von einer Menge Dunkler Materie begleitet werden, sagt Julianne Dalcanton, ein SDSS Forscher von der University of Washington. "Als nächstes wird daher gemessen, ob es dunkle Materie gibt, die mit Willmann 1 in Verbindung gebracht werden kann."

SDSS Konsortium Mitglied Daniel Zucker vom Max Planck Institute for Astronomy in Heidelberg, Germany, sagt, dass der "Sloan Digital Sky Survey" bewiesen hat eine "Goldmine für Studien der äußeren Bereiche unserer Galaxie sowie deren Nachbarn zu sein, wie Dr. Willman's Entdeckung zeigt, ebenso wie eine frühere Entdeckung unserer Gruppe, einer gigantischen, stellaren Struktur und einer neuen Satellitengalaxie um die Andromeda Galaxie herum."

Wenn sich zeigt, dass Willman 1 eine Zwerggalaxie ist, könnte diese Entdeckung Licht auf ein altes Problem werfen.

Das vorherrschende Modell der "kalten, dunklen Materie" sagt voraus, dass unsere Milchstraße von hunderten Büscheln aus dunkler Materie umgeben ist, jedes einige hundert Lichtjahre groß und möglicherweise bevölkert von einer Zwerggalaxie.

Es wurden bisher jedoch nur 11 Zwerggalaxien gefunden, die die Milchstraße umkreisen. Vielleicht haben diese Gebiete sehr wenige, eingebundene Sterne, was es sehr schwer macht die Galaxien zu finden.

"Wenn dieses neue Objekt in der Tat eine Zwerggalaxie ist, könnte dies die Spitze eines Eisbergs sein und uns eine bisher nicht gesehene Bevölkerung von sehr schwachen Zwerggalaxien aufzeigen," bemerkt Willman.

"Die Farben der Sterne in Willman 1 sind denen des Stroms im Schützen sehr ähnlich, einem ehemaligen Begleiter der Milchstraße, der sich derzeit mit unserer Galaxie verbindet," erklärt Brian Yanny, ein SDSS Astrophysiker am "The Department of Energy's Fermi National Accelerator Laboratory".

Yanny fährt fort: "Wenn Willman 1 ein Kugelsternhaufen ist, dann ist er vielleicht mit einem dieser Zwergbegleiter zusammen in unsere galaktische Nachbarschaft gereist. "

"Ob es nun ein Kugelsternhaufen ist oder eine Zwerggalaxie. Dieses sehr schwache Objekt scheint einen der Bausteine der Milchstraße darzustellen," sagt Willman.

Quelle: Sloan Digital Sky Survey

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