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Automatisierte Roboter-Teleskope werden miteinander verbunden

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Britische Astronomen feiern eine weltweit einmalige Sache, welche die Zukunft der Astronomie revolutionieren könnte.

Sie haben gerade mit einem Projekt begonnen, das ein globales Netzwerk der weltweit größten Roboter-Teleskope zur Verfügung stellen wird, genannt "RoboNet-1.0", und dass von intelligenter Software gesteuert wird, um schnell Veränderungen bei astronomischen Objekten beobachten zu können, wie beispielsweise starke Gammastrahlen Ausbrüche, oder auch 24 Stunden Überwachung von interessanten Vorkommnissen. RoboNet wird auch nach erdähnlichen Planeten Ausschau halten, die bis jetzt in unserer Galaxie noch nicht entdeckt wurden.

Fortschritt in den aufregendsten Gebieten der modernen Astronomie basiert darauf, unvorhersehbaren Änderungen bei Objekten im All, so schnell wie möglich zu folgen. Dies war der Grund, dass Astronomen an der Liverpool John Moores University (LJMU) den Weg für die Entwicklung einer völlig neuen Generation von vollständig automatisierten (Roboter-) Teleskopen beschritten haben, die in England von Telescope Technologies Ltd. entworfen und gebaut wurden. Das Liverpool Telescope (LT) und speziell zugeordnete Zeiten am Faulkes North (FTN) werden bald mit dem Faulkes South (FTS) verbunden, und stellen dann RoboNet-1.0 dar.

Als Kommentar für die Notwendigkeit eines Netzwerkes von Teleskopen gibt RoboNet´s Projektleiter, Professor Michael Bode von der LJMU an "Auch wenn jedes einzelne dieser Teleskope für sich genommen schon sehr leistungsfähig ist, ist ihr Einsatz immer abhängig von der Dunkelheit, lokalen Wetterbedingungen und dem Teil des Himmels, den jedes von ihnen, von seinem Standort auf der Erde aus, beobachten kann."

Prof. Bode fügt hinzu "Astronomische Phänomene respektieren jedoch solche Beschränkungen nicht und verändern sich zu jeder Zeit und überall im All. Um bestimmte Objekte zu verstehen, benötigen wir vielleicht sogar eine Rund um die Uhr Überwachung - mit einem einzelnen Teleskop ganz klar nicht möglich, wenn es an einer bestimmten Position auf der Erde fest aufgebaut ist."

Folglich wurde das Konzept von "RoboNet" geboren - einem globalen Netzwerk von automatisierten Teleskopen, die sich wie ein Instrument verhalten, und damit in der Lage sind überall im All, zu jeder Zeit Suchen durchzuführen und dies (sie übertragen die Beobachtung des Zielobjetkes von einem Teleskop auf das Nächste im Netzwerk) so lange, wie es wissenschaftlich notwendig ist.

Das erste Geheimniss, dass RoboNet untersuchen wird, ist der Ursprung von Gammastrahlen Ausbrüchen (GRBs). Zum ersten Mal in den späten 1960ern von US Spionagesatelliten entdeckt, stellen diese unvorhersagbaren Ereignisse die gewaltigste Explosion seit dem Urknall dar, weit energiereicher als eine Supernova Explosion. Dabei treten sie nur extrem kurz, von einigen Millisekunden bis hin zu einigen Minuten, auf, bevor sie verblassen und ein Nachglühen von einigen Minuten oder Wochen hinterlassen. Ihr Ursprung ist nach wie vor unbekannt, obwohl der Kollaps eines supermassiven Sterns oder die Verschmelzung von exotischen Objekten, wie Schwarzen Löchern und Neutronensternen, die vermuteten Kandidaten sind. Um GRBs zu untersuchen, müssen Teleskope sehr schnell das richtige Gebiet am Himmel anfahren können.

Im Oktober diesen Jahres wird die NASA einen neuen Satelliten Namens Swift starten, an dem England stark beteiligt ist, und damit die Explosion von GRBs genauer und schneller beobachten, als jemals zuvor. Die Koordinaten eines Ausbruchs werden innerhalb von Sekunden zu Teleskopen auf der Erde gesandt, inklusive denen von RoboNet, und dies mit einer Rate von einem Ereignis alle paar Tage. Die Teleskope von England´s RoboNet Netzwerk werden dann automatisch, innerhalb von einer Minute auf einen Alarm von Swift reagieren. In den ersten Minuten nach einem solchen Ausbruch sind Beobachtungen dringend notwendig, damit Astonomen in der Lage sind die Ursachen dieser immensen Explosionen zu verstehen. Bis jetzt waren solche Beobachtungen jedoch nur schwer sicherzustellen.

RoboNet´s zweites Hauptziel ist es erdähnliche Planeten um andere Sterne zu entdecken. Derzeit wissen wir von mehr als 100 extrasolaren Planeten. Es sind jedoch alles große Planeten (wie Jupiter) und viele sind zu nah an ihrem Zentralsternen und folglich zu heiß, um Leben hervorzubringen. RoboNet wird von einem Phänomen Namens "gravitational microlensing" profitieren (wobei Licht von einem entfernten Stern, an einem ansonsten unsichtbaren Objekt im Vordergrund, gebeugt und verstärkt wird), um kalte Planeten aufzuspüren. Wenn ein Stern, der auf diese Art beobachtet, wird einen Planeten hat, erzeugt dies einen kurzen "Klick" im aufgefangenen Licht, dem schnell reagierende Teleskope, wie das RoboNet Netzwerk, folgen können. Alles in allem hat das Netzwerk die besten Chancen von allen bestehenden Einrichtungen, wirklich eine zweite Erde zu finden und das auch wegen seiner großen Teleskope, ihrer hervorragenden Lokationen, sowie den sensitiven Instrumenten.

Das "Particle Physics and Astronomy Research Council" (PPARC) hat die Verwirklichung von RoboNet-1.0 aufgrund seiner drei gigantischen Teleskope, die um den Globus verteilt sind, unterstützt. Der "Klebstoff" der all dies zusammenhält ist eine Software, die vom LJMU-Exeter University "eSTAR" Projekt entwickelt wurde und es dem Netzwerk erlaubt intelligent und in einer koordinierten Art und Weise zu handeln.

Dr Iain Steele vom eSTAR Projekt sagt, "Wir waren in der Lage neue Grid Technologien zu entwickeln und zu nutzen, die vielleicht der Nachfolger des World Wide Web sein werden, um ein Netzwerk von intelligenten Agenten zu bauen, die viel schneller als jeder Mensch auf das sich schnell verändernde Universum reagieren können. Die Agenten agieren als "virtuelle Astronomen", die 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, Daten sammeln, analysieren und interpretieren, um dann ihre menschlichen Gegenstücke nur zu informieren, wenn sie eine Entdeckung machen."

Wenn dies erfolgreich ist, könnte RoboNet auf 6 Teleskope erweitert werden.

Quelle: PPARC News Release

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