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Galaktische Schlangenmenschen aufgenommen vom Gemini Observatorium

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Das neueste Bild des Gemini Observatoriums zeigt eine Gruppe von 300 Millionen Lichtjahren entfernten Galaxien, die sich gegenseitig auseinander reißen. Die Galaxien sind Mitglieder des "Stephan´s Quintet" und ihre Formen sind völlig durch Interaktionen ihrer Gravitationskräfte verworfen, die seit einigen Millionen Jahren vorhanden sind.

Dieses andauernde Chaos hat riesige, stellare Baumschulen gebildet - Herde in denen wilde Sternenbildung abläuft. Sie werden noch für Millionen von Jahren interagieren, bevor sie sich dann zu größeren Objekten verbinden; die kleineren Galaxien werden dabei vollständig auseinander gerissen.

Ein beeindruckendes Bild des Gemini Observatoriums zeigt die würdevolle Interaktion eines galaktischen Balletts, auf einer Bühne 300 Millionen Lichtjahre entfernt, das vielleicht besser als Tanz eines Schlangenmenschen beschrieben werden könnte.

Die Galaxien, Mitglieder der berühmten Gruppe, genannt "Stephan´s Quintet", reißen sich buchstäblich gegenseitig auseinander. Ihre Gestalten sind durch die Millionen Jahre andauernden Interaktionen verworfen. Bögen von Gas und Staub zeigen die Spur der Interaktion und möglichen, geisterhaften Durchgängen der Galaxien durch einander. Der andauernde Tanz hat ihre Strukturen deformiert.

Dieses beispiellose Bild des Clusters liefert eine einmalige Kombination aus Empfindlichkeit, hoher Auflösung und Blickfeld. "Es dauert nicht lange eine unglaubliche Tiefe zu erreichen, wenn man einen 8-Meter Spiegel zur Verfügung hat, der unter besten Bedingungen Licht sammelt, " sagt Travis Rector von der University of Alaska, Anchorage, der mitgeholfen hat die Daten mit dem Gemini North Telescope auf Mauna Kea, zu erhalten. "Wir sind in der Lage diese Galaxien mit vielen verschiedenen Wellenlängen und Farben zu beobachten. Dies erlaubt es uns einige bemerkenswerte Details im entgültigen Farbbild zu zeigen, die niemals vorher auf einen Blick gesehen wurden."

Eines der veblüffenden Elemente des Bildes ist die Ansammlung von vibrierenden, roten Klumpen, die Sternentstehungsregionen in der Galaxie NGC 7320, darstellen. Auch wenn ihr Verhältnis zu den anderen Galaxien des Clusters Anlass zu kontroversen Diskussionen war, denken die meisten Astronomen mittlerweile, dass diese Galaxie ein relativ ruhiges Dasein im Vordergund fristet, in sicherer Entfernung von den gewaltsamen Streitigkeiten im entfernteren Cluster.

Spektroskopische Daten zeigen, dass NGC 7320 sich mit einer Geschwindigkeit von 800 km/s von uns entfernt. Im Gegensatz dazu wird der Rest des Clusters, durch die Ausdehnung des Úniversums, mit einer Geschwindigkeit von über 6.000 km/s von uns weggetrieben. Wenn man die gegenwärtigen Modelle des Universums zugrunde legt, heißt das, dass der Hauptteil des Clusters fast 8 Mal weiter von uns entfernt ist als NGC 7320.

Die klaren, roten Flecken, verteilt in den Spiralarmen von NGC 7320 geben uns eine eindrucksvolle Demonstration, wie diese unterschiedlichen Fluchtgeschwindigkeiten unsere Beobachtungen beeinflussen können. NGC 7320 und die anderen Galaxien des Clusters besitzen Gebiete intensiver Sternenbildung, die durch leuchtende Wolken, sogenannte HII Regionen, aus Wasserstoff angezeigt werden. Diese Gebiete erscheinen deutlich rot, weil ein selektiver Filter benutzt wurde, der nur einen speziellen Teil des roten Lichts durchlässt, genannt H-Alpha, das in den HII Regionen erzeugt wird. In den Mitgliedern des Clusters, die sich schneller fortbewegen, dominieren hervorstehende HII Klumpen um die beiden nah beieinander liegenden, interagierenden Galaxien, aber sie erscheinen nicht rot in dem Bild. In diesen Galaxien ist das HII-Leuchten, über den Bereich des selektiven Filters hinaus, Doppler verschoben, und wird daher nicht erkannt.

Die interagierenden Mitglieder des "Stephan´s Quintet" scheinen dazu bestimmt ihren Tanz noch für Millionen von Jahren fortzusetzen. Dieser Tanz wird wahrscheinlich dazu führen, dass einige Galaxien des Clusters ihre "Identität" vollständig verlieren und sich zu noch weniger Objekten zusammenschließen, als wir sie heute sehen.

Stephan's Quintet wurde 1877 von dem französischen Astronomen Edouard Stephan, mit dem 80 Zentimeter Foucault Reflektor am Marseilles Observatorium entdeckt. Der Cluster ist im "Hickson Compact Group Catalog" unter der Nummer 92 aufgelistet. Er wurde intensiv in allen Wellenlängen untersucht und auch mit dem Hubble Space Teleskop aufgenommen. Aktuelle Beobachtungen des Sternhaufens nahe dem "Stephan's Quintet", durch Gemini, können findet man unter diesem Link..

Quelle: Gemini Observatory

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