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Cassini's Vorbeiflug an Phoebe

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Eine der komplexesten interplanetaren Mission die jemals gestartet wurde tritt in die heiße Phase ein. Die amerikanische Cassini Sonde mit der europäischen Huygens Sonde an Bord wird am Freitag am äußeren Saturnmond Phoebe vorbei fliegen.

Am 16. Juni ist noch eine letzte Flugbahnkorrektur geplant bevor am 30. Juni zum ersten Mal eine Sonde in eine Umlaufbahn um den Ringplaneten Saturn einschwenkt. Dort wird die Sonde auf ihrer 4-jährigen Mission neben der Atmosphäre und dem Ringsystem auch die Monde des Saturns nähr untersuchen. Speziell der Titan ist von besonderem wissenschaftlichem Interesse, da er als einziger Mond in unserem Sonnensystem eine dichte Atmosphäre besitzt.

"Die Ankunft und die Flugbahnkorrektur wurden extra so angepasst damit, dieser Vorbeiflug möglich ist, denn so haben wir zum ersten und einzigen Mal die Gelegenheit, Phoebe aus der Nähe zu untersuchen" sagt Dave Seal, Missions Planer für die Cassini-Huygens Mission vom JPL.

"Das letzte Mal, das wir Phoebe beobachten konnten war während der Voyager Mission 1981" sagt Torrence Johnson. "Doch dieses Mal werden die Bilder von diesem mysteriösen Mond 1000-mal besser sein". Voyager 2 machte nämlich seine Aufnahmen von dem Saturnmond Phoebe aus 2,2 Millionen Kilometer Entfernung, Cassini hingegen wird nur 2000 Kilometer von der Oberfläche des Mondes entfernt sein.

Cassini wird des weiteren auch spektroskopische- und Radar- Daten sammeln, um die Zusammensetzung und den Ursprung dieses Entfernten Mondes zu entschlüsseln.

"Wir erwarten, das Phoebe auf den hoch auflösenden Bildern, die wir in den Nächsten bekommen werden, eine stark verkraterte Oberfläche besitzt" sagt Dr. Peter Thomas von der Cornell University.

Phoebe wurde 1898 durch den amerikanischen Astronomen William Henry Pickering entdeckt und genoss von Beginn an ein starkes wissenschaftliches Interesse. "Mit den Instrumenten an Bord der Cassini Sonde, werden wir in der Lage sein mehr über die innere Struktur und Zusammensetzung zu erfahren. Was wir bislang haben, sind eine Reihe von unbeantworteten Fragen: Ist er jemals geschmolzen? Gibt es Beweise für eine vergangene Innere Schmelzung? War er jemals ein eisiger Körper? Warum befindet sich Phoebe auf so einen seltsamen Orbit?" sagt Dr. Dennis Matson vom JPL.

Der Saturnmond Phoebe besitzt einen Durchmesser von 220 Kilometern und rotiert alle 9 Stunden und 16 Minuten um seine eigene Achse. Für einen kompletten Umlauf um den Saturn benötigt er 18 Monate. Sein elliptischer Orbit ist Nährungsweise um 30 Grad gegenüber Saturns Äquator geneigt und er befindet sich auf einem retrograden Orbit. Außerdem haben erdgebundene Beobachtungen Hinweise auf mögliche Wassereisvorkommen entdeckt.

Warum Phoebe so ungewöhnlich ist, blieb bislang sprichwörtlich im Dunkeln, zumal er nur 6 Prozent des Sonnenlichtes reflektiert. Dies und sein retrograder Orbit deuten darauf hin, dass er woanders entstanden ist und erst später vom Saturn eingefangen wurde. Sein Ursprung liegt wahrscheinlich im Kuiper Gürtel, jenseits von Pluto.

"Die Dunkelheit und die merkwürdige Form sind vielleicht ein Baustein aus denen sich die Planeten formten" sagt Dr. Bonnie Buratti. "Es könnte uns Informationen auf die Anfangszeit unseres Sonnensystems liefern".

Quelle: JPL

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