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Größtes Bild des Hubble

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Das größte Farbbild vom Weltraumteleskop Hubble zeigt einen Himmelsauschnitt von der Größe des Vollmondes und zeigt rund 40.000 Galaxien. Das Bild soll Aufschlüsse über die Entwicklung von Milchstraßenähnlichen Galaxien in den letzten 9 Milliarden Jahre geben.

Dr. Eric F. Bell vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg und Dr. Shardha Jogee vom Space Telescope Science Institute in Baltimore stellten das Bild, das ein Mosaik aus 78 Bildern ist, vergangene Woche auf der jüngsten Tagung der American Astronomical Society in Atlanta vor. Die beiden Astronomen gehören zu einem internationalen Konsortium mit dem Namen GEMS, "Galaxy Evolution from Morphology and Spectral Energy Distributions", das von Prof. Hans-Walter Rix, Direktor am Max-Planck-Institut für Astronomie, geleitet wird.

Da die Galaxien nicht gleichmäßig über den Himmel verteilt sind, sondern Galaxiehaufen und Ketten bilden, könnten Bilder mit einem sehr kleinen Himmelsausschnitt untypische Merkmale aufzeigen. Wenn man aber viele Galaxien untersucht, wird man auch die Verteilung der Galaxien verstehen.

Das Bild zeigt einen Himmelsausschnitt im Sternbild Fornax auf der südlichen Hemisphäre. Diesen Bereich hatten Astronomen ausgewählt, da von knapp 10.000 Galaxien bereits die Entfernung bestimmt worden war. Dadurch, dass sich das Universum ausbreitet, entfernen sich die Galaxien schneller von uns, die am weitesten von uns weg sind. Und weil die Lichtgeschwindigkeit endlich ist, kann man mit dem Bild rund 9 Milliarden Jahre in die Vergangenheit schauen.

Dr. Christian Wolf, University of Oxford, und Dr. Klaus Meisenheimer, Max-Planck-Institut für Astronomie, haben zusammen mit ihren Kollegen die Entfernung der rund 10.000 Galaxien im GEMS-Feldes bestimmt. Mit diesen Daten und dem Hubble-Bild kann man nun die Entwicklung der Formen und Strukturen der Galaxien in den letzten 9 Milliarden Jahren erforschen. Ein Ziel des GEMS-Projektes ist es, die Wechselwirkung von Galaxien und die dadurch hervorgerufene Beeinflussung der Galaxien untereinander zu untersuchen. Wechselwirkende Galaxien können sich stark gegenseitig durch die riesigen Gravitationskräfte verändern oder verschmelzen gar. Auf diesem Bild sind einige solcher wechselwirkenden Galaxien zu erkennen.

Die gravitativen Wechselwirkungen können aber auch mächtige Ströme interstellaren Gases in die massereichen Schwarzen Löcher kanalisieren, die in den Zentren der Galaxien liegen, und damit heftige Aktivitätsphasen in den galaktischen Kernregionen auslösen.

"Heute werden die meisten massereichen Galaxien einfach älter, sie verblassen langsam, bis sie eines Tages in der Dunkelheit verschwunden sind," sagt Hans-Walter Rix.

Auf dem Bild ist auch zu sehen, dass der Anteil von elliptischen Galaxien heute höher ist, als früher. Die weißt darauf hin, dass ein Teil der elliptischen Galaxien durch verschmolzene Spiralgalaxien entstanden sind.

Quelle: Max Planck Gesellschaft

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