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Eine Reise von Kasachstan nach Kourou

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Das Arbeitspferd der russischen Raumfahrt ist die legendäre Soyuz. Sie ist die am meisten eingesetzte Trägerrakete der Welt. Als neues Projekt der ESA soll die neuste Version der Soyuz-Rakete nun vom Weltraumbahnhof Kourou starten. Dies beschlossen die beiden Vertreter der jeweiligen Raumfahrtorganisationen (ESA und RSA) Mitte diesen Jahres.

Die Soyuz-Rakete ist ein Dinosaurier in der Raketentechnik und seit 1957 im Einsatz, sie ist die Urmutter der russischen Raketen. Es begann alles als Interkontinental R 7, auch genannt "Semjorka", was so viel bedeutet wie "Rakete Nummer sieben". Auf ihrer Basis wurden fast alle russischen Raketen gebaut. Eigentlich sollte sie auf feindliche Ziele fliegen, aber mit einer modifizierten Oberstufe hat sie die Erdsatelliten Sputnik, Elektron, Interkosmos, Kosmos, Meteor, Molnija, Poljot und Prognos in die Umlaufbahn geschossen.

Sie hat aber nicht nur Erdsatelliten in den Weltraum gebracht, sondern sie hat auch solche Satelliten wie Luna, Mars, Sonde und Venera und auch Raumschiffe wie Korbal, Wostok, Wodschod, Soyuz und Progress gehören zur glorreichen Ära der R 7.

Ein direkter Abkömmling der legendären "Semjorka" ist die Soyuz-Rakete. Aus dieser entstand dann in vier Jahrzehnten eine ganze Familie. Die russische Rakete ist robust, preiswert und zuverlässig. Die Kosten liegen bei etwa 35 Millionen Euro pro Start in Baikonur; am 29. August 2003 startete die 1682 Soyuz-Rakete. An diesem Tag startete Soyuz-U mit einem Progress Transportfrachter.

Die Soyuz-Rakete soll ab 2006 von Kourou starten. Dies begrüßt besonders die russische Raumfahrt, da die Behörden in Kasachstan fast monatlich die Gebühren für die Starts erhöhen. Und durch solches Handeln werden die Starts von Raketen aus Baikonur unwirtschaftlich. Noch dieses Jahr sollen die Bauarbeiten in Kourou starten, dafür werden bis zu 300 russische Wissenschaftler nach Französisch-Guayana entsendet. Nach der Fertigstellung des neuen Startgeländes werden dort dann noch 100 Wissenschaftler für längere Zeit verbleiben.

Die ESA begrüßt das Projekt natürlich auch, da sie ja nur noch 2 Trägerraketen besitzen (die kleinere Vega und ihr größerer Bruder Ariane 5) weil durch die Weiterentwicklung der Ariane 5+ die Ariane 4 weggefallen ist. Es ist ganz klar, dass die Soyuz-Rakete nicht die Ariane 4 ersetzen kann, aber sie kann den Wegfall wieder wettmachen.

Der Anfang des Kooperationsprojekts machte die ESA mit Mars-Express, die Sonde startete von Baikonur mit einer Soyuz-Rakete. Es stehen auch noch weitere Starts auf dem Programm der ESA, die mit einer Soyuz-Rakete starten sollen, wie zum Beispiel Venus-Express, Smart 2, BepiColombo, Eddington sowie die ersten Satellitencluster für das europäische Navigationssystem Galileo.

Auch wenn über bemannte Missionen noch nicht gesprochen wurde, ist der Chef der ESA Antonio Rodotá sehr zuversichtlich das dies auch irgendwann von Kourou möglich sein wird.

Quelle: ESA

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