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Der Mars schmilzt

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Nicht an jedem Tag kann man das Schmelzen der Eiskappen eines Planeten beobachten, doch in diesem Monat ist dies aufgrund des geringen Abstandes zwischen Mars und Erde möglich, alles was man dazu braucht ist einen klaren Himmel und ein gutes Teleskop.

Der Abstand zwischen Mars und Erde ist so gering, wie seit Jahrtausenden nicht mehr und deshalb, lässt sich schon mit einem einfachen Teleskop charakteristische Merkmale, wie die Eiskappen auf der südlichen Hemisphäre des Mars beobachten. Doch man sollte nicht zulange mit dem Beobachten warten, denn die Eiskappen sind am schmelzen.

Genau wie die Erde auch hat der Mars verschiedene Jahreszeiten. "Momentan herrscht auf der südlichen Hemisphäre des Planeten später Frühling. Die Eiskappen weichen zurück da sie direkter Sonnenstrahlung ausgesetzt sind" erklärt Planetenwissenschaftler Dave Smith vom Goddard Space Flight Center. "Im Süden beginnt der Sommer am 29. September, bis dahin werden alle Eisflächen verschwunden sein."

Einen besonderen Blick werfen die Wissenschaftler dabei auf die "Cryptic Region", eine dunkle Zone mit einem Durchmesser von mehreren hundert Kilometern. Nachdem das Eis zurückgewichen ist, bleibt diese Region bemerkenswert kalt, wie Infrarotaufnahmen der Mars Global Surveyor Sonde zeigen. "Niemand ist sich sicher was die Cryptic Region ist, aber sie ist groß genug sie von der Erde zu beobachten" sagt Smith.

Die saisonal bedingten Eiskappen des Mars bestehen aus gefrorenem Kohlendioxid (Kohlendioxid ist der Hauptbestandteil der Marsatmosphäre) und entstehen während des Winters. Besonders interessant dabei ist, dass ungefähr ¼ der gesamten Marsatmosphäre auf dem Boden um die Pole gefunden werden kann, das heißt, dass der Luftdruck um 25% schwankt.

Die Eiskappen am Südpol verdampfen, dies bedeutet, dass das Kohlendioxid wieder zurück in die Atmosphäre des Planeten gelangt. Während die Eiskappen am Südpol weichen, wachsen sie am Nordpol, wo gerade Herbst herrscht. Es ist ein Ausgewogenheitsspiel.

Die Zunahme des Luftdrucks hat einige interessante Konsequenzen. Denn obwohl der Luftdruck auf dem Mars bestenfalls 100-mal schwächer ist als auf der Erde, ist er doch an einigen Orten groß genug um flüssiges Wasser fließen zu lassen.

Genauer gesagt, flüssiges Wasser ist auf dem Mars aufgrund des niedrigen Luftdrucks eigentlich unmöglich, doch an einem warmen Sommertag schmilzt das Eis nicht, es verdampft. So das an einigen Orten der Luftdruck steigt und flüssiges Wasser fließen kann. Deswegen ist der Sommer auf dem Mars auch ein gutes Urlaubsziel für zukünftige menschliche Besucher, auch wenn ein erhöhter Luftdruck die Gefahr von Sandstürmen erhöht.

Quelle: Science@NASA

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