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Eine neue Form des Lebens

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Astrobiologen vom National Space Science and Technology Center (NSSTC) der NASA haben einen neuen ungewöhnlichen Mikroorganismus im Kalifornischen Mono Lake entdeckt.

Der Mono Lake hat Ähnlichkeit mit einer außerirdischen Welt. Seltsame Klümpchen mit der Bezeichnung "tufa" entspringen dem Wasser etwa ein Dutzend Fuß hoch. Das Wasser ist voll gestopft mit Milliarden von treibenden Kreaturen. In der Mitte des Sees befindet sich eine Insel, die mit Asche bedeckt ist und heiße Quellen besitzt.

Der See ist eigentlich ein vulkanisches Becken mit einem Durchmesser von 22 Kilometern. Da das Wasser aus diesem See nicht abfließen kann, verdunstet es, durch diesen Prozess steigt stetig der Anteil an Salz und anderen Mineralien. Dadurch ist das Wasser giftig und fast eine reine Lauge und mehr als doppelt so salzig wie Wasser aus einem Meer. Im Mono Lake gibt es weder Fische, Frösche, Schlangen oder Kaulquappen.

Dennoch gibt es in diesem See Leben. So existieren hier z.B. Schrimps. Des weiteren beherbergt der See Mikroorganismen wie Diatomee, Cyanobakterien (eine im Wasser lebende Bakterie, die sich selbstständig durch Photosynthese ernährt, sie ist auch bekannt unter dem Begriff Blaualge) und Filamentious Algen.

Soviel interessantes Leben weckt die Aufmerksamkeit von Astrobiologen und so kam im September 2000 Richard Hoover an den Mono Lake und untersuchte die hier lebenden Mikroorganismen. "Durch das Studieren von Mikroorganismen an extremen Orten wie den Mono Lake, beginnen wir zu verstehen, wie Leben auf dem Mars oder anderen Welten existieren kann" so Hoover.

Durch die Proben von Wasser und Schlamm die Hoover während seines kurzen Besuches am Mono Lake genommen hat, stieß er später im Labor in Huntsville (Alabama) auf eine neue bakterielle Lebensform. Spirochaeta americana

"Dieses extrem dünne und anmutige Bakterium hat eine elegante Bewegung" sagt Mikrobiologin Elena Pikuta vom NSSTC, welche die Proben kultivierte. "Ihre Zellenwände sind sehr sensibel und es ist schwierig, sie lange im Labor am Leben zu halten".

Zur Gattung der Spirochaeta gehören 13 unterschiedliche Bakterien. Nicht alle davon könnten an rohen Plätzen wie den Mono Lake überleben, dennoch besitzen sie alle eine hohe Resistenz gegen Schwefelwasserstoff Konzentrationen. Heißer, salzhaltiger Schlamm aus Schwefel scheint ein gutes Zuhause für diese Kreaturen zu sein.

Besonders interessant ist die Ähnlichkeit des Mono Lake mit dem Gusev Crater auf dem Mars, auch wenn dieser Krater nicht vulkanischen Ursprungs ist, da er bei einem Meteoriten Einschlag entstanden ist. Als nämlich dieser Einschlag vor 3,5 Milliarden Jahren stattfand, gab es aller Wahrscheinlichkeit nach flüssiges Wasser auf dem Mars, so das sich ähnliche Lebensformen wie im Mono Lake gebildet haben könnten, die auch noch heute existieren.

Genau werden wir es aber erst wissen, wenn 2004 der NASA Rover Spirit im Gusev Crater landet und seine Untersuchungen beginnt.

Quelle: Science@NASA

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