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Die untere Atmosphäre von Pluto enthüllt

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image Künstlerische Darstellung der Plutooberfläche

Dank des europäischen Very Large Telescope konnten Astronomen neue Erkenntnisse über die Atmosphäre des Zwergplaneten Pluto sammeln.

Dabei fanden die Forscher unerwartet große Mengen an Methan in der Atmosphäre und entdeckten obendrein, dass die Atmosphäre 40 Grad wärmer ist als die Oberfläche, wobei die Temperatur aber immer noch bei -180 Grad Celsius liegt. Erklärt werden könnte die Eigenschaft durch reine Methanstellen an der Oberfläche oder einer methanreichen Oberflächenschicht.

"Mit großen Mengen an Methan in der Atmosphäre wird klar, warum Plutos Atmosphäre so warm ist" sagt Emmanuel Lellouch vom Observatoire de Paris.

Pluto ist nur 1/5 so groß wie die Erde und besteht vorwiegend aus Eis und Felsen. Aufgrund seiner großen Entfernung zur Sonne ist es sehr kalt auf ihm und die Temperaturen liegen um -220 Grad Celsius.

Seit den 1980er Jahren ist bekannt, dass Pluto über eine dünne Atmosphäre verfügt, die vorwiegend aus Stickstoff besteht und nur Spuren aus Methan und Kohlenstoffmonoxid enthält.

Bei seinem 248 Jahre dauernden Umlauf um die Sonne gefriert die Atmosphäre vollständig und fällt zu Boden, doch in "Sonnennähe" - wie es momentan der Fall ist - steigen die Temperaturen und das Eis sublimiert zu Gas, ähnlich wie bei Kometen.

Bis vor Kurzem konnte nur die obere Atmosphäre des Zwergplaneten studiert werden, wenn der Planet an einen bekannten Stern im Vordergrund vorbeizog und Forscher die Spektralsignatur analysierten. Doch dank des CRyogenic InfraRed Echelle Spectrograph (CRIRES) des Very Large Telescope der europäischen Südsternwarte kann nun die Atmosphäre in ihrer Gesamtheit analysiert werden und dabei wurde der Temperaturunterschied zwischen Atmosphäre und Oberfläche festgestellt.

Ferner wurde festgestellt, dass im Gegensatz zur Erdatmosphäre die Plutoatmosphäre mit zunehmender Höhe immer wärmer wird und das mit 3- 15 Grad pro Kilometer (die Erdatmosphäre wird pro Kilometer um 6 Grad kälter).

"Es ist faszinierend zu wissen, das wir mit CRIRES präzise die Zusammensetzung der Atmosphäre messen können die 100.000-mal dünner als die Erdatmosphäre ist, bei einem Objekt, das selbst 5-mal kleiner als unserer Planet ist und am Rand des Sonnensystems liegt" sagt Hans-Ulrich Käufl.

Weitere Überraschungen erwarten sich die Wissenschaftler von der Ankunft der amerikanischen New Horizons Sonde im Jahr 2015.

Quelle: ESO

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