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CT Cha b: Möglicher Exoplanet fotografiert

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Seitdem 1995 der erste extrasolare Planet im rund 50 Lichtjahre entfernten Sternsystem 51 Pegasi gefunden wurde, ist die Jagd nach weiteren Planeten offiziell eröffnet. Nun gelang es womöglich europäischen Forschern einen weiteren Planeten nicht nur zu entdecken, sondern ihn auch zu fotografieren.

„Es ist uns gelungen, den Begleiter eines Sterns zu fotografieren, der von seiner Masse her durchaus ein Planet sein könnte“ sagt Tobias Schmidt von der Friedrich-Schiller Universität in Jena. Mit mehreren Aufnahmen konnten die Wissenschaftler bestätigen, dass sich die beiden Objekte gemeinsam am Himmel bewegen und damit zusammengehören. „Der Mutterstern CT Cha im Sternbild Chamäleon ist mit ein paar Millionen Jahren noch sehr jung“ so der Physiker. Mit dem bloßen Auge ist der von der Erde etwa 550 Lichtjahre entfernte Stern jedoch nicht sichtbar.

Neue Technik ermöglicht die direkte Beobachtung von Exoplaneten

Die Bilder des Sterns wurden am Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) in der Atacamawüste im Norden Chiles aufgenommen, deren vier Hauptspiegel einen Durchmesser von über acht Metern haben. „Exoplaneten, also Planeten, die außerhalb unseres Sonnensystems liegen, sind leuchtschwache Objekte und werden meist von ihrem Stern überstrahlt“, sagt Prof. Neuhäuser. Deshalb sei eine direkte Beobachtung bisher sehr schwierig gewesen. Doch dank dem technologischen Fortschritt, genauer gesagt der Entwicklung der adaptiven Optik, sind heute auch relativ scharfe Bilder von weit entfernten Objekten möglich.

Neben dem Begleiter von CT Cha wurden bis jetzt nur zwei ähnliche Objekte direkt aufgenommen, bei denen es sich um Planeten handeln könnte, die um Sterne kreisen. 2005 entdeckte Ralph Neuhäuser den ersten Kandidaten GQ Lupi b. Damals wie heute ist noch nicht genau geklärt, ob es sich tatsächlich um einen Planeten oder etwa um einen Braunen Zwerg, ein sternähnliches Objekt, handelt. „Ein Problem ist, dass es bisher keinen Konsens über das obere Massenlimit eines Planeten gibt“, erläutert der Direktor des Astrophysikalischen Instituts. Die Vorschläge schwanken zwischen 13 und 30 Jupitermassen, eine Jupitermasse entspricht etwa der 318fachen Masse der Erde. „Unter 13 Jupitermassen findet keine Kernfusion statt, was für Planeten sprechen würde. Jedoch wurden im Bereich bis 30 Jupitermassen kaum Braune Zwerge gefunden, was bedeuten könnte, dass Objekte unterhalb dieser Massegrenze planetar entstehen“, so Neuhäuser.

Ein neuer Planetenkandidat

Für den neu entdeckten Begleiter haben die Wissenschaftler eine Masse zwischen 11 und 23 Jupitermassen errechnet. Die Jenaer Astrophysiker halten es für durchaus möglich, dass es sich um einen Planeten handelt.

Das elektromagnetische Spektrum von CT Cha b haben die Wissenschaftler bereits bestimmt. Damit wollen sie unter anderem herausfinden, wie sich die umgebende Atmosphäre chemisch zusammensetzt und welche Temperatur dort herrscht. „Wir wissen, dass ständig neues Material auf CT Cha b auftrifft – es also noch wächst“, so Neuhäuser. Wenn sich bestätigt, dass es sich dabei um einen Planeten handelt, könnten die Jenaer Wissenschaftler nachverfolgen, wie sich ein Planet entwickelt. So könnten sie vielleicht irgendwann klären, wie einst unser Sonnensystem entstanden ist.

Quelle: Pressemitteilung der Universität Jena

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