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Titans organische Stoffe an der Oberfläche überbieten die Ölreserven auf der Erde

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Der orangefarbene Saturnmond Titan besitzt hundert Mal mehr flüssige Kohlenwasserstoffe als alle bekannten Öl- und Gasreserven auf der Erde zusammen, wie die Cassini Sonde herausgefunden hat.

Während auf der Erde die fossilen Brennstoffe immer schwerer zu fördern sind und damit immer teurer werden, sorgt der Kohlenwasserstoffregen auf dem größten Saturnmond dafür, dass sich gewaltigen Seen auf der Oberfläche bilden.

„Titan ist bedeckt mit einem kohlenstoffhaltigen Material – es ist eine gigantische Fabrik organischer Chemikalien“ sagt Ralph Lorenz vom Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory. “Dieser gewaltige Kohlenstoffbestand ist ein wichtiges Fenster zur Geologie und Klimageschichte des Titan.”

Mit "milden" -179°C gibt es aber heute große Unterschiede zwischen der Erde und Titan, auch wenn der Saturnmond oft mit der Urerde verglichen wird. Statt Wasser gibt es flüssige Kohlenwasserstoffe in Form von Methan und Ethan auf der Oberfläche, während die Dünen wohl aus Tholinen bestehen. Übrigens stammt der englische Ausdruck “tholins” von Carl Sagan, der damit 1979 komplexe organische Moleküle im Herzen der “prebiotic chemistry” beschrieb.

Cassini hat mittlerweile 20 % der Oberfläche von Titan mit Radar kartografiert und dabei hunderte von Seen mit flüssigen Kohlenwasserstoffen gefunden. Ferner enthalten die dunklen Dünen entlang des Äquators mehr organische Stoffe als die Kohlereserven auf der Erde.

“Die globalen Schätzungen basieren auf den gesehenen Seen in der nördlichen Polarregion. Wir vermuten, dass es im Süden ähnlich ist, aber bisher wissen wir nicht wirklich wie viel flüssiges es dort gibt” sagt Lorenz. Aber bisher hat das Cassini Radar die südlichen Regionen auch nur einmal abgetastet und dabei nur 2 kleine Seen entdeckt.

Das Methan auf Titan spielt dabei eine besondere Rolle, denn genau wie auf der Erde auch ist es ein starkes Treibhausgas und wenn dieses über Jahrmillionen in die Atmosphäre aufsteigt, würden die Molekularverbindungen aufbrechen und das Methan so ins All entkommen und Titan damit noch wesentlich kühler werden. Wobei die Wissenschaftler vermuten, dass das Methan aus einem inneren Kryovulkanismus stammt und durch gewaltige Eruptionen freigesetzt wird. Wenn dem so ist, könnte es dramatische Änderungen in Titans Vergangenheit gegeben haben.

„Wir sind auf kohlenstoffbasiertes Leben und das Verständnis wie weit die komplexe chemische Kette des Lebens reicht in einer Umwelt wie Titan ist wichtig für das Verständnis des Ursprungs des Lebens überall im Universum“ so Lorenz.

Quelle: JPL

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