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Überraschungen vom Merkur

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Nach einer Reise von mehr als 3,2 Milliarden Kilometern und 3,5 Jahren, flog NASAs MESSENGER Raumschiff am 14. Januar 2008 am Merkur vorbei und sendete einige Überraschungen zurück zur Erde.

"Dieser Vorbeiflug erlaubte es uns einen Teil des Planeten zu sehen, den wir vorher noch nie mit einem Raumschiff beobachtet hatten und unser kleines Schiff sandte eine Goldmine aufregender Daten zurück", sagt Sean Solomon, MESSENGERs leitender Forscher an der Carnegie Institution in Washington. Die Kameras und andere Sensoren des Raumschiffs sammelten mehr als 1.200 Bilder und machten die ersten Messungen von Merkur aus solch naher Distanz, seit Mariner 10 den Planeten Mitte der 1970er Jahre besuchte.

Forscher dachten einst, dass Merkur dem Erdmond sehr ähnlich ist, aber MESSENGER fand viele Unterschiede. Zum Beispiel besitzt Merkur, im Gegensatz zum Mond, riesige Kliffs mit Strukturen die sich hunderte von Kilometern über die Oberfläche des Planeten ziehen. Das Raumschiff enthüllte auch Einschlagskrater, die sich sehr von Einschlagskratern auf dem Mond unterscheiden. Ein besonders sonderbarer Krater wurde "Die Spinne" getauft.

 Dieses Gebilde hatte man vorher noch nicht auf Merkur gesehen, und auf dem Mond findet sich ebenfalls nichts ähnliches. Es liegt in der Mitte eines großen Einschlagskraters, genannt das Caloris Basin, und besteht aus mehr als 100 schmalen, flach verlaufenden Rinnen, die sich von einer komplexen zentralen Region aus verbreiten.  

"Die Spinne hat einen Krater nahe ihrem Zentrum, aber ob dieser Krater zum ursprünglichen Gebilde gehört oder später hinzugekommen ist, ist derzeit noch nicht klar", sagt James Head, stellvertretender Leiter des Wissenschaftsteams an der Brown University, Providence, R.I.

Als Mariner 10 in der 70er Jahren am Merkur vorbeiflog, sah es nur einen Teil des Caloris Basins. Jetzt, wo MESSENGER den Wissenschaftlern das Basin in seiner gesamten Ausdehnung gezeigt hat, vergrößerte sich sein geschätzter Durchmesser von 1.300 Kilometern hin zu vielleicht 1.550 Kilometern, von Kante zu Kante gemessen. Wissenschaftler wussten schon vorher, dass Caloris einer der größten Einschlagskrater im Sonnensystem ist; MESSENGER zeigte, dass es sogar noch größer ist als vorher angenommen!

Bei der Betrachtung von Merkurs Magnetfeld fand MESSENGER einen Unterschied zu den Beobachtungen durch Mariner 10 vor 30 Jahren. Während das Magnetfeld am 14. Januar grundsätzlich ruhig war (keine magnetischen Stürme), zeigten sich mehrere Hinweise auf einen signifikanten inneren Druck. Zusätzliche Vorbeiflüge von MESSENGER Ende 2008 und 2009, sowie eine ein Jahr dauernde Zeit in der Umlaufbahn, die 2011 beginnt, werden mehr Licht auf die Stabilität und die Dynamik von Merkurs magnetischem Kokon werfen.

MESSENGERs Sammlung von Instrumenten entdeckte auch Ultraviolett-Emissionen von Natrium, Kalzium und Wasserstoff in Merkurs Exosphäre. (Eine Exosphäre ist eine Atmosphäre mit einer sehr geringen Dichte die vielleicht, in diesem Fall durch Atome die von Merkurs Oberfläche stammen, gebildet wurde. Das Heraustreten der Atome wird wahrscheinlich durch einen Kontakt mit heißem Plasma hervorgerufen, das in Merkurs Magnetfeld eingeschlossen ist.) MESSENGER entdeckte Merkurs Natrium-reichen Exosphären-"Schweif", der sich mehr als 40.000 Kilometer vom Planeten ausdehnt. Des Weiteren fand man auch einen Wasserstoff-Schweif von ähnlichen Dimensionen.

"Wir sollten diese Fundgrube von Daten nüchtern betrachten", sagt der Wissenschaftler  Ralph McNutt von den Applied Physics Laboratory, Laurel, Md. "Mit noch zwei bevorstehenden Vorbeiflügen und einer intensiven Mission in der Umlaufbahn, fangen wir gerade erst an dorthin zu gehen wo vorher noch niemand war."

Quelle: Science(at)NASA

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