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Vorbeiflug am Merkur schafft Voraussetzung für neue Entdeckungen

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"Entdeckungen stehen bevor!" Das sagen Mitglieder des MESSENGER Teams nachdem ihr Raumschiff am 14. Januar, in einer Entfernung von nur 200 km am Merkur vorbeiflog. Dieser historische Vorbeiflug lieferte 500 Megabytes Daten (die mittlerweile sicher zur Erde heruntergeladen wurden) und mehr als 1.200 Fotos, die eine Fläche von fast 10 Millionen Quadratkilometer unbekanntes Gebiet abdecken.

"Wir sind überflutet von Daten - es ist wunderbar", sagt Missionswissenschaftler und Planetengeologe Scott Murchie vom Johns Hopkins Applied Physics Lab.

Eines der ersten Bilder, das vom Raumschiff zur Erde geschickt wurde, enthüllte eine Seite von Merkur auf deren Anblick Forscher 3 Jahrzehnte gewartet haben:

Die von Kratern übersäte Fläche auf dem oberen Bild lag vor 30 Jahren zum größten Teil im Dunkeln, als NASAs Mariner 10 Raumschiff den ersten (und bisher einzigen) Vorbeiflug am Merkur unternahm. Letzte Woche fotografierte MESSENGER dieses Gebiet das erste Mal bei Sonnenlicht.

Auf den ersten Blick scheint das Foto nicht mehr zu zeigen, als eine öde Kraterlandschaft, aber die Forscher sind begeistert.

"Dies sind fantastische Bilder", sagt Murchie. Zum einen "haben wir unseren ersten guten Blick auf das Caloris Basin bekommen", den größten bekannten Einschlagskrater im gesamten Sonnensystem.

Mitte der 70er Jahre fing Mariner 10 einen spannenden, aber flüchtigen Blick auf den Rand des Basins ein, einen Ring aus schattierten Bergen, die vor langer Zeit durch einen katastrophalen Einschlag aufgeworfen wurden. Ein Komet oder Asteroid traf Merkur und bohrte einen Krater, der größer ist als Texas. Was lag in seinem Inneren? Niemand konnte das sagen.

"Große Einschläge sind aufschlussreich", sagt Murchie. "Es sind natürliche Bohrlöcher, welche das Innere des Planeten enthüllen -- für dessen Anblick wir uns natürlich brennend interessieren."

MESSENGER knipste das Bild, auf das Geologen so lange warteten: Caloris in Gänze, ein Blick von oben bei Tageslicht -- und die Ergebnisse waren überraschend. Viele Experten erwarteten, dass das Innere des Caloris Basin dunkel ist, so wie die dunklen 'Seen' aus erkalteter Lava, welche die Haupteinschlagskrater auf dem Mond füllen und ihm sein anthropomorphes Gesicht vom "Mann im Mond geben." Stattdessen ist es hell in dem Krater und übersät von Stellen mit interessanten Farben. 

Farbe ist etwas, bei dem MESSENGER sich auszeichnet. "Farben enthüllen die Mineralogie", sagt Murchie. "Zwei der Instrumente an Bord von MESSENGER sind in der Lage die Oberfläche von Merkur bei Wellenlängen aufzuzeichnen, die vom ultravioletten Spektrum über das sichtbare bis hin zum nahen Infrarot reichen. Wir gleichen die Daten gerade ab und planen bald einige Farbbilder zu veröffentlichen."

Ein weiterer Höhepunkt des Vorbeifluges sind Hügelketten, welche die Geologen getarnte Steilhänge nennen: Foto. Dies sind Brüche in Merkurs Oberfläche, die vielleicht dadurch geformt wurden, dass der Planet schrumpfte. (Denken Sie an die Runzeln auf einer Rosine.) Was könnte dazu führen, dass ein fester und felsiger Planet schrumpft? Vor Milliarden Jahren "zog sich Merkur vielleicht zusammen, als sein geschmolzener Kern abkühlte", schlägt Murchie vor. Hochauflösende MESSENGER Fotos von Merkurs Steilhängen werden es den Geologen erlauben, diese und andere Theorien zu testen.

Weitere Schnappschüsse beinhalten einen Telefon-förmigen Krater, Merkurs Antarktis und einen "frischen" Krater mit mehreren sekundären Kraterketten. Schauen Sie in diese Galerie für weitere Bilder.

"Wir werden jeden Stein umdrehen", sagt Murchie. Alles in allem sichten 110+ Wissenschaftler, Studenten und Techniker die Fotografien, Laser Radar Echos, Spektrogramme und Messungen des Magnetfeldes vom Vorbeiflug am 14. Januar. Es werden ganz sicher neue Entdeckungen in der Folge auftauchen.

Und denken Sie daran, sagt er, "dies ist erst der Erste von drei Vorbeiflügen", bevor dann geplant ist, 2011 in eine Umlaufbahn einzuschwenken. Die nächsten Begegnungen sind für Oktober 2008 und September 2009 geplant. Mehr als ein Drittel von Merkurs Oberfläche muss noch fotografiert werden, und diese Vorbeiflüge werden viele Lücken füllen. In der Zwischenzeit sind die Forscher voll beschäftigt.

Quelle: Science(at)NASA

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