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Sonnenzyklus 24 beginnt

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Bleiben Sie noch einen Augenblick an Ihrem Handy, ein neuer Sonnenzyklus hat gerade begonnen.

"Am 4. Januar 2008 tauchte ein Sonnenfleck mit umgedrehter Polarität auf -- und dies signalisiert den Start von Sonnenzyklus 24", sagt David Hathaway vom Marshall Space Flight Center.

Die Sonnenaktivität nimmt in einem 11-jährigen Zyklus zu und ab. In letzter Zeit haben wir ein Tief erlebt, "mit sehr wenigen Ausbrüchen (Flares), Sonnenflecken oder irgendwelcher Aktivität", sagt Hathaway. "Wir befinden uns im solaren Minimum."

Der vorausgegangene Zyklus, Sonnenzyklus 23, erreichte in den Jahren 2000-2002 mit vielen gewaltigen Sonnenstürmen seinen Höhepunkt. Wie gewöhnlich wurde dieser Zyklus bis heute immer schwächer, und Sonnenphysiker konnten nicht viel mehr tun als sich die Frage zu stellen, wann der nächste Zyklus beginnen würde?

Die Antwort ist: Jetzt.

"Neue Sonnenzyklen beginnen immer mit einem Sonnenfleck in hohen Breitengraden, der eine umgedrehte Polarität hat", erklärt Hathaway. "Umgedrehte Polarität" bedeutet, eine magnetisch entgegengesetzte Polarität, im Vergleich zu einem Fleck aus dem vorherigen Zyklus. "Hoher Breitengrad" bezeichnet das Gitter der Längen- und Breitengrade auf der Sonne. Sonnenflecken eines alten Zyklus bilden sich nahe dem Äquator der Sonne. Flecken eines neuen Zyklus erscheinen höher, um den 25. oder 30. Breitengrad.

Der Sonnenfleck vom 4. Januar erfüllt beide Kriterien. Er befand sich in hohen Breitengraden (30 Grad Nord) und war magnetisch umgedreht. NOAA nannte den Fleck offiziell AR10981, oder "Sonnenfleck 981."

Sonnenfleck 981 war klein -- nur etwa so groß wie die Erde, was bei den Maßstäben der Sonne als klein gilt -- und ist schon wieder verschwunden. Seine dreitägige Erscheinung vom 4. bis zum 6. Januar war genug, um die meisten Physiker davon zu überzeugen, dass Sonnenzyklus 24 nun begonnen hat.

Doug Biesecker von NOAAs Space Weather Prediction Center in Boulder, Colorado, vergleicht Sonnenfleck 981 "mit dem ersten Vogelzwitschern im Frühling. Es liegt noch Schnee auf dem Boden, aber die Jahreszeit ändert sich." Letztes Jahr übernahm Biesecker das Sonnenzyklus 24 Vorhersage Gremium, eine internationale Gruppe mit Experten aus vielen Universitäten und Regierungseinrichtungen. "Wir sagten voraus, dass Sonnenzyklus 24 um den März 2008 herum beginnen würde und es sieht so aus, als hätten wir dieses Datum nicht allzu weit verfehlt", sagt er.

Der Anfang eines neuen Sonnenzyklus ist wichtig, weil unsere Gesellschaft immer mehr von Weltraumtechnologien abhängig ist.

"Sonnenstürme können Satelliten ausfallen lassen, auf die wir für unsere Wettervorhersagen und die GPS Navigation angewiesen sind", sagt Hathaway. Sonneneruptionen können direkt das Handynetz stören, und koronale Massenauswürfe (CMEs) können Stromausfälle verursachen. "Das berühmteste Beispiel ist der Stromausfall von Quebec im Jahr 1989, der einige Kanadier für sechs Tage von der Stromversorgung abschnitt."

Der Flugverkehr kann ebenfalls betroffen sein.

Jedes Jahr werden tausende von Passagieren auf Interkontinentalflügen über die Pole transportiert. Es ist die kürzeste Entfernung zwischen, sagen wir New York und Tokio oder Beijing und Chicago. Im Jahr 1999 unternahm United Airlines nur zwölf Flüge über die Arktis. Im Jahr 2005 wuchs die Anzahl der Flüge auf 1.402 an. Andere Fluglinien berichten von ähnlichen Zuwächsen.

"Sonnenstürme haben einen großen Effekt auf die polaren Gebiete unseres Planeten", sagt Steve Hill vom Space Weather Prediction Center. "Wenn Flugzeuge während der Sonnenstürme über die Pole fliegen, kann es zu Funkausfällen, Navigationsfehlern und Computerabstürzen kommen, alles ausgelöst durch die Strahlung aus dem Weltraum." Nicht über die Polargebiete zu fliegen löst das Problem, es kostet aber extra Zeit, Geld und Treibstoff, "den langen Weg außen herumzunehmen."

Nun zu den guten Nachrichten: Mehr Sonnenstürme bedeuten auch mehr Polarlichter -- "die großartigste Show auf Erden." Während des letzten solaren Maximums konnte man Polarlichter bis hinab nach Arizona, Florida und Kalifornien beobachten. Vor nicht allzu langer Zeit war es nur Besuchern der Arktis vergönnt, dieser Show beizuwohnen. Mit der verbesserten Vorhersage und Beobachtung des Wetters im All können nun Millionen von Menschen informiert werden, wann sie nach draußen gehen sollen.

Vieles liegt noch Jahre in der Zukunft. "Intensive Sonnenaktivität beginnt nicht sofort", sagt Hathaway. "Sonnenzyklen brauchen ein paar Jahre um sich vom solaren Minimum (jetzt) zum solaren Maximum aufzubauen, dass 2011 oder 2012 erwartet wird."

Es ist eine langsame Reise, aber wir sind auf dem Weg.

Quelle: Science(at)NASA

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