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Kollision von zwei Weißen Zwergen endet in einer gewaltigen Supernova

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Astronomen vom Havard-Smithsonian Center for Astrophysics (CfA) haben herausgefunden, dass eine letztes Jahr entdeckte Supernova durch die Kollision zwei Weißer Zwerge entstanden ist.

Die beiden Weißen Zwerge umkreisten sich gegenseitig und kamen sich dabei spiralförmig immer näher, bis sie schließlich fusionierten und eine gigantische Explosion freisetzten.

„Dieses Ergebnis zeigt, dass die Natur ergiebiger ist als erwartet, mit mehr als einen Weg, wie ein Weißer Zwerg explodiert“ sagt Malcolm Hicken.

Astronomen charakterisieren eine Supernova anhand ihres Spektrums, mit Wasserstoff (Typ II) und ohne (Typ I). Bei einer Typ II Supernova, explodiert ein massereicher und deswegen kurzlebiger Stern, da sobald der Wasserstoffvorrat aufgebraucht ist der Strahlungsdruck der Schwerkraft nicht mehr entgegenwirken kann und deswegen der Kern kollabiert.

Bei der gewöhnlichsten Supernova vom Typ Ia fehlt der Wasserstoff und ein Weißer Zwerg sammelt Gas von einem Begleitstern, bis sich dieser selbst in die Luft sprengt.

Die Supernova 2006gz wurde eigentlich als solcher Typ Ia klassifiziert, da es einen Mangel an Wasserstoff gab. Doch wie dem auch sei, eine neue Analyse der CfA Daten mit Messungen, der Ohio State University zeigen, das Sn 2006gz nicht gewöhnlich war und das deswegen ein genauerer Blick gerechtfertigt ist.

Zumal SN 2006gz die stärkste jemals aufgezeichnete Spektralsignatur von unverbranntem Kohlenstoff auswies. Dies erklärt sich dadurch, da man vermutet, dass Weiße Zwerge außerhalb ihrer dichtesten Regionen reich an Kohlenstoff sind und diese Kohlenstoffreichen Schichten durch die gewaltige Explosion weggeschleudert werden.

Das Spektrum von SN 2006gz weist außerdem Beweise für komprimierte Schichten von Silizium auf. Silizium wird während der Explosion erzeugt und dann durch die Schockwelle komprimiert, die von den umgebenden Kohlenstoff- und Sauerstoffschichten abprallt.

Außerdem war SN 2006gz viel heller als erwartet, was darauf hinweist, das der Vorläuferstern die Chandrasekhargrenze von 1,4 Sonnenmassen überschritt und bisher ist nur ein ähnlicher Fall bekannt, wo es zu einer solchen Super- Chandrasekhargrenze Supernova kam: SN 2003fg.

„Unser Fall ist anders. Obwohl 2006gz extrem hell ist, ist die chemische Zusammensetzung, die wir sehen, mit teilweise unverbranntem Kohlestoff, gut beobachtet und sehr ungewöhnlich“ sagt Harvardastronom Robert Kirshner.

Normalerweise haben Typ Ia Supernovae eine sehr begrenzte Ausdehnung in der Helligkeit, was sie auch nützlich als „Standardkerzen“ für die Bestimmung von Distanzen im Kosmos macht. So führte die Untersuchung einer Supernova Typ Ia auch zur Entdeckung der Dunklen Energie, der mysteriösen Kraft, die die Expansion des Universums beschleunigt. Doch falls Supernovae vom Typ Ia variabler sind als gedacht und darauf deutet der Fall SN 2006gz hin, dann sollten Astronomen Vorsicht walten lassen bei der Vermessung des Kosmos.

„Supernova 2006gz liegt außerhalb von normalen Typ Ia Objekten und sollte nicht in kosmologische Studien mit einfließen“ so Hicken. „Und wir müssen vorsichtig sein eine doppelte Weißer Zwerg Explosion nicht als eine einfache Weißer Zwerg Explosion fehl zu interpretieren. SN 2006gz war einfach zu erkennen, aber es mag auch Fälle geben, wo keine klare Abgrenzung möglich ist.“

Quelle: Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics

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