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Ulysses bricht Rekord bei der Kometenjagd

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Als Ulysses vor 17 Jahren aus der Ladebucht des Space Shuttles Discovery gestartet wurde, wussten die beteiligten Wissenschaftler und Ingenieure zwar, dass sie das Unerwartete erwarten müssen, doch Ulysses ist auch heute noch immer für eine Überraschung gut.

Ulysses ist ein Gemeinschaftsprojekt der NASA und ESA und wurde bei Dornier Systems in Deutschland gebaut. Die Sonde war schon da, wo noch nie ein Raumfahrzeug sonst war, nämlich über und unter den Sonnenpolen. Und auch wenn die Sonde bisher vornehmlich Daten über die Sonne sammelte, wurden die neusten Entdeckungen doch auf einem ganz anderen Gebiet gemacht.

„Ulysses flog durch den Schweif von Kometen und sammelte Daten und dies bei drei verschiedenen Gelegenheiten“ sagt Edward J. Smith vom JPL. „Kein anderes Raumfahrtzeug in der Geschichte hat dies getan.“

Ulysses erste Begegnung der anderen Art ereignete sich im Jahr 1996. Und dies kam ganz unverhofft, zwar waren die Astronomen im besagten Jahr durch den Kometen Hyakutake fasziniert, doch Ulysses’s Begegnung war ehr zufällig, denn die Sonde studierte eigentlich den Sonnenwind, als dieser sich plötzlich für einige wenige Stunden dramatisch änderte.

„Als wir nicht nach Kometen Ausschau hielten, erkannten wir zunächst auch nicht die Bedeutung der Daten“ sagt Smith. „Der Sonnenwind schien plötzlich zu verschwinden und wurde durch nicht normale Gase ersetzt und das Magnetfeld im Sonnenwind war völlig verdreht.“

Zum Zeitpunkt der unerwarteten Begegnung war die Sonde hunderte Millionen Kilometer vom Kometen Hyakuatke entfernt und ebenso von seinem sichtbaren Schweif. Zunächst wurden zwar verschiedene Möglichkeiten ins Auge gefasst, doch eine Analyse der Daten zeigte, dass diese Gase nur von besagtem Kometen stammen können und auch wenn dies bedeutet das Hyakuatkes Schweif sich über 480 Millionen Kilometer erstreckt und damit der längste Kometenschweif ist, der jemals aufgezeichnet wurde.

Und während die meisten Forscher nur einmal in ihrem Leben soviel Glück haben, gilt dies nicht für die Wissenschaftler aus dem Olysses Team, denn 2004 passierte etwas Ähnliches. Dieses Mal stammten die Gaspartikel vom Kometen McNaught-Hartley und auch dieses Mal half der Zufall mit, denn eigentlich wären die Partikel dieses Kometen zu weit von der Sonde entfernt gewesen, doch dank einer coronal mass ejection von der Sonne, wurde Kometenmaterial in Reichweite der Sonde befördert.

Doch da bekanntlich alle guten Dinge drei sind, überrascht es wohl nicht das Ulysses letzten Februar durch den Ionenschweif des Kometen McNaught (ein anderer Komet als 2004, der aber vom gleichen Entdecker stammt und deswegen fast den gleichen Namen trägt) flog. Dieses Mal war der  Kern des Kometen aber nur 257 Millionen Kilometer entfernt und die aufgezeichneten Daten sind eine wahre Pfundgrube für die Wissenschaftler.

„Vor einigen Jahren sagte ich noch, dass die Wahrscheinlichkeit das Ulyses Flugbahn den Schweif eines Kometen durchschneidet, geringer ist als eine Nadel im Heuhaufen zu finden“ so Smith. „Heute, nach drei Begegnungen, würde ich mich selbst nicht mehr wundern, wenn die Natur noch einen für uns auf Lager hat.“

„Solch eine einzigartige Wissenschaft ist ein Tribut für die Beständigkeit der Mission und der klugen Neugier unseres Wissenschaftlerteams“ sagt Ed Massey vom JPL und Projektmanager von Ulysses.

Quelle: NASA

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