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Explodierende Mondfinsternis

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Die meisten Menschen genießen die Stille der Nacht bei einer Mondfinsternis. Der Astronom Bill Cooke von der NASA ist anders: er liebt die Explosionen.

Am Dienstagmorgen, dem 28. August, ist der Erdschatten für 90 Minuten über den Mond gewandert: siehe Artikel Traumhafte Mondfinsternis. In der Mitte der Mondfinsternis hat Cooke versucht einige Lichtblitze aufzunehmen -- Explosionen, verursacht durch Meteoriten, die auf den Mond treffen und sich so selbst in Stücke sprengen.

"Die Mondfinsternis war ein guter Zeitpunkt für Beobachtungen," sagt Cooke, Leiter des NASA Meteoroid Environment Office (MEO), am Marshall Space Flight Center. Die gesamte Mondoberfläche befand sich für mehr als 2 Stunden in Dunkelheit, und bot ein dunkles Gebiet von mehr als 3,6 Millionen Quadratkilometern, das als Ziel für ankommende Meteoriten diente. 

Explosionen auf dem Mond sind nichts Neues. Cooke´s Team beobachtet den Mond seit Ende 2005 und hat bisher 62 Einschläge aufgezeichnet. "Meteoriten, welche sich in der Erdatmosphäre auflösen, rufen einen harmlosen Lichtblitz am Himmel hervor. Aber der Mond besitzt keine Atmosphäre, weshalb 'Mondmeteoriten' auf den Boden auftreffen," sagt er. Typische Einschläge setzen Energien von etwa 100kg TNT frei, und verursachen Krater mit einem Durchmesser von einigen Metern und Lichtblitze, die man mit normalen Teleskopen von der Erde aus beobachten kann.

"Etwa die Hälfte der beobachteten Einschläge stammt von regulären Meteoritenschauern, wie den Perseiden und Leoniden," sagt Danielle Moser, Mitglied des MEO Teams. "Die andere Hälfte sind 'sporadische' Meteorite, die man keinem Asteroiden oder Kometen zuordnen kann."

Das MEO Observatorium befindet sich am Marshall Space Flight Center in Huntsville, Alabama, und besteht aus zwei 14" Teleskopen, die mit sehr empfindlichen Kameras ausgestattet sind. Moser und seine Kollegin Victoria Coffey hatten am Dienstagmorgen Bereitschaft.

Während der Finsternis hofften sie eine schwer zu fassende Art von Meteoriten zu sehen, die so genannten Helions.

"Helion Meteorite kommen aus Richtung der Sonne," sagt Cooke, "was es sehr schwer macht sie zu beobachten." Sie tauchen oft zur Mittagszeit am Himmel auf, wenn die Sonne zu hell ist, um sie sehen zu können.

Moment mal. Meteoriten von der Sonne? "Die Sonne selber ist nicht die Quelle," erklärt er. "Wir glauben, dass Helion Meteorite von alten Kometen stammen die um die Sonne flogen, und in ihrer Nähe Bahnen von staubigen Überresten hinterließen."

Niemand kann sich jedoch sicher sein, da Helion Meteorite so schwer zu untersuchen sind. Astronomen sehen nur eine kleine Anzahl von ihnen, kurz vor oder nach Sonnenuntergang. Versuche Helions mittels Radar während des Tages zu untersuchen, wurden zum Teil durch Radiointerferenzen und natürliche Ausbrüche von Radiowellen auf der Sonne zunichte gemacht -- was beides "Pings" von Meteoriten überdecken kann.

Hinein in die Mondfinsternis.

Während der Finsternis war der Mann im Mond (das Gesicht, welches wir von der Erde aus sehen) direkt zur Sonne hin gerichtet -- "eine perfekte Geometrie um Helion Meteoriten abzufangen," sagt Moser.

"Die Beobachtung vom Aufschlag der Helion Meteoroite auf dem Mond soll uns mehr über ihre Größe, Geschwindigkeit und Tiefe verraten“ fügt sie hinzu. Dies wird dann dafür sorgen uns dem Ziel, der Abschätzung der Gefahr für Raumschiffe und Astronauten auf dem Mond der Zukunft, näher zu bringen.

Niemand hat bisher einen Einschlag während einer Mondfinsternis beobachtet, "aber es gibt immer ein erstes Mal," sagt Cooke. Bleiben sie dran für die Auswertung der Ergebnisse.

Quelle: Science(at)NASA

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