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Reibungshitze erklärt Dampffahnen auf Enceladus

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Reiben sie an einen kalten Tag ihre Hände gegeneinander und es entsteht ein bisschen Hitze, derselbe Prozess von Reibungshitze, soll auch die Energie für die Geysire auf dem Saturnmond Enceladus liefern, wie Wissenschaftler in einer Studie vorschlagen.

Gezeitenkräfte wirken auf die Verwerfungslinien der Eishülle des Mondes und dabei reiben die Seiten aneinander und es entsteht genügend Hitze um Eis in Dampf und Eiskristalle umzuformen, wie in einer Studie, die in der Fachzeitschrift Nature am 17. Mai veröffentlicht wurde, enthüllt wird.

Assistentprofessor Francis Nimmo  von der University of California kalkulierte die Menge der Hitze die durch diesen Mechanismus produziert wird und folgerte hieraus, das dies die wahrscheinlichste Erklärung für die Dampffontänen und anderer beobachteter Phänomene in der südlichen Polarregion von Enceladus ist.

Diese Region ist wärmer als der Rest der gefrorenen Oberfläche von Enceladus und besitzt hier auch die so genannten „tiger stripes“ (zu deutsch „Tigerstreifen“), die wie tektonischen Verwerfungslinien aussehen.

„Wir denken die Tigerstreifen sind der Ursprung der Dampffahnen und wir machten vorhersagen wo die Tigerstreifen am heißesten sind, so das man dies in Zukunft durch Messungen testen kann“ so Nimmo.

Schuld am ganzen Prozess ist der exzentrische Orbit des Mondes, welcher ihn sehr nahe an Saturn heranbringt bevor er sich wieder weit entfernt, so dass die Anziehungskraft großen Schwankungen unterliegt.

„Er wird gequetscht und gestreckt während er um Saturn läuft und durch diese Gezeitenkräfte  bewegen sich die Verwerfungen vor und zurück“ sagt Nimmo.

Anders als andere vorhersagen kommt dieser Vorschlag über den Ursprung der Dampffontänen ohne das Vorhandensein von flüssigem Wasser direkt unter der Oberfläche von Enceladus aus, wie Robert Pappalardo vom JPL der NASA anmerkt.

„Die Hitze ist ausreichend damit Eis sublimiert, wie bei einem Kometen – das Eis verdunstet zu Dampf und der entkommene Dampf zieht Partikel mit sich ins All“ so Pappalardo.

Doch auch diese Studie wird durch das Vorhandensein eines flüssigen Ozeans unter dem Eispanzer des Mondes begünstigt, denn wenn das Innere des Mondes aus Felsen bestehen würde, wären die Gezeitenkräfte nicht stark genug um die Bewegungen in den Verwerfungen zu verursachen, wie Nimmo anmerkt.

Weshalb weitere Untersuchungen notwendig  sind um letztendlich Gewissheit zu haben, ob der kleine Saturnmond flüssiges Wasser besitzt oder nicht.

Quelle: JPL

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